Doktorand_innenforum

Das Doktorand_innenforum ist eine jährliche wissenschaftliche Tagung zu aktuellen Themen der Zeitgeschichte, die auswärtigen Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit bietet, ihre Promotionsvorhaben am ZZF vorzustellen und zu diskutieren. Die Doktorandinnen und Doktoranden des ZZF übernehmen die thematische Konzeption und die Organisation der Konferenzen.

16. Potsdamer Doktorand_innenforum zur Zeitgeschichte

"Sozialismus als Erfahrung und Erinnerung.
Junge Forschung im etablierten Feld"

Zeit: 21.- 22. Februar 2019
Ort: Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam

CfP 16. Potsdamer Doktorand_innenforum zur Zeitgeschichte 21.-22. Februar 2019 (pdf)

Call for Papers

Die sozialistische Erfahrung und deren Verarbeitung ist momentan in aller Munde – sei es als Vergleichsfolie zu Migrationserfahrungen oder als möglicher Erklärungsansatz für die jüngsten Erfolge populistischer und autoritärer Gruppierungen sowie Parteien. Diese aktuellen Debatten und das 30. Jubiläum von „1989“ bieten Anlass, zum einen Erfahrungen in den sozialistischen Gesellschaftsordnungen des ehemaligen „Ostblocks“ zu reflektieren und zum anderen zu diskutieren, wie die jeweiligen Lebenswelten nach dem Umbruch erinnert wurden und werden: Inwiefern waren Entwicklungen nach 1989/90 durch den Sozialismus historisch vorgrundiert und wie wird mit dem sozialistischen Erbe im Rahmen von Aufarbeitung und Erinnerung umgegangen?

Promovierende der Zeitgeschichte oder einer Nachbardisziplin sind aufgerufen, ihre Arbeiten anhand erster inhaltlicher Ergebnisse im Rahmen des 16. Doktorand_innenforums am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) vorzustellen. Die wissenschaftliche Tagung behandelt die Epoche des sowjetisch geprägten Sozialismus im Europa der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und dessen Transformation(en). Die Untersuchungen können dabei bis in die Gegenwart reichen. Es sollen sowohl der Erfahrungs- als auch der Erinnerungsbegriff in ihrer gesamten Bandbreite abgedeckt und auf mehreren Ebenen operationalisiert werden. Um vielfältige sowie disparate Erfahrungen in den Blick zu nehmen und verschiedene methodische Zugänge abzudecken, können die einzureichenden Beiträge in den folgenden und thematisch verwandten Feldern angesiedelt sein:

Experiencing Socialism:
- Betrachtung von Erfahrung und Erinnerung als individuelle oder als Kollektivphänomene innerhalb (post-)sozialistischer Gesellschaften und sozialer Gruppen
- diskursive Verhandlung von Erfahrung und Erinnerung im (Post-)Sozialismus

Doing Socialism:
- soziale und performative Praktiken im Staatssozialismus und danach

Feeling Socialism:
- emotions- und sinnesgeschichtliche Studien zum Staatssozialismus und zur Transformationszeit: Deutung von Erfahrungen auf nicht-diskursiven Ebe(körperlich, affektiv, sinnlich)

Remembering Socialism:
-Erinnerung an den Sozialismus und dessen Transformation und (politische) Kapitalisierung des Erinnerns
- Aufarbeitung von Sozialismus (bzw. auch bereits von Transformation) als formaler sowie emotionaler Prozess

Da diese – sich lediglich als Anregung verstehenden – Themenfelder zeitlich nicht zwangsläufig auf die Zeit vor 1989 begrenzt sein sollen, bietet sich zudem die Behandlung der Erfahrungen des Wandels sowie des Einbringens des sozialistischen Erbes in die Transformationszeit an. Auf diese Weise kann nicht nur der Frage nach Brüchen und Kontinuitäten nachgegangen werden, auch kann aufgezeigt werden, inwiefern, mit Koselleck gesprochen, inmitten politischer Umbrüche „sich die alten Erwartungen an den neuen Erfahrungen ab[arbeiten] (Reinhart Koselleck, Vergangene Zukunft. Zur Semantik geschichtlicher Zeiten, 2. Aufl., Frankfurt am Main 1992, S. 374).

Tagungskonzept
Das Tagungskonzept sieht vor, die Projekte und erste Ergebnisse vorzustellen, untereinander zu besprechen und von etablierten Forschenden – vornehmlich aus dem ZZF – kommentieren zu lassen. Überdies ist neben diesem inhaltlichen Tagungspart geplant, die jeweiligen Forschungsansätze und damit verbundene methodische und forschungspraktische Herausforderungen und Schwierigkeiten im Rahmen eines angegliederten Workshops gemeinsam zu diskutieren.

Abstracts
Promovierende und junge Forschende können bis zum 31. Oktober 2018 ein Abstract mit maximal 500 Wörtern auf Deutsch oder Englisch sowie einen knappen akademischen Lebenslauf einreichen, per E-Mail an:
doktorandenforum [at] zzf-potsdam.de
Die Tagung findet am 21. und 22. Februar 2019 in Potsdam am ZZF statt. Die Konferenzsprache ist Deutsch; Referate können auch auf Englisch gehalten werden. Die Dauer der Präsentation soll 20 Minuten nicht überschreiten.
Den Referent_innen kann ein Zuschuss zu Reise- und Unterkunftskosten gewährt werden.
Interessierte, die nicht vortragen möchten, sind herzlich willkommen, als Gäste auf eigene Kosten teilzunehmen.

Organisation und Kontakt:
Christopher Banditt, Nikolai Okunew, Henrike Voigtländer (Doktorand_innen am ZZF Potsdam)
E-Mail: doktorandenforum [at] zzf-potsdam.de

 

Zum Archiv des Doktorand_innenforums (seit 2004)

 

 

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