Die Nachkriegsgeschichte des Bundesministeriums des Innern (BMI) und des Ministeriums des Innern der DDR (MdI)

Kooperationsprojekt des ZZF und des IfZ
gefördert vom BMI
Leitung von Prof. Dr. Frank Bösch (Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, ZZF) und Prof. Dr. Andreas Wirsching (Institut für Zeitgeschichte München – Berlin, IfZ).
Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen am ZZF: Martin Diebel, Franziska Kuschel, Stefanie Palm, Dominik Rigoll

Die Innenministerien der Bundesrepublik und der DDR trugen maßgeblich zum Aufbau und zur Konsolidierung der beiden Staaten bei. Mit welchem Personal dies nach dem Nationalsozialismus geschah und welche politischen Folgen dessen Auswahl hatte, untersuchte eine Forschungsgruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Frank Bösch (Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam) und Prof. Dr. Andreas Wirsching (Institut für Zeitgeschichte München – Berlin).

Die am 19. Juni 2018 erschienene Publikation „Hüter der Ordnung – Die Innenministerien in Bonn und Ost-Berlin nach dem Nationalsozialismus“ fasst die Ergebnisse des knapp vierjährigen Forschungsprojektes zusammen. Sie stellt dar, mit welchem Personal beide Ministerien nach 1949 aufgebaut wurden, welche Prägungen die Bediensteten hatten und wie sich dies auf die Arbeit der Behörden auswirkte.

Das Projekt wurde im Dezember 2014 von Bundesinnenminister a.D. Dr. Thomas de Maizière ins Leben gerufen. Neben den Projektleitern besteht die Forschungsgruppe aus sechs Postdoktoranden und zwei Doktorandinnen. Ein wissenschaftlicher Beirat, der im Oktober 2015 einberufen wurde, stand der Forschungsgruppe mit seiner fachlichen Expertise zur Seite. Dazu begleitete eine Steuerungsgruppe das Projekt, die sich aus Wissenschaftler*innen beider Institute zusammensetzte.

Ihre Ergebnisse stellte die Forschungsgruppe regelmäßig der Öffentlichkeit vor. Im Oktober 2015 wurden erste Befunde in einer Vorstudie veröffentlicht und auf der Fachtagung „NS-Belastung und politischer Neuanfang“ diskutiert. Im Juni 2017 präsentierten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weitere Ergebnisse auf der Tagung „Getrennte Wege nach dem Nationalsozialismus? Vergleichende Perspektiven auf die Innenministerien in Bonn und Ost-Berlin“ in Berlin. Auch in Workshops, bei Podiumsdiskussionen und Tagungen besprachen die Mitglieder der Forschungsgruppe ihre Erkenntnisse mit Experten und einer interessierten Öffentlichkeit.

Begleitend zum Forschungsprojekt entstand die virtuelle Ausstellung „Kontinuitäten, Brüche, Neuanfang. Umgang mit dem Nationalsozialismus in den beiden deutschen Innenministerien 1949 bis 1970“, die Studierende des Studiengangs Public History der Freien Universität Berlin entworfen hatten.

Am 19. Juni 2018 stellte die Forschungsgruppe die Studie „Hüter der Ordnung. Die Innenministerien in Bonn und Ost-Berlin“ im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat vor. Die Studie erschien 2019 in der Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung. Die Forschungsgruppe plant weitere Monographien, Aufsätze und Workshops zu verschiedenen Schwerpunktthemen des BMI und MdI.

Zur Website des Forschungsprojektes "Die Nachkriegsgeschichte des BMI und des MdI" gelangen Sie hier.

Forschung

Projekte

Abnahme eines Traktors durch die Verkehrspolizei im Kreis Worbis, Februar 1956. Foto: Bundesarchiv, Bild 183-35751-0001 / CC-BY-SA 3.0, Bundesarchiv Bild 183-35751-0001, Dingelstedt, MTS, Abnahme durch Verkehrspolizei, CC BY-SA 3.0 DE

Die Verwaltung der Sicherheit. Das Ministerium des Innern der DDR

Franziska Kuschel
Abgeschlossenes Forschungsprojekt

Dem Innenministerium der DDR kam im Zuge der Diktaturdurchsetzung und Machtsicherung eine zentrale Rolle zu. Es war für die Gewährleistung von öffentlicher Ordnung und innerer Sicherheit zuständig. Dabei verfügte es einerseits mit seinen „bewaffneten Organen“ über Mittel zur Repression abweichenden Verhaltens.

