Das ZZF Potsdam begrüßt die renommierte niederländische Historikerin Prof. Dr. Beatrice de Graaf als International Guest. Die Wissenschaftlerin, die an der Utrecht University lehrt und forscht, wird während ihres Gastaufenthalts im Oktober und November in der Direktion des ZZF eingebunden, am Institutsleben teilnehmen und an ihren Forschungsprojekten weiterarbeiten.
„Ich freue mich riesig auf meinen Forschungsaufenthalt am ZZF. Es ist der beste Ort in Deutschland, um auf dem neuesten Stand der Forschung über Themen zu diskutieren, die mir am Herzen liegen und derzeit von großer Dringlichkeit sind. Das sind die Themen politische Gewalt, Sicherheit, Religion, Krisen und Außenpolitik in historischer Perspektive“, sagt Beatrice de Graaf. Der Gastaufenthalt am ZZF sei zudem eine schöne Gelegenheit, die Achse Utrecht/Amsterdam–Potsdam, wo schon einiges passiere, noch etwas stärker zu gestalten, ergänzt de Graaf.
Mit seinem ZZF International Guest Programm lädt das Institut erfahrene Wissenschaftler*innen aus dem Bereich der Zeitgeschichte für einen ein- bis sechsmonatigen Aufenthalt ein. Das Programm unterstützt auch den Ausbau des Kooperationsnetzwerks des ZZF mit internationalen Institutionen.
Neben ihrer Forschungsarbeit wird Beatrice de Graaf in den kommenden Monaten mit den Wissenschafter*innen des ZZF in Austausch und Diskussion treten. So referiert sie am 19. November im öffentlichen Institutskolloquium über ihr laufendes Buchprojekt „Gottespolitik. Die Rückkehr der Religion in der Außenpolitik, 1979 bis heute“. Bereits am 6. November wird sie im Rahmen der Berlin Science Week zusammen mit ZZF-Direktor Frank Bösch auf der interaktiven niederländischen-deutschen Podiumsveranstaltung A resilient society: how can science and research contribute? diskutieren.
Am ZZF forscht die Wissenschaftlerin an ihrem aktuellen Buchprojekt weiter: Hier untersucht sie, wie im Westen (Europa und den USA) entscheidende religiöse Entwicklungen, die in der internationalen Politik zur Krisen führten, wahrgenommen wurden und wie darauf reagiert wurde. Zudem arbeitet sie an zwei weiteren Projekten: „Oxford Handbook of Historical Security Studies: Historicizing Security, from the 19th century to the present“ (zusammen mit Eckart Conze, Thorsten Bonacker und Philipp Lottholz). Und (zus. mit Frederik Frank Sterkenburgh eds.) an einem Buch, das noch in diesem Jahr erscheinen soll zu „Institutions in Crisis. Rewriting the History of Modern Germany“.
Beatrice de Graaf ist seit 2014 Professorin für History of International Relations und Global Governance an der Utrecht University. Im Dezember 2019 wurde ihr der Titel „Distinguished Professor“ an der Universität Utrecht verliehen. Seit 2025 ist sie wissenschaftliche Leiterin von „Adapt! Preparing Societies for future crises“, einem Konsortium aus fünf Universitäten, das gemeinsam ein Gravitation-Projekt (NWO) leitet. De Graaf studierte Modern History and German language and culture in Utrecht und Bonn. Sie promovierte mit der Bestnote (cum laude, PhD) 2004 an der Utrecht University mit einem Thema über die DDR, die niederländischen Kirchen und die Friedensbewegung. Die Arbeit wurde ausgezeichnet mit dem Max-van-der-Stoel-Menschenrechtspreis. Es folgten seitdem zahlreiche weitere Auszeichnungen, wie 2018 der Stevin Prize (dotiert mit 2,5 Millionen Euro), der höchsten Auszeichnung im niederländischen Hochschulwesen. De Graaf ist Autorin zahlreicher, mehrfach ausgezeichneter Buchveröffentlichungen u.a.: „Fighting Terror After Napoleon“ (2021, Cambridge University Press. Ausgezeichnet 2022 mit dem Arenberg Prize for European History).
Eine ausführliche Vita und Angaben über Mitgliedschaften in externen Gremien sowie über International Fellowships von Beatrice de Graaf finden Sie auf der Website der Utrecht University.