Buchprojekt
In diesem Projekt wird die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Sextourismus aus der Bundesrepublik in Regionen des Globalen Südens, v.a. Südostasien, untersucht, der sich seit den späten 1960er Jahren etablierte, sowie mit der Heiratsmigration in die Bundesrepublik aus diesen Regionen, insbesondere wenn sie durch kommerzielle Heiratsvermittlungen ermöglicht wurde. Dabei zielt die Analyse einerseits auf die allgemeineren, vor allem medialen Diskussionen und die Frage, wie anhand dieser Themen zentrale Entwicklungen wie die sexuelle Liberalisierung, die Kommerzialisierung von Sexualität und die zunehmende Emanzipation von Frauen ausgehandelt wurden. Andererseits nimmt die Studie die politische, vor allem feministische Arbeit in den Blick, die sich gegen diese Phänomene richtete. Dazu werden die Entstehungskontexte des entsprechenden politischen Engagements und dessen Institutionalisierung rekonstruiert. Zudem werden die zugrunde liegenden Motive und konzeptionellen Einordnungen ebenso analysiert wie die transnationalen Allianzen, die dieser Arbeit trugen, und die Konflikte, die im Rahmen über das Verhältnis von weißen Aktivistinnen und Frauen im und aus dem Globalen Süden entstanden. Das Projekt verfolgt somit eine globalgeschichtlich perspektivierte Analyse der Veränderungen in den Geschlechterverhältnissen und intimen Beziehungen, des auf den Globalen Süden gerichteten tourismuskritischen und feministischen Engagements und der konzeptionellen Einordnung globaler Liebes-, Arbeits- und Ausbeutungsverhältnisse. Die Ergebnisse sollen in Form einer Monografie erscheinen.
Sextourismus und internationale Heiratsvermittlung. Beziehungen zur („Dritten“) Welt und feministischer Protest in der Bundesrepublik der späten 1960er bis frühen 1990er Jahre
Beginn des Projektes
August 2026
Ulrike Schaper
Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam
Email: ulrike.schaper [at] zzf-potsdam.de
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam
Email: ulrike.schaper [at] zzf-potsdam.de