Journalist, Regierungssprecher, Politiker – Conrad Ahlers und die bundesdeutsche Demokratie. Aus Anlass seines 100. Geburtstags

Bildinfo

Art der Veranstaltung
Podiumsgespräch
Datum
Ort
Berlin

Podiumsdiskussion: 17:00 - 18:30 Uhr
im Anschluss Empfang

Veranstalter:
Presse- und Informationsamt der Bundesregierung und Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam


„Trouble is my business“: Dieser Leitsatz schmückte Ende der 1960er Jahre das Amtszimmer von Regierungssprecher Conrad Ahlers. In der Tat war kaum ein journalistisches Wirken so eng mit den politischen Wechselfällen der Bundesrepublik verknüpft wie die Arbeit des gebürtigen Hamburgers: Spiegel-Redakteur, Chef des Bundespresseamtes, Intendant der Deutschen Welle – Conrad Ahlers war ein Repräsentant des deutschen Elite-Journalismus, zugleich wurden im politischen Streit um einen seiner Beiträge im Spiegel im Jahr 1962 die Grundfragen der Pressefreiheit neu vermessen.

Aus Anlass des 100. Geburtstages von Conrad Ahlers am 8. November 2022 und des 60. Jahrestages der sogenannten Spiegel-Affäre blickt eine Podiumsrunde aus unterschiedlichen Perspektiven – Journalismus, Wissenschaft, Regierungskommunikation – auf die Bedeutung dieser streitbaren Presse-Ikone für die bundesdeutsche Medienöffentlichkeit. Welche Auswirkungen hatte die „Spiegel-Affäre“ auf den Prozess der Demokratisierung in der Bundesrepublik? Wie gelang es den ehemaligen Widersachern des Spiegel-Skandals, Conrad Ahlers und Franz Josef Strauß, gemeinsam als Regierungssprecher und Finanzminister für die Große Koalition seit 1966 zu wirken? Wie eng war das Vertrauensverhältnis des Regierungskommunikators Ahlers zu den Kanzlern Hans Georg Kiesinger und Willy Brandt – und welchen Schatten warf die NS-Vergangenheit bundesdeutscher Politiker in seiner Amtszeit auf das Alltagsgeschäft der Pressesprecher? Welche Rolle spielte Conrad Ahlers, der einst die Junge Union mitgegründet hatte und später als Abgeordneter für die Sozialdemokratie in den Bundestag einzog, als Politiker auf dem Bonner Parkett?

Der Abend erhellt unbekannte und von der Forschung neu beleuchtete Facetten des Lebens eines der prägendsten Journalisten der bundesdeutschen Mediengeschichte. Auch die grundsätzliche Frage nach der Bedeutung des Bundespresseamtes und seiner repräsentativen Persönlichkeiten für die bundesdeutsche Demokratie soll gestellt werden.

Es diskutieren:

Frank Bösch, Direktor des Leibniz-Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam und Professor für Europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts an der Universität Potsdam, er publizierte vielfältig zur Presse- und Mediengeschichte.

Jutta Braun, Abteilungsleiterin am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, sie forscht aktuell zur Geschichte des Bundespresseamts.

Martin Doerry, Historiker und Journalist, von 1998 bis 2014 stellv. Chefredakteur beim SPIEGEL, Autor und Herausgeber zeitgeschichtlicher Bücher, darunter mit Hauke Janssen „Die SPIEGEL-Affäre. Ein Skandal und seine Folgen“, 2013.

Christiane Hoffmann, Erste stellvertretende Sprecherin der Bundesregierung, zuvor u.a. Korrespondentin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in Moskau, Teheran und Berlin, seit 2013 stellvertretende Leiterin und Autorin des Hauptstadtbüros des SPIEGEL.

anschl. Empfang

Veranstaltungsort

Theodor-Haubauch-Saal des Bundespresseamtes
Dorotheenstraße 84
10117 Berlin-Mitte

Kontakt und Anmeldung

Um Anmeldung per E-Mail wird gebeten bis zum 8. Dezember 2022  unter: braun [at] zzf-potsdam [dot] de.
Bitte bringen Sie für die Einlasskontrolle am Abend Ihren Personalausweis mit.
Teilnehmer*innen werden darum gebeten, vor dem Besuch der Veranstaltung einen Covid-19-Test oder Selbsttest durchzuführen.