Beginn: 18:00 - 20:00 Uhr, Einlass: ab 17:30 Uhr
Der Eintritt ist frei.
Veranstalter: Netzwerk Zeitgeschichte
Impulsvortrag und Gespräch
Die zweite Veranstaltung der „Montagsdebatte im Wintersemester 2025/26“ des Netzwerks Zeitgeschichte widmet sich an diesem Abend der Frage, ob die zunehmende Radikalisierung, die wir derzeit erleben, auch auf religiösen und weltlichen Erlösungshoffnungen beruht. Im Anschluss an einen einführenden Impulsvortrag der niederländischen Zeithistorikerin Beatrice de Graaf von der Universität Utrecht folgt ein Gespräch mit Frank Bösch, Direktor des Leibniz-Instituts für Zeithistorische Forschung Potsdam.
Die Veranstaltung wird aufgezeichnet und später auf dem Portal L.I.S.A. der Gerda Henkel Stiftung abrufbar sein.
Erleben wir eine zunehmende Radikalisierung, die auf religiösen und weltlichen Erlösungshoffnungen beruht? Bei der Radikalisierung von Islamisten erscheint dies offensichtlich. Jedoch auch Rechtsextremisten zeigen in zunehmendem Maße religiöse Muster, Symbole und Praktiken. Sie nutzen diese zur Anwerbung, Legitimierung und Verherrlichung von politischer Gewalt in Europa, in den USA und Russland. Solche radikale Erlösungshoffnungen treten auch zunehmend in den Führungen politischer Parteien auf: Trump wird von Evangelikalen als biblischer ›König Kyros‹ gesehen, Orban stellt sich als ›Verteidiger des Christentums‹ dar, Putin wirft sich gar als ›Katechon‹ auf und Vox-Anführer Abascal sieht sich als neuer Kreuzfahrer gegen den Islam. Wie können wir mit dieser Rückkehr radikaler Erlösungshoffnungen umgehen?
Die niederländische Zeithistorikerin Prof. Dr. Beatrice de Graaf (Universität Utrecht) ist eine der bekanntesten Expertinnen für die Geschichte der internationalen Sicherheit und Beziehungen und regelmäßiger Gast in den großen Medien. Sie zeigt in ihrem neuen Buch, wie religiöse Erlösungsnarrative persönliche und gruppengebundene Radikalisierungen und Terrorismus befördern (The Radical Redemption Model, Oxford University Press 2025). Dafür hat sie auch Gespräche mit zahlreichen Terroristen geführt.
Prof. Dr. Frank Bösch (Potsdam) ist u.a. Autor des Buches "Deals mit Diktaturen" zum Umgang mit Autokratien.
Alle vier Termine und Informationen zur Reihe "Montagsdebatte" die sich im Wintersemester 2025/26 dem Thema „Gefährdung der Demokratie? Geschichte, Gegenwart, Zukunft“ widmet, finden Sie auf der ZZF Website unter diesem Link: https://zzf-potsdam.de/wissenstransfer/veranstaltungen/montagsdebatte-d…
Veranstalter ist das Netzwerk Zeitgeschichte::
Ein Projekt der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten in Kooperation mit dem Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) und der Humboldt-Universität zu Berlin. Die Reihe wird von der Bundeszentrale für politische Bildung unterstützt.
Die beiden weiteren Montagsdebatten widmen sich Wirtschaftskrisen als Herausforderungen der Demokratie (9. Februar 2026) und Unterschieden von Demokratiegefährdungen in Ost- und Westdeutschland (23. März 2026).