Masterstudiengang Public History

Die Freie Universität Berlin und das ZZF bieten seit dem Wintersemester 2008/09 gemeinsam den anwendungsorientierten, konsekutiven Masterstudiengang Public History an. Damit wird dem hohen medialen Interesse an Geschichte sowie der gewachsenen gesellschaftlichen Bedeutung von Museen, Gedenkstätten und anderen historischen Lernorten Rechnung getragen. Der in dieser Form einmalige Studiengang qualifiziert seine Absolventen*innen insbesondere für solche Tätigkeiten, die die Aufbereitung und Vermittlung fachwissenschaftlicher Erkenntnisse in einem breiten öffentlichen Kontext erfordern. Dazu zählt unter anderem die Tätigkeit in Medien, Verlagen, Museen, Gedenkstätten, Verbänden, Stiftungen und Unternehmen. 

Gegenstand des Studiums

Zulassungsvoraussetzungen

Studienaufbau

Bewerbung

Studien- und Prüfungsordnung/Vergabesatzung

Kenndaten

Homepage: public-history.fu-berlin.de

 

Kooperationsprojekt zwischen der Freien Universität Berlin und dem Lernort Keibelstraße

Seit Mai 2019 erarbeiten Studierende des Masterstudiengangs Public History der Freien Universität Berlin in Kooperation mit dem Lernort Keibelstraße drei Module für das pädagogische Programm des Lernortes.
Die Studierenden recherchieren Material und konzipieren auf dieser Basis Lernwerkstätten, die anschließend für die Bildungsarbeit des Lernortes genutzt werden sollen. Der inhaltliche Fokus liegt auf der Geschichte des Gefängnis Keibelstraße in Verbindung zur Reaktion von DDR-Bürger*innen auf den Einmarsch in die ČSSR 1968, zur Kriminalisierung und Verfolgung von Menschen mit sogenannten „abweichenden Sexualitäten“ sowie zur Verhaftung von Fans des Fußballklubs Union Berlin.
Von Oktober 1951 bis Sommer 1990 befand sich im damaligen Präsidium der Volkspolizei die Untersuchungshaftanstalt Keibelstraße (UHA Berlin-Mitte, später UHA II). Hier saßen vor allem Untersuchungshäftlinge ein, oft nur für einige Stunden, manchmal aber auch über mehrere Tage oder sogar für einige Monate. Außerdem waren bereits verurteilte Strafgefangene inhaftiert, die mitunter nur zeitweise in die UHA Keibelstraße verlegt wurden oder nur kurze Strafen abzusitzen hatten.

In dem im Februar 2019 eröffneten Lernort Keibelstraße werden sowohl die Geschichte der Untersuchungshaftanstalt und die Haftbedingungen präsentiert als auch die Haftgründe anhand verschiedener Fallbeispiele erläutert. An den Haftgründen setzt das Projekt der Studierenden an und untersucht konkret, warum einzelne Personen als Gefahr für die Gesellschaft der DDR betrachtet wurden.
Die Ergebnisse des Projektes werden im Januar 2020 dem Lernort übergeben.

Projektteam: Karolína Bukovská, Lucas Frings, Jona Schapira
Projektleitung: Birgit Marzinka (Lernort Keibelstraße), Irmgard Zündorf (ZZF Potsdam)
Kontakt: zuendorf [at] zzf-potsdam.de

Der Lernort Keibelstraße ist Kooperationspartner des ZZF: www.keibelstrasse.de

 

Deutsche Medienberichterstattung über den Eichmann-Prozess

Die Berichterstattung über den Eichmann-Prozess in Jerusalem 1961 gilt als eines der ersten internationalen Medienereignisse. Sie diente nicht nur dazu, die nationalsozialistische Vernichtungspolitik einer breiten Öffentlichkeit bekanntzumachen, sondern stand auch ganz im Zeichen des Kalten Krieges. Als solche instrumentalisierte sowohl die Bundesrepublik Deutschland als auch die DDR die Verhandlung, um den jeweils anderen deutschen Staat zu diskreditieren. Im Rahmen des geplanten Projekts sollen auf einer DVD zeitgenössische Videoausschnitte, Tondokumente sowie Zeitungsartikel zusammengetragen, kommentiert und so der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