Unter Innenminister Schröder wurden zwischen 1958 und 1960 verschiedene Versionen für ein Notstandsgesetz ausgearbeitet, die jedoch am Widerstand der SPD scheiterten. Foto: Bundesarchiv, B 145 Bild-F008145-0002 / CC-BY-SA 3.0, Bundesarchiv B 145 Bild-F008145-0002, Gerhard Schröder, CC BY-SA 3.0 DE

„Sicherheit im Ausnahmezustand. Das Bundesinnenministerium im Konflikt um die Notstandsgesetzgebung 1949-1968“

Martin Diebel
Abgeschlossenes Forschungsprojekt

Bisherige Studien zur Notstandsgesetzgebung arbeiteten sich vorwiegend an den Kritikern des Gesetzpaketes ab. Im Fokus dieser Untersuchung stand demgegenüber die Sichtweise des Bundesinnenministeriums. Die Arbeit fragte nach den personellen und sachpolitischen Kontinuitäten und Umbrüchen in der Notstandspolitik, für die das BMI federführend verantwortlich war.

Die Medienpolitik des Bundesinnenministeriums nach dem Nationalsozialismus

Stefanie Palm

Assoziiertes Dissertationsprojekt

Die Medienpolitik des Bundesinnenministeriums stand in vielen Bereichen im Schatten des Nationalsozialismus: Die „Schmutz und Schund-Debatte“, die Initiativen zu einem Bundespressegesetz oder dem „Lex Soraya“ sowie die Etablierung einer Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft sind nur einige Beispiele, an denen sich anhand von Gesetzesinitiativen der BMI-Kulturabteilung Konflikte in der deutschen Öffentlichkeit entzündeten.

Antinazismus als Ideologie und Praxis. Das Bundesinnenministerium und die rechte Gefahr

Dominik Rigoll

Forschungsprojekt

Ausgehend vom Leitungspersonal des Reichs- und des Bundesinnenministeriums sowie ausgewählter amerikanischer Akteure zeichnet diese Studie nicht nur das Ringen um die richtige antinazistische Sicherheitspolitik im Zweiten Weltkrieg, in der Besatzungszeit und in der frühen Bundesrepublik nach. Sie untersucht auch, wie es schließlich gelang, die Gefahr von rechts durch eine Kombination aus Repression, Integration und Prävention zu bannen.

 

Die Nachkriegsgeschichte des Bundesministeriums des Innern (BMI) und des Ministeriums des Innern der DDR (MdI)

Kooperationsprojekt des ZZF und des IfZ
gefördert vom BMI
Leitung von Prof. Dr. Frank Bösch (Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, ZZF) und Prof. Dr. Andreas Wirsching (Institut für Zeitgeschichte München – Berlin, IfZ).
Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen am ZZF: Martin Diebel, Franziska Kuschel, Stefanie Palm, Dominik Rigoll

Die Innenministerien der Bundesrepublik und der DDR trugen maßgeblich zum Aufbau und zur Konsolidierung der beiden Staaten bei. Mit welchem Personal dies nach dem Nationalsozialismus geschah und welche politischen Folgen dessen Auswahl hatte, untersuchte eine Forschungsgruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Frank Bösch (Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam) und Prof. Dr. Andreas Wirsching (Institut für Zeitgeschichte München – Berlin).

Die am 19. Juni 2018 erschienene Publikation „Hüter der Ordnung – Die Innenministerien in Bonn und Ost-Berlin nach dem Nationalsozialismus“ fasst die Ergebnisse des knapp vierjährigen Forschungsprojektes zusammen. Sie stellt dar, mit welchem Personal beide Ministerien nach 1949 aufgebaut wurden, welche Prägungen die Bediensteten hatten und wie sich dies auf die Arbeit der Behörden auswirkte.

Das Projekt wurde im Dezember 2014 von Bundesinnenminister a.D. Dr. Thomas de Maizière ins Leben gerufen. Neben den Projektleitern besteht die Forschungsgruppe aus sechs Postdoktoranden und zwei Doktorandinnen. Ein wissenschaftlicher Beirat, der im Oktober 2015 einberufen wurde, stand der Forschungsgruppe mit seiner fachlichen Expertise zur Seite. Dazu begleitete eine Steuerungsgruppe das Projekt, die sich aus Wissenschaftler*innen beider Institute zusammensetzte.

