'Licht im Rentendunkel'. Die Computerisierung der gesetzlichen Rentenversicherung in Bundesrepublik und DDR

Ende des Projektes: Dezember 2018

Abgeschlossenes Dissertationsprojekt

Der bundesdeutsche Sozialstaat – vor allem die gesetzliche Rentenversicherung – fungierte seit den 50er Jahren als Triebkraft der Computerisierung in Deutschland, und nutzte EDV-Anlagen, um dem stetig komplexer werdenden Rentenrecht Herr zu werden. Das Projekt untersuchte, wie das Wechselspiel zwischen zunehmendem Computereinsatz und einem immer ausdifferenzierter werdenden Sozialrecht in beiden deutschen Staaten funktionierte, ob die elektronische Datenverarbeitung gar als „Schrittmacher" sozialpolitischer Entscheidungen fungierte und welchen Einfluss der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien auf Dienstleistungen, Arbeitsverhältnisse und Datenschutzüberlegungen innerhalb der gesetzlichen Rentenversicherung hatte.

Seit der Rentenreform von 1957, die die dynamisierte, individuelle Altersrente etablierte, erwiesen sich elektronische Datenverarbeitungsanlagen als unverzichtbar für die nun einsetzende Expansion des Sozialstaats, die mit der Reform von 1972 ihren Höhepunkt fand. Gleichzeitig förderte die Computerisierung den Wandel der gesetzlichen Rentenversicherung der Bundesrepublik von der Hoheits- zur Dienstleistungsverwaltung. Sie stand dabei stets im „Spannungsfeld von technischen Entwicklungen, dem Wunsch nach individueller Versichertenbetreuung, Datenschutzanforderungen und Wirtschaftlichkeitsüberlegungen" (Hans-Joachim Rohrlach). Auch in der DDR setzte die vom Freien Deutschen Gewerkschaftsbund organisierte Rentenversicherung auf elektronische Datenverarbeitungsanlagen – allerdings mit einem beträchtlichen zeitlichen und technologischen Rückstand und ohne ein ähnlich ausdifferenziertes Sozialrecht.

Das Promotionsprojekt war beim ZZF in der Abteilung IV „Regime des Sozialen“ angesiedelt. Es ist eines von vier Teilprojekten des von ZZF-Direktor Frank Bösch geleiteten Projekts "Aufbrüche in die digitale Gesellschaftjekt. Computerisierung und soziale Ordnungen in der Bundesrepublik und DDR", das im Rahmen des „Leibniz-Wettbewerb“ in der Förderlinie „innovative Vorhaben“ eingeworben und 2014-2017 von der Leibniz-Gemeinschaft finanziert wurde.

 

Erfolgreiche Verteidigung der Dissertation am 17. Dezember 2018 an der Universität Potsdam.
Abschluss des Promotionsverfahrens mit der Note "magna cum laude". Mehr erfahren

Forschung

'Licht im Rentendunkel'. Die Computerisierung der gesetzlichen Rentenversicherung in Bundesrepublik und DDR

Ende des Projektes: Dezember 2018

Abgeschlossenes Dissertationsprojekt

Der bundesdeutsche Sozialstaat – vor allem die gesetzliche Rentenversicherung – fungierte seit den 50er Jahren als Triebkraft der Computerisierung in Deutschland, und nutzte EDV-Anlagen, um dem stetig komplexer werdenden Rentenrecht Herr zu werden. Das Projekt untersuchte, wie das Wechselspiel zwischen zunehmendem Computereinsatz und einem immer ausdifferenzierter werdenden Sozialrecht in beiden deutschen Staaten funktionierte, ob die elektronische Datenverarbeitung gar als „Schrittmacher" sozialpolitischer Entscheidungen fungierte und welchen Einfluss der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien auf Dienstleistungen, Arbeitsverhältnisse und Datenschutzüberlegungen innerhalb der gesetzlichen Rentenversicherung hatte.

Seit der Rentenreform von 1957, die die dynamisierte, individuelle Altersrente etablierte, erwiesen sich elektronische Datenverarbeitungsanlagen als unverzichtbar für die nun einsetzende Expansion des Sozialstaats, die mit der Reform von 1972 ihren Höhepunkt fand. Gleichzeitig förderte die Computerisierung den Wandel der gesetzlichen Rentenversicherung der Bundesrepublik von der Hoheits- zur Dienstleistungsverwaltung. Sie stand dabei stets im „Spannungsfeld von technischen Entwicklungen, dem Wunsch nach individueller Versichertenbetreuung, Datenschutzanforderungen und Wirtschaftlichkeitsüberlegungen" (Hans-Joachim Rohrlach). Auch in der DDR setzte die vom Freien Deutschen Gewerkschaftsbund organisierte Rentenversicherung auf elektronische Datenverarbeitungsanlagen – allerdings mit einem beträchtlichen zeitlichen und technologischen Rückstand und ohne ein ähnlich ausdifferenziertes Sozialrecht.

Das Promotionsprojekt war beim ZZF in der Abteilung IV „Regime des Sozialen“ angesiedelt. Es ist eines von vier Teilprojekten des von ZZF-Direktor Frank Bösch geleiteten Projekts "Aufbrüche in die digitale Gesellschaftjekt. Computerisierung und soziale Ordnungen in der Bundesrepublik und DDR", das im Rahmen des „Leibniz-Wettbewerb“ in der Förderlinie „innovative Vorhaben“ eingeworben und 2014-2017 von der Leibniz-Gemeinschaft finanziert wurde.

 

Erfolgreiche Verteidigung der Dissertation am 17. Dezember 2018 an der Universität Potsdam.
Abschluss des Promotionsverfahrens mit der Note "magna cum laude". Mehr erfahren

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