Der zum Zeitpunkt des Prozesses 55-jährige Adolf Eichmann stand als Leiter des Referats IV B 4 des Reichssicherheitshauptamtes 1961 in Israel vor Gericht, da er während der Zeit des Nationalsozialismus vor allem die Deportationen der europäischen Jüdinnen und Juden in die Ghettos, Arbeitslager und Vernichtungsorte geplant und beaufsichtigt hatte. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges floh Eichmann 1946 aus der US-Haft und lebte für einige Jahre als Holzarbeiter in der Lüneburger Heide. Unter dem Namen Ricardo Klement gelang ihm 1950 die Flucht nach Argentinien, wo er sich für die nächsten zehn Jahre niederließ. Im Mai 1960 wurde er vom israelischen Geheimdienst Mossad nach Israel entführt und knapp ein Jahr später dort vor Gericht gestellt. Bis zur Verkündung seines Todesurteils am 15. Dezember 1961 „wurden mehr als einhundert Zeugen gehört und über 1500 belastende Dokumente vorgelegt“.[IZ1] 

Der Prozess gegen den berüchtigten „Schreibtischtäter“ Adolf Eichmann erregte weltweites Aufsehen. Journalist*innen, Fernseh- und Hörfunkkorrespondent*innen aus aller Welt verfolgten direkt im Gerichtssaal den Prozess. Um die Verhandlung zu dokumentieren, erhielt die US-amerikanische Produktionsfirma Capital Cities die exklusive Drehgenehmigung im Gerichtssaal. Die von Capital Cities verwendeten Videos ermöglichten es, die Aufnahmen noch am gleichen Tag zu verschicken. Das Bildmaterial vom Gerichtssaal aus Jerusalem wurde in über 38 Ländern ausgestrahlt. Meist wurden die Aufnahmen in größere Dokumentationen oder Nachrichtensendungen eingebunden. Auch die beiden deutschen Länder berichteten in verschiedenen Medien regelmäßig über den Eichmann-Prozess. Welche Aufnahmen wurden für die Berichterstattung ausgewählt, wie wurden sie kommentiert und kontextualisiert und wie wurden sie schließlich benutzt, um auf das jeweils andere Deutschland einzugehen?

Im Rahmen des Projekts werden ost- und westdeutsche Printmedien, Beiträge aus Nachrichtensendungen sowie Spiel- und Dokumentarfilme aus den Jahren 1961-1962 ausgewertet, Material für die DVD ausgewählt und Hintergrundinformationen zusammengestellt.

Projektleitung: Dr. Irmgard Zündorf (Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam) und Dr. Judith Keilbach (Universität Utrecht)
Projektbearbeiterinnen: Tabea Georges, Linda Graul, Anna Kokenge, Vivien Püschel und Laura Zimmermann (Studentinnen des Public History Masterprogramms der Freien Universität Berlin und des ZZF)

 
International Blended Learning Seminar, October 14 to December 20 2019

Europe. Practices, Narratives, Spaces of Memory

The MA seminar with participants from Lucerne, Paris, Cologne, Berlin, Nijmegen and Krakow focuses on the analysis of the construction, usage and transformation of practices and narratives of memory of Europe / with regard to Europe by different agents in the public sphere, such as museums, monuments, literature and film, architecture, media and political agents. With regard to European myths the spatial dimension – imagined spaces, transnational entanglements, borders and the construction of ‘external others’ – is of special interest. In a digital classroom, students will collaborate with their international colleagues and exchange ideas, reflect about texts and analyse primary sources in various formats (e.g. short collaboratively elaborated papers, blogs, chats, forums, etc.). In addition to online collaboration, the seminar will bring students together for a two-day workshop in Brussels, which will be organised at the House of European History. This workshop will enable students to apply conceptual and theoretical approaches and explore the dimensions of memory and identity with regard to institutions of public history, especially museums.