Ihre Ergebnisse stellte die Forschungsgruppe regelmäßig der Öffentlichkeit vor. Im Oktober 2015 wurden erste Befunde in einer Vorstudie veröffentlicht und auf der Fachtagung „NS-Belastung und politischer Neuanfang“ diskutiert. Im Juni 2017 präsentierten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weitere Ergebnisse auf der Tagung „Getrennte Wege nach dem Nationalsozialismus? Vergleichende Perspektiven auf die Innenministerien in Bonn und Ost-Berlin“ in Berlin. Auch in Workshops, bei Podiumsdiskussionen und Tagungen besprachen die Mitglieder der Forschungsgruppe ihre Erkenntnisse mit Experten und einer interessierten Öffentlichkeit.

Begleitend zum Forschungsprojekt entstand die virtuelle Ausstellung „Kontinuitäten, Brüche, Neuanfang. Umgang mit dem Nationalsozialismus in den beiden deutschen Innenministerien 1949 bis 1970“, die Studierende des Studiengangs Public History der Freien Universität Berlin entworfen hatten.

Am 19. Juni 2018 stellte die Forschungsgruppe die Studie „Hüter der Ordnung. Die Innenministerien in Bonn und Ost-Berlin“ im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat vor. Die Studie erschien 2019 in der Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung. Die Forschungsgruppe plant weitere Monographien, Aufsätze und Workshops zu verschiedenen Schwerpunktthemen des BMI und MdI.

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Forschung

Projekte

Abnahme eines Traktors durch die Verkehrspolizei im Kreis Worbis, Februar 1956. Foto: Bundesarchiv, Bild 183-35751-0001 / CC-BY-SA 3.0, Bundesarchiv Bild 183-35751-0001, Dingelstedt, MTS, Abnahme durch Verkehrspolizei, CC BY-SA 3.0 DE

Die Verwaltung der Sicherheit. Das Ministerium des Innern der DDR

Franziska Kuschel
Abgeschlossenes Forschungsprojekt

Dem Innenministerium der DDR kam im Zuge der Diktaturdurchsetzung und Machtsicherung eine zentrale Rolle zu. Es war für die Gewährleistung von öffentlicher Ordnung und innerer Sicherheit zuständig. Dabei verfügte es einerseits mit seinen „bewaffneten Organen“ über Mittel zur Repression abweichenden Verhaltens.

Unter Innenminister Schröder wurden zwischen 1958 und 1960 verschiedene Versionen für ein Notstandsgesetz ausgearbeitet, die jedoch am Widerstand der SPD scheiterten. Foto: Bundesarchiv, B 145 Bild-F008145-0002 / CC-BY-SA 3.0, Bundesarchiv B 145 Bild-F008145-0002, Gerhard Schröder, CC BY-SA 3.0 DE

„Sicherheit im Ausnahmezustand. Das Bundesinnenministerium im Konflikt um die Notstandsgesetzgebung 1949-1968“

Martin Diebel
Abgeschlossenes Forschungsprojekt

Bisherige Studien zur Notstandsgesetzgebung arbeiteten sich vorwiegend an den Kritikern des Gesetzpaketes ab. Im Fokus dieser Untersuchung stand demgegenüber die Sichtweise des Bundesinnenministeriums. Die Arbeit fragte nach den personellen und sachpolitischen Kontinuitäten und Umbrüchen in der Notstandspolitik, für die das BMI federführend verantwortlich war.

Die Medienpolitik des Bundesinnenministeriums nach dem Nationalsozialismus

Stefanie Palm

Assoziiertes Dissertationsprojekt

Die Medienpolitik des Bundesinnenministeriums stand in vielen Bereichen im Schatten des Nationalsozialismus: Die „Schmutz und Schund-Debatte“, die Initiativen zu einem Bundespressegesetz oder dem „Lex Soraya“ sowie die Etablierung einer Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft sind nur einige Beispiele, an denen sich anhand von Gesetzesinitiativen der BMI-Kulturabteilung Konflikte in der deutschen Öffentlichkeit entzündeten.

Antinazismus als Ideologie und Praxis. Das Bundesinnenministerium und die rechte Gefahr

Dominik Rigoll

Forschungsprojekt

Ausgehend vom Leitungspersonal des Reichs- und des Bundesinnenministeriums sowie ausgewählter amerikanischer Akteure zeichnet diese Studie nicht nur das Ringen um die richtige antinazistische Sicherheitspolitik im Zweiten Weltkrieg, in der Besatzungszeit und in der frühen Bundesrepublik nach. Sie untersucht auch, wie es schließlich gelang, die Gefahr von rechts durch eine Kombination aus Repression, Integration und Prävention zu bannen.