Thomas Schaarschmidt, Andreas Weigelt, Klaus-Dieter Müller und Mike Schmeitzner (Hg.)

Todesurteile sowjetischer Militärtribunale gegen Deutsche (1944-1947)

Eine historisch-biographische Studie

Bildinfo

Schriften des Hannah-Arendt-Instituts Band 56

Die Publikation schließt eine Lücke in der Aufarbeitung des Stalinismus und der deutschen Nachkriegsgeschichte. Mit der Studie werden zugleich weiter zurückliegende Forschungen des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung und der Stiftung sächsischer Gedenkstätten fortgeführt. Lange nach Abschluss des Projekts zu den SMT-Todesurteilen gegen deutsche Zivilisten 1950 bis 1953 war der Zeitraum von 1944 bis zur Aussetzung der Todesstrafe 1947 weitgehend eine terra incognita geblieben. Die jetzt abgeschlossene Forschungsarbeit beruht auf Recherchen in russischen, deutschen und amerikanischen Archiven. Sie präsentiert sowohl eine statistische und qualitative Auswertung der Urteile als auch eine umfassende biografische Übersicht zu den Verurteilten. So wurden nach aktuellem Stand gegen 3301 Deutsche Todesurteile verhängt, 2542 davon vollstreckt. Anders als für die Zeit von 1950 bis 1953, in der die Verfolgung widerständiger Aktionen gegen die Sowjetisierung in der DDR dominierte, stand für die Jahre bis 1947 die juristische Ahndung von Verbrechen aus der Zeit vor 1945 im Vordergrund.
Die Studie basiert auf einem Verbundprojekt des Hannah-Arendt-Instituts, der Stiftung sächsischer Gedenkstätten und des Zentrums für Zeithistorische Forschung, die von der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur finanziert wurde.

Rezension: Der Tagesspiegel, Rubrik "Politische Bücher" vom 3.06.2015, S. 21. Rezensent: Hannes Schwenger
 

Rezension: Sächsisches Archivblatt 2/2015, S. 21f. (pdf).
Rezensent: Raymond Plache

Jahr
2015
Ort
Göttingen
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht
Seiten
488
ISBN
978-3-525-36968-5