  • English is the main language of communication.
  • Participants are MA students in the study programmes of the six partner Universities.
  • Instructional modes:

- weekly group discussion and collaboration on Moodle
- mandatory two-day workshop in Brussels (trip and accommodation financed)
- short written assignments

  • Students will acquire 3 ECTS for participation and activities during the semester. Additional ECTS are possible in relation to additional work done according to the requirements of the respective University.
  • Semester dates: October 14 to December 20, 2019
  • The number of participants is limited. Please contact the respective Professor of your University.

The number of participants is limited. Please contact the respective Professor of your University.

Flyer International Blended Learning Seminar "Europe. Practices, Narratives, Spaces of Memory" (pdf)

 

Internationaler Workshop „Rethinking Memory Culture“, 30.9. bis 10.10.2018 in Łódź, Polen

Organisation: Volda University College (Norwegen), die Hochschule Ostwestfalen-Lippe, die Universität Łódź (Polen), das Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) und das Centrum Dialogu Marek Edelmann in Łódź
Ein Bericht von Anna Linnéa Herrmann, Michaela Hofmann, Mariane Pöschel, Anna Schattschneider, Charlotte Wittenius und Irmgard Zündorf

Unter dem Motto „Rethinking Memory Culture“ kamen 20 Studierende des Graphic Designs und des Journalismus aus Norwegen, der Künste aus Polen und der Filmwissenschaften sowie der Public History aus Deutschland Anfang Oktober für zehn Tage in Łódź (Polen) zusammen, um Konzepte zur Erinnerung an das Ghetto Litzmannstadt zu entwickeln. Neben der Auseinandersetzung mit der Geschichte des Ghettos, das von 1939 bis 1944 im von Deutschland besetzen Polen bestand, lag der Fokus auf der interdisziplinären und internationalen Arbeit. Es entstanden vielseitige und multiperspektivische Konzeptideen, die zum Abschluss des Workshops im Auditorium des Centrum Dialogu Marek Edelmann öffentlich präsentiert wurden: So u.a. die Idee ein langfristiges Kommunikationsnetzwerk zwischen Einwohnerinnen und Einwohnern aber auch den Besucherinnen und Besuchern in Lodz zu kreieren und z.B. ein App oder Website einzurichten. Auch das Konzept eines interaktives Dramas für Schülerinnen und Schüler wurde vorgestellt. Es soll dabei helfen, Jugendlichen die Geschichte des Ghettos Litzmannstadt auf einer persönlichen Ebene nahe zu bringen und sie aktiv in den Lernprozess zu involvieren. Mehr

 

Summer School in Pontinia (Italien),  27.4. bis 6.5.2018 in Pontinia (Italien)

Rethinking the Rural Landscape. Gemeinsam Analysieren, Erarbeiten, Präsentieren und Vorausdenken der Landschaft
Ein Bericht von Johanna Blender, Ulli Engst, Marcel Haug, Bettina Köhler und Irmgard Zündorf

Vom 27. April bis zum 6. Mai 2018 fand in Pontinia (Italien) die gemeinsame Summer School Rethinking the Rural Landscape. Gemeinsam Analysieren, Erarbeiten, Präsentieren und Vorausdenken der Landschaft der Technischen Universität Berlin und des Politecnico di Milano mit dem Masterstudiengang Public History der Freien Universität Berlin statt. Die Summer School wurde in Kooperation mit MAP – Museo dell‘agro Pontino durchgeführt und durch den DAAD finanziert.
Ziel war es, die Auswirkung der faschistischen Ideologie auf die Region seit ihrer Trockenlegung verständlich zu machen. Dafür erforschten Architekturstudierende, Stadtplaner und Public Historians Pontinia und seine Umgebung mit verschiedenen interdisziplinären Methoden. Sie kartierten die Stadt und ihr Umfeld, sichteten historische Materialien – vor allem Fotos – im Museo dell‘agro Pontino und interviewten Einwohner der Region. Zum Abschluss entwickelten die Studierenden Präsentationen ihrer Ergebnisse, die in einer öffentlichen Veranstaltung vor Ort vorgestellt wurden. Mehr

