Was lehrt(e) die Vergangenheit? Die Frage nach dem Orientierungswert von Geschichte
Der Leibniz-Forschungsverbund »Wert der Vergangenheit« widmet sich auf seiner Jahrestagung 2026 einer für den Verbund zentralen Kategorie: dem Orientierungswert der Vergangenheit.
In fünf Sektionen beschäftigen sich die Teilnehmer*innen mit dem Stellenwert, den historische Orientierung bieten kann: Die Tagung fragt nach dem Spannungsfeld von Orientierung und Desorientierung in Phasen gesellschaftlicher Umbrüche, beschäftigt uns damit, wie historische Begründungen und politische Visionen zusammenhängen, stellt die Frage, wie Mensch-Natur-Beziehungen als historisches Argument genutzt werden, und fragt nach den Werten, Konzepten und Formaten für Neu- und Umdeutungen im Museumsbereich, nach der Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit von Geschichte im öffentlichen Raum sowie nach der gegenwartsbewussten Aneignung von Geschichte in der Schule.
Die Tagung hat eine metareflexive Zielsetzung: Sie soll nicht normativ den Erkenntniswert der Vergangenheit beteuern oder bestreiten, sondern die früheren Zeiten, aber auch unserer Gegenwart jeweils eigentümliche Beziehung zur Vergangenheit und ihrer Nutzbarkeit genauer entschlüsseln helfen.
Im Zentrum der Tagung stehen die vielen Denkmuster, Erzähl- und Kommunikationsformen, in denen die Vergangenheit im zeitgenössischen Verständnis Orientierungswert für die Gegenwart und Zukunft besaß bzw. besitzt. Hierzu zählen etwa Erzähl- und Sinngebungsmuster (Analogien und Vergleiche, Vorbildkonstruktionen, Bekenntnisse), Beglaubigungskriterien und Ordnungsformen (wie Evidenzversicherung, Verfallsdenken, Kontinuitätsglaube, Traditionsbeschwörung, Fortschrittsbewusstsein) und Vermittlungs- und Beglaubigungsinstanzen: Akteure und Gruppen, partizipative Modelle, Institutionen und Medien, sozialmoralische Milieus, kulturelle Räume.
Die Jahrestagung versteht sich als ein Beitrag zum Wissenstransfer. Sie richtet sich nicht allein an eine geschichtstheoretisch informierte Fachwelt, sondern an alle, die in Museen, in der Schule, in Gedenkstätten, in der Politik, in den Medien und in der Alltagsdiskussion Geschichte verhandeln, und findet in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung statt.
Weitere Informationen folgen in Kürze hier und auf der Website des Forschungsverbundes.
Valeriy Lobanovskyi. Ukrainian Football between Empire and Nationhood
English:
'Valeriy Lobanovskyi: Ukrainian Football Between Empire and Nationhood' explores the life and legacy of Valeriy Lobanovskyi (1939–2002), a revolutionary football coach and defining figure in modern Ukrainian history. Ranked by UEFA among the ten most influential coaches of all time, Lobanovskyi’s significance extends well beyond sport. In Ukraine, he became a nation-building figure whose influence reached far beyond the football pitch.
Wie die Vergangenheit die Nachbarn spaltet
Zwischen Polen und Ukraine ist ein alter Streit über Massaker während des Zweiten Weltkriegs aufgeflammt. Vor Ort zeigt sich, warum das Thema weiter so heikel ist - und wie die Gräben überwunden werden können. Im Gespräch mit tagesschau.de erklärt die ZZF-Osteuropa-Historikerin Franziska Davies: »Kern ist die unterschiedliche Erinnerung an die Ukrainische Aufstandsarmee, die UPA.
Lässt sich die AfD zähmen wie einst Grüne und Linke?
