Visual History

In der Geschichtswissenschaft hat die Bildforschung seit Mitte der 1980er-Jahre an Umfang und Bedeutung stetig zugenommen. Der Fotografie kam dabei eine Schlüsselrolle zu. Anders als Textquellen bietet sie eine unmittelbare Anschauung – von Menschen und Dingen, von Städten, Landschaften und Innenräumen. Bisher standen in der Visual History oft die Bilder selbst im Vordergrund. Doch wer produziert sie, wer wählt sie aus und verbreitet sie?
Dieser Arbeitsbereich richtet den Blick auf die an der Bildproduktion beteiligten Akteure und Institutionen: die Agenten der Bilder. Gegenstand der Forschung sind, neben der ästhetischen Wirkung, die gesellschaftlichen Bedingungen der Hervorbringung, Verbreitung und Kanonisierung von Bildbeständen.

Forschung

Projekte

Familie im Audi 80 vor um 1970 erbauten Wohnhäusern für Gastarbeiter des Volkswagenwerkes Wolfsburg nahe Kästorf. Foto: Bundesarchiv, B 145 Bild-F040746-0034 / Schaack, Lothar / CC-BY-SA 3.0, Bundesarchiv B 145 Bild-F040746-0034, Wolfsburg, Gastarbeiterfamilie mit ihrem Auto, CC BY-SA 3.0 DE

Fremde Bilder. Fotografische Identitätskonstruktionen von „(Spät-)Aussiedler*innen“ und „Gastarbeiter*innen“ in Stern und Spiegel 1950-1998

Violetta Rudolf

Assoziiertes Dissertationsprojekt

Mit einer diachronen Studie soll in dem Promotionsprojekt die bildliche Darstellung von "Gastarbeiter*innen" und "(Spät-)Aussiedler*innen" in den bundesdeutschen Printmedien zwischen 1955 und 1998 analysiert werden.

Bildnachweis: CC BY NC ND GHWK

Fotoalben deutscher Soldaten vom Überfall auf Polen 1939

Svea Hammerle

Assoziiertes Dissertationsprojekt

Das Projekt stellt das (Soldaten-)Fotoalbum ins Zentrum der Untersuchung und geht der Narrativität dieser Quellengattung nach. Einzelbilder werden mithilfe der seriell-ikonografischen Methode analysiert und mit Blick auf wiederkehrende Bildmotive und fotografische Codes ausgewertet, um Rückschlüsse auf die Mentalität und ideologische Prägung der Wehrmachtssoldaten zu ziehen.

Screenshot der Webseite Visual History

Visual History
Online-Nachschlagewerk für die historische Bildforschung

Christine Bartlitz, Karsten Borgmann

Mit dem Online-Portal visual-history.de stellt das ZZF eine Kommunikations- und Informationsplattform für die historische Bildforschung zur Verfügung. Visual History gibt aktuelle Einblicke in die wachsende Community und deren Aktivitäten und unterstützt die Vernetzung der Wissenschaftler/innen.

Selbstporträt von Sibylle Bergemann. Foto: Sibylle Bergemann, Selfportrait Sibylle Bergemann, CC BY 3.0

Verblassende Erinnerung?
Die Erfolgsgeschichte der DDR-Fotografie und ihre „Ankunft“ im Westen

Annette Schuhmann

Forschungsprojekt

Vor dem Hintergrund der Frage danach, wie das visuelle Erbe der DDR in die Vereinigungsgesellschaft „hinein“ wirkt und warum die visuelle Erinnerung an den untergegangenen Staat eine derart große Rolle in der Gegenwart spielt wird im Rahmen des Projektes Verblassende Erinnerung? zunächst die Gruppe der FotografInnen untersucht. In lebensgeschichtlichen Interviews wird nach den Wegen der Professionalisierung, dem professionellen Selbstverständnis, ihrem eigenen Blick auf die DDR-Gesellschaft und schließlich nach Ihren Erfahrungen mit der Zäsur „1989“ und ihrer „Ankunft“ im Westen gefragt.

Felice Schragenheim mit Koffergrammophon auf der Terrasse, Berlin 1934; Jüdisches Museum Berlin, Inv.-Nr. 2006/37/252, Schenkung von Elisabeth Wust

Deutsch-jüdische Privatfotografie 1928-1938

Robert Mueller-Stahl

Assoziiertes Dissertationsprojekt

Das Projekt untersucht deutsch-jüdische Lebens- und Erfahrungswelten am Übergang von der Weimarer Republik in die nationalsozialistische Diktatur durch die Linse privater Fotografien

Horst Sturm, Bildberichterstatter des Illus-Bilderdienstes und ADN-Fotograf (Bundesarchiv Bild 183-12211-0005 · CC BY-SA 3.0 DE)

Zentralbild. Sozialistische Bildpolitik im internationalen Kontext
(Buchprojekt)

Annette Vowinckel

1952 wurde in der DDR die staatliche Bildagentur Zentralbild gegründet, die 1956 der Nachrichtenagentur ADN angegliedert wurde. Der Grundbestand an Bildern stammte aus dem umfangreichen Archiv des Berliner Scherl-Verlags, doch die neue Agentur stellte bald auch eigene Fotograf*innen ein, die Nachrichtenbilder und Fotoreportagen produzierten. Mit photo international wurde Mitte der 1960er-Jahre eine internationale Abteilung gegründet, die vor allem den Bildaustausch mit den sozialistischen Bruderländern, aber auch mit dem westlichen Ausland organisierte. Viele der von Zentralbild produzierten Bilder sind farblose "Protokollfotografien" – wie sie auch intern genannt wurden. Daneben finden sich aber auch ästhetisch anspruchsvolle, manchmal gar subversive Bilder, die ganz eigenen Logiken folgten.

