Abendveranstaltung: Abschiebungen. Perspektiven auf ein häufig übersehenes Kapitel der Migrationsgeschichte
Zeit: 18:00-20:00 Uhr
Zielgruppe: breite interessierte Öffentlichkeit
Veranstalter: Kooperationsveranstaltung des Leibniz-Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) und der Agentur für Bildung, Geschichte und Politik e.V.
Das Projekt wird gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.
Abschiebungen bleiben häufig unsichtbar – für die Öffentlichkeit ebenso wie in der Geschichtsschreibung. Für den Staat sind sie Verwaltungsakte bzw. Mechanismen der Steuerung von Migration. Für die Betroffenen sind die mit ihnen verbunden Abläufe und Entscheidungen oft intransparent – obwohl diese ihre Rechte und Freiheiten substanziell betreffen. Wie lässt sich die Geschichte von Abschiebungen erforschen und erzählen? Welche Quellen stehen zur Verfügung, wessen Perspektiven werden sichtbar – und welche bleiben verdeckt?
Diesen Fragen widmet sich die öffentliche Abendveranstaltung, die im Rahmen des Projekts „Beendete Migrationen – Abschiebehaft in der Keibelstraße von 1980 bis 1996“ stattfindet. Das Bildungsprojekt wird derzeit von der Agentur für Bildung, Geschichte und Politik e.V. in Kooperation mit dem ZZF und Studierenden des Masterstudiengangs Public History an der Freien Universität Berlin am Lernort Keibelstraße durchgeführt.
Programm der Abendveranstaltung
Begrüßung: Dr. Irmgard Zündorf (ZZF)
- Vortrag von Florian Wagner „Wie schreibt man die Geschichte von Abschiebungen? (Selbst-)Kritische Überlegungen“
- Videoinstallationen von Maithu Bùi
Podiumsdiskussion:
- Dr. Florian Wagner (Universität Erfurt)
- Maithu Bùi (Künstler*in)
- Steffen Schindler (studentischer Mitarbeiter im Projekt „Beendete Migrationen“)
Christina Schwarz (Projektkoordinatorin „Beendete Migrationen“)
Moderation: Dr. Henrike Voigtländer (Leitung Lernort Keibelstraße)
Der Historiker Florian Wagner setzt mit seinem Vortrag „Wie schreibt man die Geschichte von Abschiebungen? (Selbst-)Kritische Überlegungen“ den inhaltlichen Rahmen. Ausgehend vom aktuellen Forschungsstand diskutiert er, welchen Erkenntnisgewinn eine historische Erforschung von Abschiebungen bietet und welche methodischen und wissenschaftsethischen Herausforderungen mit einer kritischen Geschichte der Abschiebung verbunden sind. Dabei geht es ebenso um die schwierige Quellenlage wie um die Zusammenarbeit mit Betroffenen und Unterstützer*innen.
Maithu Bùi gibt vor Ort zudem Einblicke in die eigene künstlerische Praxis. Bùis Arbeiten beschäftigen sich mit Themen wie Technologie, Wissenschaft, Gewalt und ökologische Veränderungen. Auch Migration spielt immer wieder eine Rolle. Anhand von 3D-Animationen thematisiert Bùi die Inhaftierung von ehemaligen Vertragsarbeiter*innen im Gefängnis in der Keibelstraße in Berlin-Mitte zum Zwecke der Abschiebung.
Den Abschluss der Veranstaltung bildet eine Podiumsdiskussion, die neben wissenschaftlichen und künstlerischen Perspektiven die Arbeit des Projektes „Beendete Migrationen – Abschiebehaft in der Keibelstraße von 1980 bis 1996“ aufzeigt. Das Projekt beleuchtet sowohl die Geschichte des Ausweisungsgewahrsams in der Untersuchungshaftanstalt in der Keibelstraße während der späten DDR als auch dessen Nutzung als Abschiebegefängnis in den frühen 1990er Jahren der Bundesrepublik. Gemeinsam wird diskutiert, welche Rolle historische Forschung und kulturelle Praxis in der historisch-politischen Bildungsarbeit zu Abschiebungen spielen können und wie ein lange Zeit übersehenes Kapitel der deutschen Migrationsgeschichte sichtbar und für die Bildungsarbeit fruchtbar gemacht werden kann.
Blinder Fleck der Stadtgeschichte: ZZF Potsdam will die NS-Zeit auf dem Telegrafenberg erforschen
Die NS-Geschichte der Wissenschaftseinrichtungen auf dem Potsdamer Telegrafenberg wurde bis heute nicht aufgearbeitet.
The Digital Transformation. Computers and the Remaking of Society, 1980s to 2000
The workshop is organised by the University of Lucerne’s Swiss National Science Foundation (SNSF) Starting Grant project »The Microcomputer as a Medium of Transformation in Europe, 1980–2000« hosted at the University of Lucerne, in collaboration with the Leibniz research group »Digital Inequalities. Divides, Hierarchies, and Boundaries in Germany, 1970s to 1990s« headed by the Leibniz Centre for Contemporary History Potsdam (ZZF).