Erleben wir in diesem Sommer die Ruhe vor dem Sturm? Die Wahlen im September rücken näher, und die Brandmauer bröckelt. In seinem Gastbeitrag im Tagesspiegel skizziert Martin Sabrow einen möglichen Umgang mit der AfD - und beschreibt, wieso der Vergleich mit den Grünen oder den Linken zu kurz greift.
18. Europäische Sommer-Universität 2026 in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
18. Europäische Sommer-Universität 2026 in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
Lager – Räume – Nachbar:innen. Konzentrationslager in ihrem Umfeld
Seit 2005 lädt die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück jedes Jahr in der letzten Augustwoche zur Europäischen Sommer-Universität und wissenschaftlichem Dialog am historischen Ort ein. Dabei greift sie aktuelle Themen aus der historischen Forschung und aus erinnerungskulturellen Debatten auf. Drei Schwerpunkte bilden den programmatischen Rahmen: nationalsozialistische Herrschaft in Europa, Frauen- und Geschlechtergeschichte sowie die kritische Auseinandersetzung mit der europäischen Gedächtnisgeschichte. Dabei richtet sich der Blick stets auch auf die besondere Geschichte des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück.
Die diesjährige fünftägige Europäische Sommer-Universität widmet sich vom 31. August bis zum 4. September dem Themenfeld der Umgebung der Konzentrationslager und den entsprechenden Beziehungs- und Begegnungsgeschichten. Im Zentrum stehen lokale Spurensuchen, aktuelle Forschungsansätze, Fragen der Sichtbarkeit und die Verbindungen zwischen Lagerstandorten, Unternehmen und Anwohner*innen. Das Programm umfasst Vorträge, Workshops, themenspezifische Führungen, Filmvorführungen und künstlerische Abendveranstaltungen.
Konzeptionell begleitet wird die Sommer-Universität von einer jährlich neu zusammengesetzten Projektgruppe von Wissenschaftler*innen unterschiedlicher Disziplinen. Sie erarbeitet die thematischen Schwerpunkte, empfiehlt Referent*innen und moderiert einzelne Programmpunkte. Die generationenübergreifende Konferenz bringt einen interdisziplinären Kreis aus Studierenden, Wissenschaftler*innen, Multiplikator*innen der historisch-politischen Bildung und weiteren Interessierten zusammen.
PROGRAMM
Montag, 31. August 2026
(UN-)BEQUEME NACHBARSCHAFTEN
10:00 Uhr | Überblicksführungen in der Gedenkstätte Ravensbrück (DE/EN)
12:30 Uhr | Mittagessen
13:30 Uhr | Begrüßung und Einführung in die Sommer-Universität
14:00 Uhr | Round Table mit Annette Leo, Katrin Unger, Sebastian Hammer
16:00 Uhr | Forschungsbörse
Moderation: Johanna Kootz, Sonja Mues, Thomas Schaarschmidt, Freya Ziegelitz
19:30 Uhr | Get-Together
Dienstag, 01. September 2026
BEDINGUNGEN - INSTITUTIONEN
09:30 Uhr | Vortrag
10:00 Uhr | Kulturgeografischer Schwerpunkt (Axel Drescoll, Oranienburg)
11:00 Uhr | Außenlager als Begegnungsräume (Andrea Rudorff, Berlin)
11:30 Uhr | Diskussion
12:30 Uhr | Mittagessen
14:30 Uhr | Vertiefende Führungen (de/en)
18:30 Uhr | Abendessen
19:30 Uhr | Filmvorführung
Mittwoch, 2. September 2026
BEGEGNUNGSRÄUME
09:30 Uhr | Deutsche und Zwangsarbeiter:innen (Daniel Logemann, Weimar)
10:30 Uhr | Erstickte Öffentlichkeit (Christian Angerer, Mauthausen)
11:00 Uhr | Lager in Bewegung (Janine Fubel, Hagen)
11:30 Uhr | Diskussion
12:30 Uhr | Mittagessen
15:00 Uhr | Workshops
18:30 Uhr | Abendessen
Donnerstag, 03. September 2026
ERKÄMPFTE ERINNERUNG
09:30 Uhr | Das Lager Hinzert in seinem Umfeld (Sabine Arend, Hinzert)
10:00 Uhr | Majdanek in seinem Umfeld (Tomasz Kranz, Lublin)
11:30 Uhr | Diskussion
15:00 Uhr | Workshops
18:30 Uhr | Abendessen
19:30 Uhr | Round Table
Freitag, 04. September 2026
VOM NUTZEN UND NACHTEIL VON GEDENKSTÄTTEN FÜR DIE NACHBARSCHAFT
9:30 Uhr | Vom Nutzen und Nachteil von Gedenkstätten für die Nachbarschaft (Deborah Hartmann, Franka Maubach, Jörg Skriebeleit)
11:30 Uhr | Critical Friends
Moderation: Johanna Kootz, Thomas Schaarschmidt
The program is also available in English via the website of the memorial site.
