seit 1. August 2026
Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Globalisierungen in einer geteilten Welt am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF)
Seit 2013 war sie Professorin (W1) für die Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts an der Freien Univeresität Berlin. Nach einer positiven Evaluation wurde sie im Oktober 2016 wiederernannt und bekleidet diese Position bis Mai 2026. Zuvor forschte und lehrte sie am Sonderforschungsbereich „Governance in Gebieten mit eingeschränkter Staatlichkeit“ sowie am Institut für Rechtssoziologie sowie dem Institut für Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Im Jahr 2014 war sie Gastwissenschaftlerin an der Universität Cambridge und 2023 Gastdozentin an der Universität Bologna.
Der Schwerpunkt ihrer Forschung liegt auf der globalen Geschichte Deutschlands im späten 19. und 20. Jahrhundert. Derzeit beschäftigt sie sich mit dem Wechselverhältnis von Intimität und Mobilität sowie einer Erfahrungs- und Alltagsgeschichte globalet Verflechtungen. Ihre im Juni 2026 eingereichte Habilitationsschrift behandelt Sextourismus und internationale Heiratsvermittlung und den Protest dagegen im Westdeutschland der späten 1960er bis frühen 1990er Jahre. Sie untersucht die Wechselverhältnisse von Globalisierung, sexueller Liberalisierung und Kommerzialisierung von Intimität in der Beziehung Westdeutschlands zum Globalen Süden. Hier verbindet sie ihr Interesse an Geschlechtergeschichte und Sexualitätsgeschichte mit ihrer Arbeit zu kolonialer Othering und Exotisierungsprozessen und verfolgt diese in der Geschichte der jüngsten Zeitgeschichte.
Ulrike Schaper hat sich zudem intensiv mit deutscher Kolonialgeschichte, kolonialem Wissen und Kolonialrecht beschäftigt und promovierte 2010 mit einer Arbeit über die koloniale Rechtsordnung in der deutschen Kolonie Kamerun. Diese Studie, die 2012 unter dem Titel „Koloniale Verhandlungen – Gerichtsbarkeit, Verwaltung und Herrschaft in Kamerun 1884–1916“ im Campus-Verlag erschien, betrachtet die koloniale Rechtsordnung aus kulturhistorischer Perspektive und analysiert, wie Recht und Gerichtsbarkeit zu Schauplätzen wurden, an denen koloniale Herrschaft ausgeübt und ausgehandelt wurde. In jüngster Zeit nimmt sie auch Aushandlungen um koloniale Erinnerung und deren Verhältnis zu anderen Erinnerungskontexten in den Blick.
Forschungsschwerpunkte
- Geschichte der Mobilität, insbesondere Tourismus und Heiratsmigration
- Alltags- und Erfahrungsgeschichte globaler Verflechtung
- Geschlechtergeschichte, insbesondere Männlichkeitsforschung, und Geschichte der Sexualität
- Geschichte der Frauenbewegung und des Feminismus
- Kolonialismus und koloniale Erinnerung
- Kulturgeschichte des Rechts