Frauen in Bewegung. Türkeistämmige Migrantinnen in der Bundesrepublik und die Demokratisierung in der Türkei (1961 bis 1990)

Beginn des Projektes: Mai 2020

Dissertationsprojekt
Projektleitung am ZZF: Frank Bösch

In der Türkei wurde Demokratisierung seit der Republikgründung über die Frage verhandelt, welche Rechte Frauen haben sollten. Diese wurden zunächst begrenzt von oben gewährt, später auch von unten erkämpft. So war die feministische Bewegung eine der ersten oppositionellen Gruppen, die nach dem Militärputsch 1980 als Graswurzelbewegung zu einer Demokratisierung beitrug. Das Promotionsprojekt untersucht die Transformation der türkischen Gesellschaft in den 1960er Jahren bis 1980er Jahren in transnationaler und geschlechtergeschichtlicher Perspektive. Es stellt die Frage, wie sich die internationalen Erfahrungen von Arbeitsmigrantinnen seit den sechziger Jahren, die insbesondere nach Deutschland erfolgte, auf die türkische Gesellschaft auswirkten und welche Rolle türkeistämmige Arbeitsmigrantinnen als transnationale Akteurinnen in gesellschaftlichen Wandlungsprozessen einnahmen.

Analysiert werden die Wechselwirkungen der Erfahrungen und Praktiken von türkeistämmigen Migrantinnen in der Bundesrepublik mit jenen von politisch aktiven Frauen in der Türkei und der dort aufkommenden feministischen Bewegung. Wie waren türkeistämmige Migrantinnen in der Bundesrepublik und Feministinnen in der Türkei vernetzt? Welche grenzüberschreitenden Begegnungen und Formen transnationaler Solidarität gab es – und welche Rolle spielten diese Interaktionen für den gesellschaftlichen Wandel in der Türkei? Nicht zuletzt stellt sich die Frage, wie sich migrantische Frauen in den siebziger und achtziger Jahren zur westdeutschen Frauenbewegung positionierten. Mit der Frage nach dem wechselseitigen Erfahrungs- und Wissensaustausch zwischen Migrantinnen und Feministinnen in der Türkei führt das Projekt zwei Entwicklungen in einer neuen Perspektive zusammen, die bisher in der historischen Forschung vornehmlich getrennt betrachtet wurden: die Migration der „Gastarbeiter*innen" und die zweite Welle der feministischen Bewegung in der Türkei.

Das Projekt ist Teil des im Leibniz-Wettbewerb eingeworbenen Projekt „The Historicity of Democracy in the Arab and Muslim Worlds". Erstbetreuer/Projektleiter am ZZF ist Prof. Dr. Frank Bösch.

 

Elisabeth Kimmerle

Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam

Büro: Am Neuen Markt 1, Raum 0.19
Tel.: 0331/28991-35
Fax: 0331/28991-40

E-Mail: kimmerle [at] zzf-potsdam.de

 

Forschung

Frauen in Bewegung. Türkeistämmige Migrantinnen in der Bundesrepublik und die Demokratisierung in der Türkei (1961 bis 1990)

Beginn des Projektes: Mai 2020

Dissertationsprojekt
Projektleitung am ZZF: Frank Bösch

In der Türkei wurde Demokratisierung seit der Republikgründung über die Frage verhandelt, welche Rechte Frauen haben sollten. Diese wurden zunächst begrenzt von oben gewährt, später auch von unten erkämpft. So war die feministische Bewegung eine der ersten oppositionellen Gruppen, die nach dem Militärputsch 1980 als Graswurzelbewegung zu einer Demokratisierung beitrug. Das Promotionsprojekt untersucht die Transformation der türkischen Gesellschaft in den 1960er Jahren bis 1980er Jahren in transnationaler und geschlechtergeschichtlicher Perspektive. Es stellt die Frage, wie sich die internationalen Erfahrungen von Arbeitsmigrantinnen seit den sechziger Jahren, die insbesondere nach Deutschland erfolgte, auf die türkische Gesellschaft auswirkten und welche Rolle türkeistämmige Arbeitsmigrantinnen als transnationale Akteurinnen in gesellschaftlichen Wandlungsprozessen einnahmen.

Analysiert werden die Wechselwirkungen der Erfahrungen und Praktiken von türkeistämmigen Migrantinnen in der Bundesrepublik mit jenen von politisch aktiven Frauen in der Türkei und der dort aufkommenden feministischen Bewegung. Wie waren türkeistämmige Migrantinnen in der Bundesrepublik und Feministinnen in der Türkei vernetzt? Welche grenzüberschreitenden Begegnungen und Formen transnationaler Solidarität gab es – und welche Rolle spielten diese Interaktionen für den gesellschaftlichen Wandel in der Türkei? Nicht zuletzt stellt sich die Frage, wie sich migrantische Frauen in den siebziger und achtziger Jahren zur westdeutschen Frauenbewegung positionierten. Mit der Frage nach dem wechselseitigen Erfahrungs- und Wissensaustausch zwischen Migrantinnen und Feministinnen in der Türkei führt das Projekt zwei Entwicklungen in einer neuen Perspektive zusammen, die bisher in der historischen Forschung vornehmlich getrennt betrachtet wurden: die Migration der „Gastarbeiter*innen" und die zweite Welle der feministischen Bewegung in der Türkei.

Das Projekt ist Teil des im Leibniz-Wettbewerb eingeworbenen Projekt „The Historicity of Democracy in the Arab and Muslim Worlds". Erstbetreuer/Projektleiter am ZZF ist Prof. Dr. Frank Bösch.

 

Elisabeth Kimmerle

Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam

Büro: Am Neuen Markt 1, Raum 0.19
Tel.: 0331/28991-35
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E-Mail: kimmerle [at] zzf-potsdam.de

 

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