Auto(im)mobile Infrastrukturen in der Bundesrepublik und West Europa in der Great Acceleration

Bildinfo

Foto: Rüdiger Graf

Verbundprojekt
Leitung: Rüdiger Graf und Christopher Neumaier
Gefördert von der Leibniz-Gemeinschaft, Förderlinie „Kooperative Exzellenz“ (2026)

Vor dem Hintergrund aktueller Debatten über den Klimawandel und die „Mobilitätswende“ bewertet dieses Projekt die Geschichte der Automobilinfrastruktur in Westdeutschland und Westeuropa seit Mitte des 20. Jahrhunderts neu. Mit dem Fokus auf Parkplätzen, Tankstellen, Umgehungsstraßen und Brücken untersucht es sowohl die Bedingungen, die den Aufstieg energieintensiver Automobilgesellschaften ermöglicht haben, als auch deren soziale, ökonomische und ökologische Folgen. 
Gefördert von der Leibniz-Gemeinschaft soll die Zusammenarbeit zwischen dem Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, dem Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (Erkner), der Technischen Universität Berlin und dem Wissenschaftszentrum Berlin Forschungen zur Geschichte der Auto(im)mobilität in der Region Berlin anregen und darüber hinaus vernetzen. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie materielle Infrastruktur lokale Lebenswelten und Verhaltensmuster geprägt hat, die das Leben auf der Erde tiefgreifend beeinflusst haben. 

Mitarbeiter:innen
Rüdiger Graf, Christopher Neumaier

Projekte

Beatrice Azzola

Gasoline Tales: Eine Geschichte von Öl, Macht und Tankstellen in Westeuropa

Forschungsprojekt
Dieses Teilprojekt rekonstruiert die Geschichte der Tankstellen in Westeuropa seit den 1950er Jahren und bettet sie in den breiteren Kontext der internationalen Ölpolitik ein, die den Alltag ihrer Nutzer*innen prägte. Im Fokus steht eine vergleichende Analyse Westdeutschlands und Italiens,

Julian-Dakota Bock

Orte des Stillstandes. Parken, urbaner Raum und lokale Lebenswelten in Westdeutschland und Großbritannien, ca. 1950–2000

Dissertationsprojekt 
Das Teilprojekt beschäftigt sich mit der Unterbringung parkender PKW in westeuropäischen Städten seit dem Durchbruch der Massenmotorisierung in den 1950er-Jahren. Dabei wird vor allem danach gefragt, wie die Massenmotorisierung und der damit verbundene Flächenbedarf parkender Fahrzeuge lokale Lebenswelten, Alltagspraktiken und Raumkonflikte prägten.

Leon Waldmann

Umgehungsstraßen im “Autoland” – Motorisierung und Umwelt in der Bundesrepublik der Great Acceleration 1950-2000

Dissertationsprojekt 
Das Projekt untersucht, wie sich in der Bundesrepublik zwischen 1950 und 2000 automobile – und damit energieintensive – Lebensweisen verbreiteten und zugleich im Zuge der Debatten um Umweltverschmutzung und Klimawandel in die Kritik gerieten.