Till Goßmann erfolgreich zu Umbrüchen in der Arbeitswelt des ostdeutschen Einzelhandels promoviert

Till Goßmann und Prüfungskommission
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V.l.n.r.: Michael Hochgschwender, Till Goßmann, Winfried Süß, Andreas Wirsching. Foto: Theresia Bauer

Till Goßmann hat seine Dissertationsschrift »Die Vermarktlichung der Arbeit. Arbeitsweltliche Umbrüche im ostdeutschen ›Konsum‹ auf dem Weg vom ›Plan‹ zum ›Markt‹« an der Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften der Ludwig-Maximilians-Universität München mit sehr gutem Erfolg verteidigt. Er wurde mit der Note »magna cum laude« promoviert. 

Der Prüfungskommission gehörten PD Dr. Winfried Süß (Erstgutachter), Prof. Andreas Wirsching (Zweitgutachter), Prof. Michael Hochgschwender und Dr. Theresia Bauer an.

In seinem Dissertationsprojekt untersuchte Till Goßmann erstmalig auf breiter Quellenbasis Umbrüche in der Arbeitswelt des ostdeutschen Einzelhandels. Im Mittelpunkt standen die Fragen, wie die Verbreitung von Marktlogiken seit 1990 betriebliche Arbeitspraktiken, Arbeitserfahrungen und Ungleichheitsverhältnisse der vornehmlich weiblichen Beschäftigten sächsischer Konsumgenossenschaften veränderten und welche Rolle Erfahrungen aus der sozialistischen Wirtschaft in der Marktwirtschaft der Transformationsjahre spielten. Er plädiert dafür, in der Analyse der Übergangsgesellschaft, »eine größere Mehrdeutigkeit zuzulassen«, denn zum einen seien Disparitäten über den Systemwechsel hinweg fortgeschrieben worden, zum anderen seien Vermarktlichungsprozesse »deutlich vielschichtiger« verlaufen, als es die in der sozialwissenschaftlichen Transformationsforschung dominierende »Strukturbruch«-These vermuten lässt.

Till Goßmann forscht seit Dezember 2021 im Rahmen eines von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Graduiertenkollegs zu den »Sozialen Folgen des Wandels der Arbeitswelt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts« am ZZF.