Internalizing external experience. Perspektiven auf kommerzielle Beratung in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert

Tagung
Datum: 01.10.2020 bis 02.10.2020
Ort: Potsdam

Die Tagung war ursprünglich am 26. und 27. März 2020 geplant. Aufgrund der raschen Ausbreitung des Coronavirus haben die Veranstalter am 11. März entschieden, die Tagung auf Oktober zu verlegen. Zudem verweisen wir auf die Mitteilung des ZZF Potsdam vom 13. März 2020.

Veranstalter: Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF Potsdam) in Kooperation mit:
Humboldt-Universität zu Berlin (HU Berlin), Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung (MPIfG)

Organisation: Rüdiger Graf (ZZF Potsdam) / Alina Marktanner (MPIfG) / Sebastian Schöttler (HU Berlin)
Die Tagung wird gefördert und finanziert durch das DFG Schwerpunktprogramm „Erfahrung und Erwartung. Historische Grundlagen ökonomischen Handelns“.

Nicht erst seit der jüngsten „Berateraffäre“ im Bundesministerium der Verteidigung wird über die „unheimliche Macht der Berater" (Titel einer ARD-Reportage über die “Big Four” der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften von Anfang 2019) diskutiert. Bereits im Zuge der Rationalisierungsbewegung der Zwischenkriegszeit fungierten beratende Ingenieure als Experten für effizientes Wirtschaften. Mit dem Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft nach 1945 wuchs die Branche weiter und die Unternehmensberatung etablierte sich als eigenständiger Berufszweig. Durch die Bereitstellung von Handlungswissen veränderten Berater*innen das Verhältnis von intern und extern generierter Erfahrung in Organisationen im Laufe des 20. Jahrhundert grundlegend. Sie wirkten auf die Erwartungsbildung in Unternehmen, Behörden sowie Non-Profit-Organisationen ein und prägten deren Entscheidungsprozesse und Governance-Strukturen.

Während insbesondere die wissenschaftliche (Politik-)Beratung in der deutschen Zeitgeschichte gut erforscht ist, gilt dies weniger für kommerzielle Formen der Beratung. Wie erklärt sich der Aufstieg externer, kommerzieller Expertise seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert? Welche Prozesse beförderten den Boom der Beraterbranche in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und welchen Einfluss nahmen Berater*innen und die von ihnen provozierten Erwartungen auf Entscheidungsprozesse in Unternehmen, Behörden und Stiftungen? Neben der Klärung dieser Fragen soll die die Tagung auch den Austausch über die methodischen Herausforderungen einer Geschichtsschreibung ermöglichen, deren Protagonisten meist auf Diskretion bedacht sind.

Programm:

1. Oktober 2020

Anreise

ab 13:30

Ankommen und Stehkaffee

14:00-14:30

Begrüßung und Einführung

14:30-16:00

Ursprünge und Theorie der Beratung im 20. Jahrhundert

Moderation: Alina Marktanner

Eva Schauerte (Weimar): Ödipus Reloaded: Edward Bernays und die Erfindung der Public Relations-Beratung

Florian Hoof (Lüneburg): Robust–Flexibel–Utopisch. Genealogie und Theorie des Beraterwissens und der Unternehmensberatung

Kaffeepause

16:15-17:45

Öffentliche Verwaltung und Public Sector Consulting

Moderation: Sebastian Schöttler

Nick Schwery (Zürich): An den Grenzen der Staatlichkeit. Computer und Beratung in der schweizerischen Bundesverwaltung, 1960-1976

Alina Marktanner (Köln): Unternehmensberater in der öffentlichen Verwaltung, 1950er bis 1970er Jahre – die Antihelden der Consultingbranche?

18:00-19:30

Abendvortrag

Matthias Kipping (Toronto): Vom Außenseiter zur Hegemonie? Ein historischer Überblick über das Warum und Wie der Unternehmensberatung

Moderation: Rüdiger Graf

Gemeinsames Abendessen

2. Oktober 2020

9:00-10:30

Unternehmen und industrieller Sektor

Moderation: Laura Kaiser

Marcus Böick (Bochum): "Können Sie mal helfen, Herr Berger?" Unternehmensberatung, Vereinigung und Wirtschaftsumbau nach 1990. Katalysatoren einer neo-liberalen „Ko-Transformation“?

Sebastian Schöttler (Berlin): Metall, McKinsey und Mitbestimmung. Unternehmensberater bei Rheinstahl, 1968-1973

10:45-12:15

Marktforschung und Marketingberater

Moderation: Stina Barrenscheen

Jan Logemann (Göttingen): „Kreative Forschung“ für Unternehmen? Die Selbstvermarktung neuer Marketingexperten in den 1940er-50er Jahren

Ingo Köhler (Berlin): Dramaturgen des Strukturwandels. Marktforscher als Strategieberater in den 1970er Jahren

Mittagspause

13:15-14:45

Personalberatung und Human Resources

(Moderation: Jan-Henrik Meyer)

Stina Barrenscheen (Göttingen): Vertrauter Berater. Walter Schleip und die Implementierung einer professionellen Beratungsdienstleistung in den 1950er und 1960er Jahren

Franziska Rehlinghaus (Göttingen): Wissenszirkulation zwischen Bildung, Markt und Staat. Weiterbildungsexperten als Berater in der Geschichte der Bundesrepublik

14:45-15:30

Abschlussdiskussion

 

Veranstaltungsort

Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Am Neuen Markt 9d
14467 Potsdam

Kontakt und Anmeldung

Sebastian Schöttler
sebastian.schoettler [at] hu-berlin.de
Um Anmeldung bis zum 16. März wird gebeten. 

