Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden Wehrmachtssoldaten angehalten, während ihrer Einsätze an der Front Fotoalben anzulegen, etwa vom Überfall auf Polen 1939. Dies änderte sich im weiteren Kriegsverlauf, zum Beispiel infolge von Fotografierverboten, die angesichts von Exekutionen erlassen und dennoch in einigen Fällen umgangen wurden. Darüber, welche Fotografien aus welchen Gründen (nicht) in die Fotoalben aufgenommen worden sein könnten, spricht Svea Hämmerle neben anderem im Podcast »Geschichte Europas«. Darüber hinaus geht es um die Frage, welche Bedeutung Fotografien - einmal als Beleg, einmal als Konstruktion - als Quellen für die Mentalitätsgeschichte haben können. 

Die in der Folge thematisierten Fotografien und Fotoalben sind in den Online-Sammlungen des Hauses der Wannsee-Konferenz zugänglich, die unter anderem in Kooperation mit dem ZZF entstanden sind: Stumme Zeugnisse 1939. Der deutsche Überfall auf Polen in Bildern und Dokumenten, Digitale Foto-Ausstellung zum deutschen Überfall auf Polen 1939. Aus dem Bestand Kurt Seeligers


Svea Hammerle stellt in ihrem Dissertationsprojekt »Fotoalben deutscher Soldaten vom Überfall auf Polen 1939«, am ZZF Potsdam angesiedelt in Abteilung III: Medien- und Informationsgesellschaft, das (Soldaten-)Fotoalbum ins Zentrum der Untersuchung und geht der Narrativität dieser Quellengattung nach.