 

Publikationen:

Irmgard Zündorf und Martin Lücke haben eine Einführung in die Public History verfasst, die 2018 erschienen ist. Dieses Studienbuch bietet einen Einblick in Theorie und Praxis der Public History. Es vermittelt Grundlagen für die Auseinandersetzung mit Geschichte in der Öffentlichkeit und ihren Präsentationsformen.


 
Siehe dazu auch das Interview mit Irmgard Zündorf und Martin Lücke über "Geschichte in der Öffentlichkeit", auf L.I.S.A., dem Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung
 

Zur Unterstützung der Lehre ist zudem bei UTB 2016 die Schriftenreihe „Public History – Geschichte in der Praxis“ gestartet. In der Reihe werden an Bedeutung zunehmende Themen- und Tätigkeitsfelder vorgestellt, die sich mit Geschichte außerhalb der Universität und der Schule beschäftigen. Behandelt wird jeweils der Stand der Forschung, die Entwicklung einzelner Methoden, die praktische Umsetzung und berufliche Einsatzfelder. Die Reihe wird von Irmgard Zündorf und Stefanie Samida herausgegeben.

Band 3,  Thomas Thiemeyer setzt sich mit "Geschichte im Museum" auseinander.

Band 2 stammt von Thomas Fischer und Thomas Schuhbauer und ist dem Thema "Geschichte in Film und Fernsehen" gewidmet.

 

 

 

 

 

 

 

Band 1, geschrieben von Hilmar Sack, beschäftigt sich mit "Geschichte im politischen Raum".

Public History

Masterstudiengang Public History

Die Freie Universität Berlin und das ZZF bieten seit dem Wintersemester 2008/09 gemeinsam den anwendungsorientierten, konsekutiven Masterstudiengang Public History an. Damit wird dem hohen medialen Interesse an Geschichte sowie der gewachsenen gesellschaftlichen Bedeutung von Museen, Gedenkstätten und anderen historischen Lernorten Rechnung getragen. Der in dieser Form einmalige Studiengang qualifiziert seine Absolventen*innen insbesondere für solche Tätigkeiten, die die Aufbereitung und Vermittlung fachwissenschaftlicher Erkenntnisse in einem breiten öffentlichen Kontext erfordern. Dazu zählt unter anderem die Tätigkeit in Medien, Verlagen, Museen, Gedenkstätten, Verbänden, Stiftungen und Unternehmen. 

Gegenstand des Studiums

Zulassungsvoraussetzungen

Studienaufbau

Bewerbung

Studien- und Prüfungsordnung/Vergabesatzung

Kenndaten

Homepage: public-history.fu-berlin.de

 

Kooperationsprojekt zwischen der Freien Universität Berlin und dem Lernort Keibelstraße

Seit Mai 2019 erarbeiten Studierende des Masterstudiengangs Public History der Freien Universität Berlin in Kooperation mit dem Lernort Keibelstraße drei Module für das pädagogische Programm des Lernortes.
Die Studierenden recherchieren Material und konzipieren auf dieser Basis Lernwerkstätten, die anschließend für die Bildungsarbeit des Lernortes genutzt werden sollen. Der inhaltliche Fokus liegt auf der Geschichte des Gefängnis Keibelstraße in Verbindung zur Reaktion von DDR-Bürger*innen auf den Einmarsch in die ČSSR 1968, zur Kriminalisierung und Verfolgung von Menschen mit sogenannten „abweichenden Sexualitäten“ sowie zur Verhaftung von Fans des Fußballklubs Union Berlin.
Von Oktober 1951 bis Sommer 1990 befand sich im damaligen Präsidium der Volkspolizei die Untersuchungshaftanstalt Keibelstraße (UHA Berlin-Mitte, später UHA II). Hier saßen vor allem Untersuchungshäftlinge ein, oft nur für einige Stunden, manchmal aber auch über mehrere Tage oder sogar für einige Monate. Außerdem waren bereits verurteilte Strafgefangene inhaftiert, die mitunter nur zeitweise in die UHA Keibelstraße verlegt wurden oder nur kurze Strafen abzusitzen hatten.