Veranstaltungen

Internalizing external experience. Perspektiven auf kommerzielle Beratung in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert

Tagung
Datum: 01.10.2020 bis 02.10.2020
Ort: Potsdam

Die Tagung war ursprünglich am 26. und 27. März 2020 geplant. Aufgrund der raschen Ausbreitung des Coronavirus haben die Veranstalter am 11. März entschieden, die Tagung auf Oktober zu verlegen. Zudem verweisen wir auf die Mitteilung des ZZF Potsdam vom 13. März 2020.

Veranstalter: Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF Potsdam) in Kooperation mit:
Humboldt-Universität zu Berlin (HU Berlin), Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung (MPIfG)

Organisation: Rüdiger Graf (ZZF Potsdam) / Alina Marktanner (MPIfG) / Sebastian Schöttler (HU Berlin)
Die Tagung wird gefördert und finanziert durch das DFG Schwerpunktprogramm „Erfahrung und Erwartung. Historische Grundlagen ökonomischen Handelns“.

Nicht erst seit der jüngsten „Berateraffäre“ im Bundesministerium der Verteidigung wird über die „unheimliche Macht der Berater" (Titel einer ARD-Reportage über die “Big Four” der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften von Anfang 2019) diskutiert. Bereits im Zuge der Rationalisierungsbewegung der Zwischenkriegszeit fungierten beratende Ingenieure als Experten für effizientes Wirtschaften. Mit dem Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft nach 1945 wuchs die Branche weiter und die Unternehmensberatung etablierte sich als eigenständiger Berufszweig. Durch die Bereitstellung von Handlungswissen veränderten Berater*innen das Verhältnis von intern und extern generierter Erfahrung in Organisationen im Laufe des 20. Jahrhundert grundlegend. Sie wirkten auf die Erwartungsbildung in Unternehmen, Behörden sowie Non-Profit-Organisationen ein und prägten deren Entscheidungsprozesse und Governance-Strukturen.

Während insbesondere die wissenschaftliche (Politik-)Beratung in der deutschen Zeitgeschichte gut erforscht ist, gilt dies weniger für kommerzielle Formen der Beratung. Wie erklärt sich der Aufstieg externer, kommerzieller Expertise seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert? Welche Prozesse beförderten den Boom der Beraterbranche in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und welchen Einfluss nahmen Berater*innen und die von ihnen provozierten Erwartungen auf Entscheidungsprozesse in Unternehmen, Behörden und Stiftungen? Neben der Klärung dieser Fragen soll die die Tagung auch den Austausch über die methodischen Herausforderungen einer Geschichtsschreibung ermöglichen, deren Protagonisten meist auf Diskretion bedacht sind.

Programm:

1. Oktober 2020

Anreise

ab 13:30

Ankommen und Stehkaffee

14:00-14:30

Begrüßung und Einführung

14:30-16:00

Ursprünge und Theorie der Beratung im 20. Jahrhundert

Moderation: Alina Marktanner

Eva Schauerte (Weimar): Ödipus Reloaded: Edward Bernays und die Erfindung der Public Relations-Beratung

Florian Hoof (Lüneburg): Robust–Flexibel–Utopisch. Genealogie und Theorie des Beraterwissens und der Unternehmensberatung

Kaffeepause

16:15-17:45

Öffentliche Verwaltung und Public Sector Consulting

Moderation: Sebastian Schöttler

Nick Schwery (Zürich): An den Grenzen der Staatlichkeit. Computer und Beratung in der schweizerischen Bundesverwaltung, 1960-1976

Alina Marktanner (Köln): Unternehmensberater in der öffentlichen Verwaltung, 1950er bis 1970er Jahre – die Antihelden der Consultingbranche?

18:00-19:30

Abendvortrag

Matthias Kipping (Toronto): Vom Außenseiter zur Hegemonie? Ein historischer Überblick über das Warum und Wie der Unternehmensberatung

Moderation: Rüdiger Graf

Gemeinsames Abendessen

2. Oktober 2020

9:00-10:30

Unternehmen und industrieller Sektor

Moderation: Laura Kaiser

Marcus Böick (Bochum): "Können Sie mal helfen, Herr Berger?" Unternehmensberatung, Vereinigung und Wirtschaftsumbau nach 1990. Katalysatoren einer neo-liberalen „Ko-Transformation“?

Sebastian Schöttler (Berlin): Metall, McKinsey und Mitbestimmung. Unternehmensberater bei Rheinstahl, 1968-1973

10:45-12:15

Marktforschung und Marketingberater

Moderation: Stina Barrenscheen

Jan Logemann (Göttingen): „Kreative Forschung“ für Unternehmen? Die Selbstvermarktung neuer Marketingexperten in den 1940er-50er Jahren

Ingo Köhler (Berlin): Dramaturgen des Strukturwandels. Marktforscher als Strategieberater in den 1970er Jahren

Mittagspause

13:15-14:45

Personalberatung und Human Resources

(Moderation: Jan-Henrik Meyer)

Stina Barrenscheen (Göttingen): Vertrauter Berater. Walter Schleip und die Implementierung einer professionellen Beratungsdienstleistung in den 1950er und 1960er Jahren

Franziska Rehlinghaus (Göttingen): Wissenszirkulation zwischen Bildung, Markt und Staat. Weiterbildungsexperten als Berater in der Geschichte der Bundesrepublik

14:45-15:30

Abschlussdiskussion

 

Veranstaltungsort

Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Am Neuen Markt 9d
14467 Potsdam

Kontakt und Anmeldung

Sebastian Schöttler
sebastian.schoettler [at] hu-berlin.de
Um Anmeldung bis zum 16. März wird gebeten. 

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