Abteilung I: Kommunismus und Gesellschaft

 

Leitung: Dr. Jens Gieseke, N.N.

Der Kommunismus als diktatorische Staats- und Gesellschaftsordnung und als intellektuelle Welt war eines der prägenden Phänomene im Europa des 20. Jahrhunderts. Der Umgang mit seinem Erbe gehört zu den zentralen Problemfeldern des historischen Bewusstseins der Gegenwart. In einem integrierten Ansatz von Politik-, Gesellschafts- und Kulturgeschichte zielen die Forschungsvorhaben auf ein vertieftes Verständnis für die verschiedenen zeitgeschichtlichen Dimensionen dieser historischen Formation. 

Ein traditioneller Schwerpunkt der Kommunismusforschung am ZZF ist die Gesellschaftsgeschichte der DDR. Die Forscherinnen und Forscher konzentrieren sich hier auf die soziale Praxis der Herrschaft, insbesondere auf die Geschichte der Staatspartei SED, auf die Durchsetzungsmuster gegenüber verschiedenen sozialen Milieus sowie auf die Gewaltpraktiken der Parteiherrschaft. Besonderer Wert wird auf die Verknüpfung der nationalgeschichtlichen Kommunismusstudien zu einem länderübergreifenden, transnationalen Geschichtsverständnis gelegt. Die Untersuchungen werden daher mit vergleichenden sozial- und kulturgeschichtlichen Studien zu den Staaten Ostmitteleuropas, vor allem zu Polen und der CSSR verbunden. Zugleich beziehen die Forschungsprojekte die anderen europäischen kommunistischen Systeme, insbesondere die Sowjetunion nach 1945 sowie die intellektuellen Strömungen des westeuropäischen Kommunismus mit ein. 

Ausgehend von der diktatorischen Verfassung und dem totalitären Charakter der Denkwelt des Kommunismus als Herrschaftssystem fragt diese Kommunismusforschung nach dem Innenleben und den Wandlungsprozessen der Gesellschaften sowie nach der Wirkungsmacht sozialer und mentaler Prägungen. Ein Schwerpunkt der weiteren Forschung liegt auf der Dokumentation und Analyse des Verfalls und Untergangs dieser Machtordnung in Europa und dem Übergang zu den liberaldemokratischen postkommunistischen Gesellschaftsordnungen.

Die Kommunismusforschung am ZZF ist in hohem Maße international vernetzt.
Eine Übersicht (Stand: 2014) finden Sie hier

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Die lange Geschichte der „Wende“ zielt darauf, über die Zäsur von 1989/90 hinweg den gesellschaftlichen Wandel zu rekonstruieren, der die friedliche Revolution und die Transformation ermöglicht und geprägt hat.

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The project is an international collaboration within the D-A-CH programme between Prof. Dr. Thomas Lindenberger, Center for Contemporary History (ZZF) Potsdam, Germany, and Prof. Dr. Philipp Ther, University of Vienna, Austria, financed by the DFG, Germany, as the Lead Agency, and the FWF,...

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Veröffentlichungen und Veranstaltungen aus Anlass des 100. Jahrestages der Oktoberrevolution.

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MfS-Entwicklungshilfe - Die ostdeutsche Volksmeinung - Sozialgeschichte der SED-Diktatur - Alternative Lebenskonzepte in Ost und West - Auswirkungen des Mauerbaus

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Kooperationsprojekt mit dem Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Gefördert durch die Bundesstiftung für die Aufarbeitung der SED-Diktatur

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Ziel des Projektes ist es, die Rolle physischer Gewalt und ihrer Legitimation und Delegitimation als Indikator für die Desintegration der staatssozialistischen Systeme in Osteuropa zu analysieren.

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Die UdSSR und die deutsche Frage - Moskau und Chicago - Westemigranten - Die neue Linke und die Theorie - Havarie - Sexismus in der DDR - Pforzheim-Stadt des Ankommens - Zeithistoriker im Kalten Krieg - Volkspolizei im sozialistischen Rumänien - politisch motivierte Zwangsadoptionen in der DDR...

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