In dem im Februar 2019 eröffneten Lernort Keibelstraße werden sowohl die Geschichte der Untersuchungshaftanstalt und die Haftbedingungen präsentiert als auch die Haftgründe anhand verschiedener Fallbeispiele erläutert. An den Haftgründen setzt das Projekt der Studierenden an und untersucht konkret, warum einzelne Personen als Gefahr für die Gesellschaft der DDR betrachtet wurden.
Die Ergebnisse des Projektes werden im Januar 2020 dem Lernort übergeben.

Projektteam: Karolína Bukovská, Lucas Frings, Jona Schapira
Projektleitung: Birgit Marzinka (Lernort Keibelstraße), Irmgard Zündorf (ZZF Potsdam)
Kontakt: zuendorf [at] zzf-potsdam.de

Der Lernort Keibelstraße ist Kooperationspartner des ZZF: www.keibelstrasse.de

 

Deutsche Medienberichterstattung über den Eichmann-Prozess

Die Berichterstattung über den Eichmann-Prozess in Jerusalem 1961 gilt als eines der ersten internationalen Medienereignisse. Sie diente nicht nur dazu, die nationalsozialistische Vernichtungspolitik einer breiten Öffentlichkeit bekanntzumachen, sondern stand auch ganz im Zeichen des Kalten Krieges. Als solche instrumentalisierte sowohl die Bundesrepublik Deutschland als auch die DDR die Verhandlung, um den jeweils anderen deutschen Staat zu diskreditieren. Im Rahmen des geplanten Projekts sollen auf einer DVD zeitgenössische Videoausschnitte, Tondokumente sowie Zeitungsartikel zusammengetragen, kommentiert und so der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

Der zum Zeitpunkt des Prozesses 55-jährige Adolf Eichmann stand als Leiter des Referats IV B 4 des Reichssicherheitshauptamtes 1961 in Israel vor Gericht, da er während der Zeit des Nationalsozialismus vor allem die Deportationen der europäischen Jüdinnen und Juden in die Ghettos, Arbeitslager und Vernichtungsorte geplant und beaufsichtigt hatte. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges floh Eichmann 1946 aus der US-Haft und lebte für einige Jahre als Holzarbeiter in der Lüneburger Heide. Unter dem Namen Ricardo Klement gelang ihm 1950 die Flucht nach Argentinien, wo er sich für die nächsten zehn Jahre niederließ. Im Mai 1960 wurde er vom israelischen Geheimdienst Mossad nach Israel entführt und knapp ein Jahr später dort vor Gericht gestellt. Bis zur Verkündung seines Todesurteils am 15. Dezember 1961 „wurden mehr als einhundert Zeugen gehört und über 1500 belastende Dokumente vorgelegt“.[IZ1] 

Der Prozess gegen den berüchtigten „Schreibtischtäter“ Adolf Eichmann erregte weltweites Aufsehen. Journalist*innen, Fernseh- und Hörfunkkorrespondent*innen aus aller Welt verfolgten direkt im Gerichtssaal den Prozess. Um die Verhandlung zu dokumentieren, erhielt die US-amerikanische Produktionsfirma Capital Cities die exklusive Drehgenehmigung im Gerichtssaal. Die von Capital Cities verwendeten Videos ermöglichten es, die Aufnahmen noch am gleichen Tag zu verschicken. Das Bildmaterial vom Gerichtssaal aus Jerusalem wurde in über 38 Ländern ausgestrahlt. Meist wurden die Aufnahmen in größere Dokumentationen oder Nachrichtensendungen eingebunden. Auch die beiden deutschen Länder berichteten in verschiedenen Medien regelmäßig über den Eichmann-Prozess. Welche Aufnahmen wurden für die Berichterstattung ausgewählt, wie wurden sie kommentiert und kontextualisiert und wie wurden sie schließlich benutzt, um auf das jeweils andere Deutschland einzugehen?

