Deutsche Medienberichterstattung über den Eichmann-Prozess

Beginn des Projektes: Juni 2019

Praxisprojekt

Projektleitung: Dr. Irmgard Zündorf (Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam) und Dr. Judith Keilbach (Universität Utrecht)
Projektbearbeiterinnen: Tabea Georges, Linda Graul, Anna Kokenge, Vivien Püschel und Laura Zimmermann (Studentinnen des Public History Masterprogramms der Freien Universität Berlin und des ZZF)

Die Berichterstattung über den Eichmann-Prozess in Jerusalem 1961 gilt als eines der ersten internationalen Medienereignisse. Sie diente nicht nur dazu, die nationalsozialistische Vernichtungspolitik einer breiten Öffentlichkeit bekanntzumachen, sondern stand auch ganz im Zeichen des Kalten Krieges. Als solche instrumentalisierte sowohl die Bundesrepublik Deutschland als auch die DDR die Verhandlung, um den jeweils anderen deutschen Staat zu diskreditieren. Im Rahmen des geplanten Projekts sollen auf einer DVD zeitgenössische Videoausschnitte, Tondokumente sowie Zeitungsartikel zusammengetragen, kommentiert und so der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

Der zum Zeitpunkt des Prozesses 55-jährige Adolf Eichmann stand als Leiter des Referats IV B 4 des Reichssicherheitshauptamtes 1961 in Israel vor Gericht, da er während der Zeit des Nationalsozialismus vor allem die Deportationen der europäischen Jüdinnen und Juden in die Ghettos, Arbeitslager und Vernichtungsorte geplant und beaufsichtigt hatte. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges floh Eichmann 1946 aus der US-Haft und lebte für einige Jahre als Holzarbeiter in der Lüneburger Heide. Unter dem Namen Ricardo Klement gelang ihm 1950 die Flucht nach Argentinien, wo er sich für die nächsten zehn Jahre niederließ. Im Mai 1960 wurde er vom israelischen Geheimdienst Mossad nach Israel entführt und knapp ein Jahr später dort vor Gericht gestellt. Bis zur Verkündung seines Todesurteils am 15. Dezember 1961 „wurden mehr als einhundert Zeugen gehört und über 1500 belastende Dokumente vorgelegt“.[IZ1] 

Der Prozess gegen den berüchtigten „Schreibtischtäter“ Adolf Eichmann erregte weltweites Aufsehen. Journalist*innen, Fernseh- und Hörfunkkorrespondent*innen aus aller Welt verfolgten direkt im Gerichtssaal den Prozess. Um die Verhandlung zu dokumentieren, erhielt die US-amerikanische Produktionsfirma Capital Cities die exklusive Drehgenehmigung im Gerichtssaal. Die von Capital Cities verwendeten Videos ermöglichten es, die Aufnahmen noch am gleichen Tag zu verschicken. Das Bildmaterial vom Gerichtssaal aus Jerusalem wurde in über 38 Ländern ausgestrahlt. Meist wurden die Aufnahmen in größere Dokumentationen oder Nachrichtensendungen eingebunden. Auch die beiden deutschen Länder berichteten in verschiedenen Medien regelmäßig über den Eichmann-Prozess. Welche Aufnahmen wurden für die Berichterstattung ausgewählt, wie wurden sie kommentiert und kontextualisiert und wie wurden sie schließlich benutzt, um auf das jeweils andere Deutschland einzugehen?

Im Rahmen des Projekts werden ost- und westdeutsche Printmedien, Beiträge aus Nachrichtensendungen sowie Spiel- und Dokumentarfilme aus den Jahren 1961-1962 ausgewertet, Material für die DVD ausgewählt und Hintergrundinformationen zusammengestellt.

 

Forschung

Deutsche Medienberichterstattung über den Eichmann-Prozess

Beginn des Projektes: Juni 2019

Praxisprojekt

Projektleitung: Dr. Irmgard Zündorf (Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam) und Dr. Judith Keilbach (Universität Utrecht)
Projektbearbeiterinnen: Tabea Georges, Linda Graul, Anna Kokenge, Vivien Püschel und Laura Zimmermann (Studentinnen des Public History Masterprogramms der Freien Universität Berlin und des ZZF)

Die Berichterstattung über den Eichmann-Prozess in Jerusalem 1961 gilt als eines der ersten internationalen Medienereignisse. Sie diente nicht nur dazu, die nationalsozialistische Vernichtungspolitik einer breiten Öffentlichkeit bekanntzumachen, sondern stand auch ganz im Zeichen des Kalten Krieges. Als solche instrumentalisierte sowohl die Bundesrepublik Deutschland als auch die DDR die Verhandlung, um den jeweils anderen deutschen Staat zu diskreditieren. Im Rahmen des geplanten Projekts sollen auf einer DVD zeitgenössische Videoausschnitte, Tondokumente sowie Zeitungsartikel zusammengetragen, kommentiert und so der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

Der zum Zeitpunkt des Prozesses 55-jährige Adolf Eichmann stand als Leiter des Referats IV B 4 des Reichssicherheitshauptamtes 1961 in Israel vor Gericht, da er während der Zeit des Nationalsozialismus vor allem die Deportationen der europäischen Jüdinnen und Juden in die Ghettos, Arbeitslager und Vernichtungsorte geplant und beaufsichtigt hatte. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges floh Eichmann 1946 aus der US-Haft und lebte für einige Jahre als Holzarbeiter in der Lüneburger Heide. Unter dem Namen Ricardo Klement gelang ihm 1950 die Flucht nach Argentinien, wo er sich für die nächsten zehn Jahre niederließ. Im Mai 1960 wurde er vom israelischen Geheimdienst Mossad nach Israel entführt und knapp ein Jahr später dort vor Gericht gestellt. Bis zur Verkündung seines Todesurteils am 15. Dezember 1961 „wurden mehr als einhundert Zeugen gehört und über 1500 belastende Dokumente vorgelegt“.[IZ1] 

Der Prozess gegen den berüchtigten „Schreibtischtäter“ Adolf Eichmann erregte weltweites Aufsehen. Journalist*innen, Fernseh- und Hörfunkkorrespondent*innen aus aller Welt verfolgten direkt im Gerichtssaal den Prozess. Um die Verhandlung zu dokumentieren, erhielt die US-amerikanische Produktionsfirma Capital Cities die exklusive Drehgenehmigung im Gerichtssaal. Die von Capital Cities verwendeten Videos ermöglichten es, die Aufnahmen noch am gleichen Tag zu verschicken. Das Bildmaterial vom Gerichtssaal aus Jerusalem wurde in über 38 Ländern ausgestrahlt. Meist wurden die Aufnahmen in größere Dokumentationen oder Nachrichtensendungen eingebunden. Auch die beiden deutschen Länder berichteten in verschiedenen Medien regelmäßig über den Eichmann-Prozess. Welche Aufnahmen wurden für die Berichterstattung ausgewählt, wie wurden sie kommentiert und kontextualisiert und wie wurden sie schließlich benutzt, um auf das jeweils andere Deutschland einzugehen?

Im Rahmen des Projekts werden ost- und westdeutsche Printmedien, Beiträge aus Nachrichtensendungen sowie Spiel- und Dokumentarfilme aus den Jahren 1961-1962 ausgewertet, Material für die DVD ausgewählt und Hintergrundinformationen zusammengestellt.

 

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