Gasoline Tales: Eine Geschichte von Öl, Macht und Tankstellen in Westeuropa

Bildinfo

Credit: Rüdiger Graf

Beginn des Projektes
Februar 2026

Forschungsprojekt

Tankstellen sind paradigmatische Orte der Konsumgesellschaft sowie einer durch die Automobilisierung geprägten Form von Urbanität. Ursprünglich innerhalb der Stadtgrenzen gelegen und Ende des 20. Jahrhunderts größtenteils an den Stadtrand verlagert, sind Tankstellen heute über das ganze Land verstreut. Sie sind soziale Orte, an denen verschiedene Akteure aufeinandertreffen. 
Dieses Teilprojekt rekonstruiert die Geschichte der Tankstellen in Westeuropa seit den 1950er Jahren und bettet sie in den breiteren Kontext der internationalen Ölpolitik ein, die den Alltag ihrer Nutzer*innen prägte. Im Fokus steht eine vergleichende Analyse Westdeutschlands und Italiens, die beide aus Diktaturen hervorgingen, aber unterschiedliche ölpolitische Entwicklungspfade einschlugen. Während in Italien der Kraftstoffvertrieb vom staatlichen Ölkonzern ENI dominiert wurde, lag er in Westdeutschland vorwiegend in der Hand großer multinationaler Konzerne wie Shell und Esso sowie bedeutender nationaler Unternehmen wie Aral. Anhand einer mehrskalaren Darstellung verfolgt die Geschichte der Tankstellen den Kreislauf von Öl und Macht von globalen und nationalen Ebenen hin zu lokalen Standorten, wo sie sich in alltägliche soziale Praktiken einfügen.

Beatrice Azzola

Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam

Email: beatrice.azzola [at] zzf-potsdam.de


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