CfP: „I’ve Got the Power?“ Neue Perspektiven auf Geschlecht und Macht in der DDR

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Veranstalterinnen:
Dr. Stefanie Eisenhuth (Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, ZZF) und Dr. Jessica Bock (Digitales Deutsches Frauenarchiv)

Workshop vom 12.-13.03.2026
Ort: Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald
Einreichfrist: 08.02.2026 

Die „Ostfrau“ ist heute eine populäre Sozialfigur. Der Mythos von der berufstätigen, selbstbewussten, ökonomisch unabhängigen Frau ist so wirkmächtig, dass historische Nuancen manchmal dahinter zu verschwinden drohen. Zugleich wissen wir über Männlichkeit(en) im Sozialismus noch immer erstaunlich wenig. Insgesamt steckt eine umfassende Geschlechtergeschichte der DDR trotz bedeutender Einzelstudien weiterhin in den Anfängen: Viele Felder, Quellen und theoretische Zugänge sind bislang kaum ausgeleuchtet – und es gibt viel zu entdecken.

Der Workshop „I’ve Got the Power?“ lädt ein, gemeinsam neue Perspektiven auf das Verhältnis von Geschlecht und Macht im Staatssozialismus zu entwickeln. Trotz formaler Gleichstellung blieben geschlechtsspezifische Hierarchien und normative Rollenerwartungen bestehen. Wie wurden diese Ungleichheiten legitimiert, unsichtbar gemacht oder alltäglich reproduziert? Welche Machttechniken, Aushandlungsprozesse und informellen Praktiken prägten den sozialistischen Alltag? Und wie lassen sich Handlungsspielräume jenseits offizieller Positionen analytisch fassen?

Der Workshop soll explizit Werkstattcharakter haben und Raum bieten für die Vorstellung neuer und die Diskussion laufender Forschungsprojekte, für theoretische und methodische Überlegungen. Ziel ist ein offener Austausch über Konzepte, Quellenbestände und forschungspraktische Herausforderungen – gerade auch im frühen Stadium einer Arbeit. 

Willkommen sind vor allem Beiträge, die

  • Geschlecht als analytische Kategorie für den Staatssozialismus neu denken,
     
  • Männlichkeits- und Weiblichkeitskonstruktionen im Alltag untersuchen,
     
  • Machtkonstellationen jenseits formeller Entscheidungsstrukturen in den Blick nehmen,
     
  • oder vergleichende Perspektiven auf andere staatssozialistische Gesellschaften eröffnen.
     

Gemeinsam soll in dem Workshop diskutiert werden, wie geschlechtergeschichtliche Ansätze zu einem vertieften Verständnis des Staatssozialismus beitragen können. Die Veranstalterinnen freuen sich ausdrücklich über Beiträge aus der Geschichtswissenschaft sowie aus benachbarten Disziplinen wie den Gender und Cultural Studies. 

Bitte senden Sie bis zum 8. Februar 2026 ein Abstract (max. 3000 Zeichen) an: eisenhuth [at] zzf-potsdam [dot] de 

Für eine begrenzte Anzahl von Teilnehmenden können Übernachtungs- und Reisekosten in Form einer pauschalen Aufwandsentschädigung bezuschusst werden. Details werden den eingeladenen Referent:innen gesondert mitgeteilt. 
Kontakt: eisenhuth [at] zzf-potsdam [dot] de