Was hält die Dinge am Laufen?

Berufliche und persönliche Netzwerke im russischen Museumswesen seit der Perestroika
Beginn des Projektes: Mai 2019

Forchungsprojekt
im Rahmen des Interdisziplinäre Forschungsnetzwerk Legacies of Communism? Post‐Communist Europe from Stagnation to Reform, between Autocracy and Revolution

Die jüngste russische Geschichte ist von starken Umbrüchen geprägt, aber zweifellos bestehen auch Kontinuitäten von der sowjetischen zur heutigen russischen Gesellschaft. Dies gilt besonders für den Fortbestand von Eliten und Netzwerken, für die Art und Weise, wie diese Netzwerke funktionieren, sowie für bestimmte Werte, die ihren Fortbestand sichern. Diese Annahme wird in der geplanten Studie exemplarisch anhand des russischen Museumswesens und seines Personals überprüft. Zeitlich umfasst das Projekt die vergangenen drei Jahrzehnte: von der Mitte der 1980er Jahre, über die Jahre des Umbaus von Staat und Gesellschaft in den 1990er Jahren bis in die Gegenwart.

Die Analyse richtet sich zunächst auf den Umbau des Museumswesens während der Perestroika. Wie gelang es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Museen, den Fortbestand ihrer Häuser und damit den Erhalt des kulturellen Erbes zu sichern? Auf welche Weise etablierten sie im folgenden Jahrzehnt Interessenvertretungen, indem sie die Aktivitäten der russischen Sektion von ICOM (International Council of Museums) ausbauten und einen Russischen Museumsverband gründeten. Aufmerksamkeit gilt der verbandsinternen Politik, den Beziehungen zwischen den Mitgliedern und ihren geteilten Wertvorstellungen. Schließlich werden die Strategien die Verbandsführung betrachtet, um mit staatlichen Stellen ins Gespräch zu kommen und Veränderungen in ihrem Sinne zu bewirken. In diesem Zusammenhang spielen die persönlichen Beziehungen einzelner Verbandsvertreter zu Personen der staatlichen Verwaltung eine große Rolle.
Die Studie schließt an Forschungen an, die Handlungsweisen und informelle Praktiken der SowjetbürgerInnen in den Mittelpunkt der Betrachtung stellen. Angesichts des Zusammenbruchs der sowjetischen Institutionen in den 1990er Jahren und der folgenden Periode des gesellschaftlichen Umbaus scheint die Frage, was bzw. wer die Dinge am Laufen hielt, mehr als berechtigt.

Hier gelangen Sie zur Project Website Legacies of Communism: https://legacies-of-communism.eu/

Dr. Corinna Kuhr-Korolev

Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam

Büro: Am Neuen Markt 9d, Zimmer 1.07

Tel.: 0331 74510-123
Fax: 0331 74510-143

E-Mail: kuhr-korolev [at] zzf-potsdam.de

Forschung

Was hält die Dinge am Laufen?

Berufliche und persönliche Netzwerke im russischen Museumswesen seit der Perestroika
Beginn des Projektes: Mai 2019

Forchungsprojekt
im Rahmen des Interdisziplinäre Forschungsnetzwerk Legacies of Communism? Post‐Communist Europe from Stagnation to Reform, between Autocracy and Revolution

Die jüngste russische Geschichte ist von starken Umbrüchen geprägt, aber zweifellos bestehen auch Kontinuitäten von der sowjetischen zur heutigen russischen Gesellschaft. Dies gilt besonders für den Fortbestand von Eliten und Netzwerken, für die Art und Weise, wie diese Netzwerke funktionieren, sowie für bestimmte Werte, die ihren Fortbestand sichern. Diese Annahme wird in der geplanten Studie exemplarisch anhand des russischen Museumswesens und seines Personals überprüft. Zeitlich umfasst das Projekt die vergangenen drei Jahrzehnte: von der Mitte der 1980er Jahre, über die Jahre des Umbaus von Staat und Gesellschaft in den 1990er Jahren bis in die Gegenwart.

Die Analyse richtet sich zunächst auf den Umbau des Museumswesens während der Perestroika. Wie gelang es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Museen, den Fortbestand ihrer Häuser und damit den Erhalt des kulturellen Erbes zu sichern? Auf welche Weise etablierten sie im folgenden Jahrzehnt Interessenvertretungen, indem sie die Aktivitäten der russischen Sektion von ICOM (International Council of Museums) ausbauten und einen Russischen Museumsverband gründeten. Aufmerksamkeit gilt der verbandsinternen Politik, den Beziehungen zwischen den Mitgliedern und ihren geteilten Wertvorstellungen. Schließlich werden die Strategien die Verbandsführung betrachtet, um mit staatlichen Stellen ins Gespräch zu kommen und Veränderungen in ihrem Sinne zu bewirken. In diesem Zusammenhang spielen die persönlichen Beziehungen einzelner Verbandsvertreter zu Personen der staatlichen Verwaltung eine große Rolle.
Die Studie schließt an Forschungen an, die Handlungsweisen und informelle Praktiken der SowjetbürgerInnen in den Mittelpunkt der Betrachtung stellen. Angesichts des Zusammenbruchs der sowjetischen Institutionen in den 1990er Jahren und der folgenden Periode des gesellschaftlichen Umbaus scheint die Frage, was bzw. wer die Dinge am Laufen hielt, mehr als berechtigt.

Hier gelangen Sie zur Project Website Legacies of Communism: https://legacies-of-communism.eu/

Dr. Corinna Kuhr-Korolev

Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam

Büro: Am Neuen Markt 9d, Zimmer 1.07

Tel.: 0331 74510-123
Fax: 0331 74510-143

E-Mail: kuhr-korolev [at] zzf-potsdam.de

Forschung