Im Rahmen des Projekts werden ost- und westdeutsche Printmedien, Beiträge aus Nachrichtensendungen sowie Spiel- und Dokumentarfilme aus den Jahren 1961-1962 ausgewertet, Material für die DVD ausgewählt und Hintergrundinformationen zusammengestellt.

Projektleitung: Dr. Irmgard Zündorf (Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam) und Dr. Judith Keilbach (Universität Utrecht)
Projektbearbeiterinnen: Tabea Georges, Linda Graul, Anna Kokenge, Vivien Püschel und Laura Zimmermann (Studentinnen des Public History Masterprogramms der Freien Universität Berlin und des ZZF)

 
International Blended Learning Seminar, October 14 to December 20 2019

Europe. Practices, Narratives, Spaces of Memory

The MA seminar with participants from Lucerne, Paris, Cologne, Berlin, Nijmegen and Krakow focuses on the analysis of the construction, usage and transformation of practices and narratives of memory of Europe / with regard to Europe by different agents in the public sphere, such as museums, monuments, literature and film, architecture, media and political agents. With regard to European myths the spatial dimension – imagined spaces, transnational entanglements, borders and the construction of ‘external others’ – is of special interest. In a digital classroom, students will collaborate with their international colleagues and exchange ideas, reflect about texts and analyse primary sources in various formats (e.g. short collaboratively elaborated papers, blogs, chats, forums, etc.). In addition to online collaboration, the seminar will bring students together for a two-day workshop in Brussels, which will be organised at the House of European History. This workshop will enable students to apply conceptual and theoretical approaches and explore the dimensions of memory and identity with regard to institutions of public history, especially museums.

  • English is the main language of communication.
  • Participants are MA students in the study programmes of the six partner Universities.
  • Instructional modes:

- weekly group discussion and collaboration on Moodle
- mandatory two-day workshop in Brussels (trip and accommodation financed)
- short written assignments

  • Students will acquire 3 ECTS for participation and activities during the semester. Additional ECTS are possible in relation to additional work done according to the requirements of the respective University.
  • Semester dates: October 14 to December 20, 2019
  • The number of participants is limited. Please contact the respective Professor of your University.

The number of participants is limited. Please contact the respective Professor of your University.

Flyer International Blended Learning Seminar "Europe. Practices, Narratives, Spaces of Memory" (pdf)

 

Internationaler Workshop „Rethinking Memory Culture“, 30.9. bis 10.10.2018 in Łódź, Polen

Organisation: Volda University College (Norwegen), die Hochschule Ostwestfalen-Lippe, die Universität Łódź (Polen), das Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) und das Centrum Dialogu Marek Edelmann in Łódź
Ein Bericht von Anna Linnéa Herrmann, Michaela Hofmann, Mariane Pöschel, Anna Schattschneider, Charlotte Wittenius und Irmgard Zündorf

