Dissertationsprojekt
Das Teilprojekt beschäftigt sich mit der Unterbringung parkender PKW in westeuropäischen Städten seit dem Durchbruch der Massenmotorisierung in den 1950er-Jahren. Anhand von Fallbeispielen aus der Bundesrepublik und Großbritannien wird untersucht, wie politische Akteure, lokale Verwaltungen, technische Experten und zivilgesellschaftliche Akteure die Unterbringung und Organisation des „ruhenden Verkehrs“ aushandelten und welche infrastrukturellen, rechtlichen und regulatorischen Maßnahmen davon ausgehend angewandt wurden. Dabei wird vor allem danach gefragt, wie die Massenmotorisierung und der damit verbundene Flächenbedarf parkender Fahrzeuge lokale Lebenswelten, Alltagspraktiken und Raumkonflikte prägten. Somit dient die Geschichte des Parkens als Sonde, um das Verhältnis von urbaner Raumproduktion und der Herausbildung einer energie-, ressourcen- und flächenintensiven Lebensweise in der „Great Acceleration“ zu analysieren. In konzeptioneller Hinsicht verknüpft das Projekt Ansätze aus der Mobilitäts- und Infrastrukturgeschichte mit einer breiteren umwelt-, stadt- und alltagshistorischen Perspektive.