Visual History

In der Geschichtswissenschaft hat die Bildforschung seit Mitte der 1980er-Jahre an Umfang und Bedeutung stetig zugenommen. Der Fotografie kam dabei eine Schlüsselrolle zu. Anders als Textquellen bietet sie eine unmittelbare Anschauung – von Menschen und Dingen, von Städten, Landschaften und Innenräumen. Bisher standen in der Visual History oft die Bilder selbst im Vordergrund. Doch wer produziert sie, wer wählt sie aus und verbreitet sie?
Dieser Arbeitsbereich richtet den Blick auf die an der Bildproduktion beteiligten Akteure und Institutionen: die Agenten der Bilder. Gegenstand der Forschung sind, neben der ästhetischen Wirkung, die gesellschaftlichen Bedingungen der Hervorbringung, Verbreitung und Kanonisierung von Bildbeständen.

Forschung

Projekte

Familie im Audi 80 vor um 1970 erbauten Wohnhäusern für Gastarbeiter des Volkswagenwerkes Wolfsburg nahe Kästorf. Foto: Bundesarchiv, B 145 Bild-F040746-0034 / Schaack, Lothar / CC-BY-SA 3.0, Bundesarchiv B 145 Bild-F040746-0034, Wolfsburg, Gastarbeiterfamilie mit ihrem Auto, CC BY-SA 3.0 DE

Fremde Bilder. Fotografische Identitätskonstruktionen von „(Spät-)Aussiedler*innen“ und „Gastarbeiter*innen“ in Stern und Spiegel 1950-1998

Violetta Rudolf

Assoziiertes Dissertationsprojekt

Mit einer diachronen Studie soll in dem Promotionsprojekt die bildliche Darstellung von "Gastarbeiter*innen" und "(Spät-)Aussiedler*innen" in den bundesdeutschen Printmedien zwischen 1955 und 1998 analysiert werden.

Bildnachweis: CC BY NC ND GHWK

Fotoalben deutscher Soldaten vom Überfall auf Polen 1939

Svea Hammerle

Assoziiertes Dissertationsprojekt

Das Projekt stellt das (Soldaten-)Fotoalbum ins Zentrum der Untersuchung und geht der Narrativität dieser Quellengattung nach. Einzelbilder werden mithilfe der seriell-ikonografischen Methode analysiert und mit Blick auf wiederkehrende Bildmotive und fotografische Codes ausgewertet, um Rückschlüsse auf die Mentalität und ideologische Prägung der Wehrmachtssoldaten zu ziehen.

Screenshot der Webseite Visual History

Visual History
Online-Nachschlagewerk für die historische Bildforschung

Christine Bartlitz, Karsten Borgmann

Mit dem Online-Portal visual-history.de stellt das ZZF eine Kommunikations- und Informationsplattform für die historische Bildforschung zur Verfügung. Visual History gibt aktuelle Einblicke in die wachsende Community und deren Aktivitäten und unterstützt die Vernetzung der Wissenschaftler/innen.

Selbstporträt von Sibylle Bergemann. Foto: Sibylle Bergemann, Selfportrait Sibylle Bergemann, CC BY 3.0

Verblassende Erinnerung?
Die Erfolgsgeschichte der DDR-Fotografie und ihre „Ankunft“ im Westen

Annette Schuhmann

Forschungsprojekt

Vor dem Hintergrund der Frage danach, wie das visuelle Erbe der DDR in die Vereinigungsgesellschaft „hinein“ wirkt und warum die visuelle Erinnerung an den untergegangenen Staat eine derart große Rolle in der Gegenwart spielt wird im Rahmen des Projektes Verblassende Erinnerung? zunächst die Gruppe der FotografInnen untersucht. In lebensgeschichtlichen Interviews wird nach den Wegen der Professionalisierung, dem professionellen Selbstverständnis, ihrem eigenen Blick auf die DDR-Gesellschaft und schließlich nach Ihren Erfahrungen mit der Zäsur „1989“ und ihrer „Ankunft“ im Westen gefragt.

Felice Schragenheim mit Koffergrammophon auf der Terrasse, Berlin 1934; Jüdisches Museum Berlin, Inv.-Nr. 2006/37/252, Schenkung von Elisabeth Wust

Deutsch-jüdische Privatfotografie 1928-1938

Robert Mueller-Stahl

Assoziiertes Dissertationsprojekt

Das Projekt untersucht deutsch-jüdische Lebens- und Erfahrungswelten am Übergang von der Weimarer Republik in die nationalsozialistische Diktatur durch die Linse privater Fotografien

Horst Sturm, Bildberichterstatter des Illus-Bilderdienstes und ADN-Fotograf (Bundesarchiv Bild 183-12211-0005 · CC BY-SA 3.0 DE)

Zentralbild. Sozialistische Bildpolitik im internationalen Kontext
(Buchprojekt)

Annette Vowinckel

1952 wurde in der DDR die staatliche Bildagentur Zentralbild gegründet, die 1956 der Nachrichtenagentur ADN angegliedert wurde. Der Grundbestand an Bildern stammte aus dem umfangreichen Archiv des Berliner Scherl-Verlags, doch die neue Agentur stellte bald auch eigene Fotograf*innen ein, die Nachrichtenbilder und Fotoreportagen produzierten. Mit photo international wurde Mitte der 1960er-Jahre eine internationale Abteilung gegründet, die vor allem den Bildaustausch mit den sozialistischen Bruderländern, aber auch mit dem westlichen Ausland organisierte. Viele der von Zentralbild produzierten Bilder sind farblose "Protokollfotografien" – wie sie auch intern genannt wurden. Daneben finden sich aber auch ästhetisch anspruchsvolle, manchmal gar subversive Bilder, die ganz eigenen Logiken folgten.