Das ZZF Potsdam und der Leibniz-Forschungsverbund »Wert der Vergangenheit« sind Mitveranstalter der 18. Europäische Sommer-Universität 2026 in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück.
Freigespielt: Basketball vor und nach 1989
Uhrzeit: 18:30-20:00 Uhr
»Freigespielt: Basketball vor und nach 1989« ist der Titel des Podiumsgesprächs, das die Landeszentrale für politische Bildung Berlin in Kooperation mit dem ZZF Potsdam am 2. September 2026 präsentiert.
Zum Auftakt der FIBA Women’s Basketball World Cup 2026 in Berlin richtet diese Veranstaltung den Blick auf die Geschichte des Basketballs im geteilten Deutschland. Wie konnte sich die Sportart in der Bundesrepublik etablieren? Welche Rolle spielte Basketball in der DDR, und welche politischen und strukturellen Hindernisse erschwerten den sportlichen Austausch zwischen Ost und West? Am Beispiel von ALBA Berlin wird zudem beleuchtet, wie die deutsche Einheit auch im Basketball neue Entwicklungen ermöglichte und zur Zusammenführung zuvor getrennter Sportstrukturen beitrug.
Ausgehend von dieser historischen Perspektive diskutiert das Podium auch die Gegenwart des Basketballs. Welche Möglichkeiten eröffnet die Sportart heute für Emanzipation, Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe? Und welche Impulse setzt die Frauen-Weltmeisterschaft, wenn Berlin Gastgeberin eines der bedeutendsten internationalen Basketballturniere ist?
Die Veranstaltung verbindet Zeitgeschichte, Sportpolitik und aktuelle gesellschaftliche Fragen und zeigt, wie eng die Geschichte des Basketballs mit der deutschen Geschichte verknüpft ist.
Kooperationsveranstaltung der Landeszentrale für politische Bildung Berlin und des Leibniz-Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF)
PROGRAMM
Impulsvortrag: Dr. Jutta Braun (ZZF Potsdam)
Podiumsdiskussion mit
- Franziska Keich (Abteilungsleiterin Basketball und Trainerin bei Türkiyemspor)
- Henning Harnisch (Europameister 1993, Vizepräsident Alba Berlin)
- Veronika Springmann (Leiterin Sportmuseum Berlin)
- Inge Laabs (DDR-Auswahlspielerin)
- Moderation: Dr. Hanno Hochmuth (ZZF Potsdam)
Weitere Infos zur Veranstaltung finden Sie auf der Website der Landeszentrale für politische Bildung Berlin.
Die Veranstaltung findet im Vorfeld der Ausstellung zur Geschichte des Berliner Basketballs im Kontext des Kalten Kriegs, der deutschen Teilung und der Wiedervereinigung in den Spielstätten des FIBA Women´s Basketball World Cups 2026 in Berlin statt, die von Jutta Braun und Hanno Hochmuth am ZZF Potsdam konzipiert wurde.