Veranstalter
Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF), Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS), Center for Metropolitan Studies (CMS) an der Technischen Universität Berlin, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)
Über die Vortragsreihe
In der Great Acceleration seit der Mitte des 20. Jahrhunderts sind der Energie- und Ressourcenverbrauch, der CO2- und Schadstoffaus stoß, die Flächenversiegelung und die globalen Oberflächentemperaturen massiv angestiegen. Die Massenmotorisierung war ein entscheidender Faktor in diesem Prozess. Ermöglicht wurde die durchgreifende Automobilisierung durch den (Aus-)Bau immobiler Verkehrsinfrastrukturen, wie Tankstellen, Straßen, Brücken oder Parkplätzen, welche urbane aber auch ländliche Lebenswelten massiv umgestalteten und bis heute prägen.
Die Vorlesungsreihe nimmt die „Visionen und Realitäten urbaner Auto(im)mobilität“ in interdisziplinärer Perspektive in den Blick. Indem die infrastrukturellen Bedingungen der Automobilisierung und ihre Wirkung im urbanen Raum untersucht werden, soll zugleich die Frage adressiert werden, wie Infrastrukturen individuelle Mobilitätsmuster prägten, automobile Fortbewegung nahelegten und andere Formen erschwerten. Damit soll die Vorlesungsreihe die gegenwärtigen Debatten über die Verkehrs- und Mobilitätswende informieren.
Termine der Vortragsreihe
13.10.2026
Henry Grabar (Boston)
Parking Fight: How Parking Explains America
10.11.2026
Andreas Knie (WZB)
Der Abspann läuft – vom Einstieg in den Ausstieg aus dem Auto
01.12.2026
Katharina Manderscheid (Universität Hamburg)
Das Auto im Kopf und im gebauten (Stadt-)Raum
19.01.2027
Peter Merriman (Aberystwyth University)
Kinaesthetics, Driving and the Architectures of the Modern Road
26.01.2027
Mimi Sheller (Worcester Polytechnic Institute)
Re-commoning Automobility: Unlocking Energy from Mobility Infrastructure
09.02.2027
Keller Easterling (Yale University)
The Mix is All: Switching protocols in transportation networks
Die Vorlesungsreihe ist Teil des von der Leibniz Gemeinschaft geförderten Forschungsprojekts „Auto(im)mobile Infrastrukturen in der Bundes republik und Westeuropa in der Great Acceleration“, das am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam und dem IRS in Kooperation mit dem Center for Metropolitan Studies der TU Berlin und dem WZB durchgeführt wird. Gefördert wird es von der Leibniz Gemeinschaft, Förderlinie „Kooperative Exzellenz“ (2026).
Vor dem Hintergrund aktueller Debatten über den Klimawandel und die „Mobilitätswende“
bewertet dieses Projekt die Geschichte der Automobilinfrastruktur in Westdeutschland und Westeuropa seit Mitte des 20. Jahrhunderts neu. Mit dem Fokus auf Parkplätzen, Tankstel
len, Umgehungsstraßen und Brücken untersucht es sowohl die Bedingungen, die den Auf
stieg energieintensiver Automobilgesellschaften ermöglicht haben, als auch deren soziale, ökonomische und ökologische Folgen. Im Zentrum steht die Frage, wie materielle Infrastruktur lokale Lebenswelten und Verhaltensmuster geprägt hat, die das Leben auf der Erde tiefgreifend beeinflusst haben.
Technische Universität Berlin
HBS 005
Hardenbergstr. 16-18
10683 Berlin
Ohne Anmeldung, der Eintritt ist frei.
Kontakt für das ZZF:
Prof. Dr. Rüdiger Graf
Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Am Neuen MArkt 1
14467 Potsdam
E-Mail: graf [at] zzf-potsdam [dot] de
