ZZF-Historiker Rüdiger Graf war zu Gast im Podcast "Vergangenheitsformen" von H-Soz-Kult. Er spricht über den Vorwurf der 'Heuchelei' in der politischen Kommunikation der Zeitgeschichte. Was sagt die Konjunktur des Begriffes über das politische System liberaler Demokratien aus – und über die Widersprüche, unter und in denen Politik stattfindet? Warum wirkt der Heucheleivorwurf so stark?
28. November 2025 - verlängert bis 14. Juni 2026 Ort: Brandenburg Museum für Zukunft, Gegenwart und Geschichte, Am Neuen Markt 9, 14467 Potsdam Öffnungszeiten: Di. bis So., 11 bis 18 Uhr, Do. 11 bis 20 Uhr Eintritt: 8 Euro, ermäßigt 5 Euro
»Komm! ins Offene, Freund« – der erste Vers eines Hölderlin-Gedichts war in der späten DDR ein beliebter Ausspruch. Die Ausstellung »Das Weite suchen«, kuratiert von Isabel Enzenbach und Anja Tack (beide ZZF), knüpft an die damit verbundene Aufforderung an und zeigt Fotografien, von Künstler*innen, die ihre Kamera nutzten, um den Blick zu öffnen. Die Ausstellung lädt zu einer neuen Auseinandersetzung mit dem Jahrzehnt der Transformation in Ostdeutschland ein – von der späten DDR bis in die Mitte der 1990er Jahre. Gezeigt werden Fotografien, die individuelle Perspektiven auf Alltag, Protest und Wandel eröffnen. Die ausgewählten Arbeiten werfen einen intimen, kritischen oder irritierenden Blick auf ein Jahrzehnt, das bis heute nachwirkt.
17. März bis zum 4. April 2026 Ort: Galerie M Books in Weimar Der Eintritt ist frei. Öffnungszeiten / Opening hours: Di / Tue – Fr 12 – 18 Uhr, Sa 10 – 18 Uhr
Das Buch zur Ausstellung hg. von Dr. Corinna Kuhr-Korolev mit den Fotos von Ansem Gaubner ist im März 2026 erschienen. Die Website der Weimarer Galerie M Books präsentiert das Buch und zeigt zahlreiche Aufnahmen.
Die Ausstellung ist finanziert durch die Europäische Union im Rahmen des WIDERA-Programms (EUROPAST Projekt, Grant Agreement No. 101079466).
Im Herbst 1991 machte sich Anselm Graubner von Weimar aus auf den Weg in ferne Regionen. Der Zufall ermöglichte es ihm, das Ende des Sozialismus an der Pazifikküste zu erleben. Als Fotokorrespondent der regionalen Zeitung Kamtschatskaja Prawda dokumentierte er die Arbeits- und Lebensbedingungen an einem Ort, der mit dem Ende des Kalten Krieges und dem Zusammenbruch der Sowjetunion seine militärische Bedeutung verlor. Daraus folgten Öffnung und Aufbruch ebenso wie Perspektivlosigkeit und Niedergang. Die Osteuropahistorikerin Corinna Kuhr-Korolev (wissenschaftliche Mitarbeiterin am ZZF in der Abteilung: Kommiunismus und Gesellschaft) sichtete gemeinsam mit Anselm Graubner den umfangreichen Bestand seiner Fotografien aus Kamtschatka und kuratierte die Fotoschau.
Das Buch und die Austellung wurden am 17. März 2026 in einem Beitrag des MDR Thüringen Journals mit Corinna Kuhr-Korolev im Interview vorgestellt.
Thälmann-Straße, Wilhelm-Pieck-Straße und die Straße der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft – alles Überbleibsel aus der DDR. In vielen ostdeutschen Städten ist die sozialistische Vergangenheit auch 35 Jahre später immer noch sichtbar. Die SED-Opferbeauftragte des Bundes, Evelyn Zupke, will das ändern.