Organization: Gleb J. Albert, David Betzing, Milka Lehner
Workshop Programme
Thursday, 3 September 2026
9:00–10:00 | Welcome/Introduction
Gleb J. Albert (University of Lucerne), Michael Homberg (Leibniz Centre for Contemporary History Potsdam)
10:00–11:45 | Panel I
- Aurelia Brandenburg (Bern Academy of the Arts): Mom Wanted to Take ›Their‹ Games Away? German Gaming Magazines and the Myth of the State as an Oppressor of Gamer Culture 1980–2000
- Nils Bühler (University of Cologne): Divided yet United? An Entangled History of East and West German Video Game Policy
12:00-13:30 | Lunch break
13:30–15:15 | Panel II
- Ivo Furman (Istanbul Bilgi University): Framing Computer Literacy. Computing Magazines and Educational Reform in Türkiye, 1984–1991
- Lennart V. Schmidt (Leibniz Centre for Contemporary History Potsdam): Coding the Border. West Germany’s Migration Databases and the Making of the Schengen Information System, 1967–1995
15:30–17:30 | Panel III
- Laura Kurz (Technical University of Darmstadt): Co-constructing Gender-sensitive Technology. Scientific Approaches and Policies in Germany in the 1990s
- Nina Neuscheler (Leibniz Centre for Contemporary History Potsdam): From Secretary to Assistant. How Computers Transformed Women’s Clerical Work
Friday, 4 September 2026
9:00–10:45 | Panel IV
- David Betzing (University of Lucerne): Digital Unification. Reactions from West German Gaming Actors to Reunification
- Ignasi Medà Calvet (La Salle Campus Barcelona – Universitat Ramon Llull): Domesticating the Microcomputer. User Appropriation and the Construction of the Spanish 8-bit Videogame Market (1980–1990s)
11:00–13:00 | Panel V
- Milka Lehner (University of Lucerne): The Peaceful Computer versus »Evil Media«? BBSs During the Bosnian War 1992–1995
- Antonino Sciotto (University of Eastern Piedmont): Local Connections, Global Relations. Italian Radical Left and Telematic Links
13:00-14:30 | Lunch break
14:30–16:45 | Panel VI
- Jeannine Honig (Technical University of Darmstadt): »The Efficient Problem Solver«. Piaget’s Epistemology and AI as the Foundation for Education in the United States from the 1970s onward
- Tim Schinschick (Georg Eckert Institute Braunschweig): ›Chancengleichheit‹ in Computer Classes? The Introduction of Computers in West German Schools as a History of Digital In-/Equalities
17:00–18:00 | Roundtable: Doing Computing History. Approaches and Blind Spots
Participants:
- Maria B. Garda (University of Turku)
- Ivo Furman (Istanbul Bilgi University)
- Patryk Wasiak (Institute of History, Polish Academy of Sciences)
- Gleb J. Albert (University of Lucerne)
- Michael Homberg (Leibniz Centre for Contemporary History Potsdam)
Was lehrt(e) die Vergangenheit? Die Frage nach dem Orientierungswert von Geschichte
Der Leibniz-Forschungsverbund »Wert der Vergangenheit« widmet sich auf seiner Jahrestagung 2026 einer für den Verbund zentralen Kategorie: dem Orientierungswert der Vergangenheit.
Veranstalter:
Leibniz-Forschungsverbund "Wert der Vergangenheit" in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung
Zielgruppe:
Die Jahrestagung 2026 richtet sich an alle Interessenten, die Geschichte verhandeln – sei es in Wissenschaft, Museen, Gedenkstätten, Schule, Politik, Medien oder in der Alltagsdiskussion.
Die Tagung widmet sich dem gesellschaftlichen Orientierungswissen, das historische Forschung und Reflexion bieten können. Sie beleuchtet das Spannungsfeld von vergangenheitsbezogener Orientierung und Desorientierung in Phasen gesellschaftlicher Umbrüche und analysiert historische Begründungen politischer Visionen. Sie befasst sich mit der Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit von Geschichte im öffentlichen Raum und beleuchtet, wie Mensch-Natur-Beziehungen als historisches Argument genutzt werden. In geschichtsvermittelnder Hinsicht fragt sie danach, wie und welche Werte in partizipativen Formaten im Museumsbereich kommuniziert und geschaffen werden und welche neuen Möglichkeiten es für eine gegenwartsbewusste Aneignung von Geschichte in der Schule gibt. Abschließend diskutiert sie, welche Relevanz Geschichte im politischen Raum heute hat.
Der Leibniz-Forschungsverbund „Wert der Vergangenheit“ untersucht Wertbildungsprozesse ebenso wie Wertekonkurrenzen in gesellschaftlichen Auseinandersetzungen über die Vergangenheit. Er fragt nach dem Stellenwert der Vergangenheit für Gesellschaften in Geschichte und Gegenwart und er reflektiert den Orientierungswert, der der Vergangenheit für die Gegenwart und Zukunft beigemessen wird. Näheres zum Forschungsverbund finden Sie auf der Website des Verbunds: www.leibniz-wert-der-vergangenheit.de.
Das Archiv der sozialen Demokratie (AdsD) der Friedrich-Ebert-Stiftung ist die zentrale Aufbewahrungsstätte für Quellen aller Art zur Geschichte der deutschen und internationalen Arbeiter:innenbewegung und versteht sich als das ungedruckte Gedächtnis von Sozialdemokratie und Gewerkschaften, einzelnen Persönlichkeiten sowie verschiedenen Organisationen und Bewegungen aus dem Umfeld. In dieser Hinsicht bietet das AdsD Expertise zu archivischen Fragen sowie zur Public History. Letztere arbeitet an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Öffentlichkeit und Politik, um über historische und erinnerungskulturelle Fragen aufzuklären und zu Debatten beizutragen.
Valeriy Lobanovskyi. Ukrainian Football between Empire and Nationhood
English:
'Valeriy Lobanovskyi: Ukrainian Football Between Empire and Nationhood' explores the life and legacy of Valeriy Lobanovskyi (1939–2002), a revolutionary football coach and defining figure in modern Ukrainian history. Ranked by UEFA among the ten most influential coaches of all time, Lobanovskyi’s significance extends well beyond sport. In Ukraine, he became a nation-building figure whose influence reached far beyond the football pitch.