Der Tod von Konrad H. Jarausch am 1. September 2026 erfüllt das Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) mit tiefer Trauer.
Mit Konrad Jarausch verliert das Institut eine große Gründerpersönlichkeit. Noch beim Sommerfest 2026 war er bei uns in Potsdam ein interessierter und gesprächiger Gast, der großen Anteil am aktuellen Institutsgeschehen nahm.
Konrad Jarausch hat das ZZF ganz maßgeblich mitgeprägt. Schon 1992 und 1994/95 kam er, als akademischer Auswanderer in der US-amerikanischen Akademia etabliert, als Gastwissenschaftler an den neu gegründeten „Forschungsschwerpunkt Zeithistorische Studien“ nach Potsdam. 1996 wurde aus dem Forschungsschwerpunkt das „Zentrum für Zeithistorische Forschung“, und zum großen Glück des Instituts nahm Konrad Jarausch 1998 die Ko-Direktorenstelle an der Seite von Christoph Kleßmann an. Beide entwickelten am ZZF innovative gesellschaftsgeschichtliche Perspektiven auf die DDR und das Konzept einer integrierten deutschen Nachkriegsgeschichte.
Zugleich war Konrad Jarausch ein Pionier der Digital History in Deutschland. So war er maßgeblich an der Gründung von H-Soz-Kult beteiligt und setzte bei der am ZZF edierten Fachzeitschrift, den „Zeithistorischen Forschungen“, von Anfang an auf das hybride Format. Er hat eine große intellektuelle und institutionelle Wirkung entfaltet.
Konrad Jarausch leitete das ZZF bis 2006. Als Senior Fellow blieb er unserem Institut bis zuletzt verbunden. Wir verdanken ihm viel und werden sein Vermächtnis fortführen!