Unter dem Motto „Rethinking Memory Culture“ kamen 20 Studierende des Graphic Designs und des Journalismus aus Norwegen, der Künste aus Polen und der Filmwissenschaften sowie der Public History aus Deutschland Anfang Oktober für zehn Tage in Łódź (Polen) zusammen, um Konzepte zur Erinnerung an das Ghetto Litzmannstadt zu entwickeln. Neben der Auseinandersetzung mit der Geschichte des Ghettos, das von 1939 bis 1944 im von Deutschland besetzen Polen bestand, lag der Fokus auf der interdisziplinären und internationalen Arbeit. Es entstanden vielseitige und multiperspektivische Konzeptideen, die zum Abschluss des Workshops im Auditorium des Centrum Dialogu Marek Edelmann öffentlich präsentiert wurden: So u.a. die Idee ein langfristiges Kommunikationsnetzwerk zwischen Einwohnerinnen und Einwohnern aber auch den Besucherinnen und Besuchern in Lodz zu kreieren und z.B. ein App oder Website einzurichten. Auch das Konzept eines interaktives Dramas für Schülerinnen und Schüler wurde vorgestellt. Es soll dabei helfen, Jugendlichen die Geschichte des Ghettos Litzmannstadt auf einer persönlichen Ebene nahe zu bringen und sie aktiv in den Lernprozess zu involvieren. Mehr

 

Summer School in Pontinia (Italien),  27.4. bis 6.5.2018 in Pontinia (Italien)

Rethinking the Rural Landscape. Gemeinsam Analysieren, Erarbeiten, Präsentieren und Vorausdenken der Landschaft
Ein Bericht von Johanna Blender, Ulli Engst, Marcel Haug, Bettina Köhler und Irmgard Zündorf

Vom 27. April bis zum 6. Mai 2018 fand in Pontinia (Italien) die gemeinsame Summer School Rethinking the Rural Landscape. Gemeinsam Analysieren, Erarbeiten, Präsentieren und Vorausdenken der Landschaft der Technischen Universität Berlin und des Politecnico di Milano mit dem Masterstudiengang Public History der Freien Universität Berlin statt. Die Summer School wurde in Kooperation mit MAP – Museo dell‘agro Pontino durchgeführt und durch den DAAD finanziert.
Ziel war es, die Auswirkung der faschistischen Ideologie auf die Region seit ihrer Trockenlegung verständlich zu machen. Dafür erforschten Architekturstudierende, Stadtplaner und Public Historians Pontinia und seine Umgebung mit verschiedenen interdisziplinären Methoden. Sie kartierten die Stadt und ihr Umfeld, sichteten historische Materialien – vor allem Fotos – im Museo dell‘agro Pontino und interviewten Einwohner der Region. Zum Abschluss entwickelten die Studierenden Präsentationen ihrer Ergebnisse, die in einer öffentlichen Veranstaltung vor Ort vorgestellt wurden. Mehr

 

Publikationen:

Irmgard Zündorf und Martin Lücke haben eine Einführung in die Public History verfasst, die 2018 erschienen ist. Dieses Studienbuch bietet einen Einblick in Theorie und Praxis der Public History. Es vermittelt Grundlagen für die Auseinandersetzung mit Geschichte in der Öffentlichkeit und ihren Präsentationsformen.


 
Siehe dazu auch das Interview mit Irmgard Zündorf und Martin Lücke über "Geschichte in der Öffentlichkeit", auf L.I.S.A., dem Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung
 

Zur Unterstützung der Lehre ist zudem bei UTB 2016 die Schriftenreihe „Public History – Geschichte in der Praxis“ gestartet. In der Reihe werden an Bedeutung zunehmende Themen- und Tätigkeitsfelder vorgestellt, die sich mit Geschichte außerhalb der Universität und der Schule beschäftigen. Behandelt wird jeweils der Stand der Forschung, die Entwicklung einzelner Methoden, die praktische Umsetzung und berufliche Einsatzfelder. Die Reihe wird von Irmgard Zündorf und Stefanie Samida herausgegeben.

Band 3,  Thomas Thiemeyer setzt sich mit "Geschichte im Museum" auseinander.

Band 2 stammt von Thomas Fischer und Thomas Schuhbauer und ist dem Thema "Geschichte in Film und Fernsehen" gewidmet.

 

 

 

 

 

 

 

Band 1, geschrieben von Hilmar Sack, beschäftigt sich mit "Geschichte im politischen Raum".

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