Anthroposophische Unternehmen zwischen esoterischer Weltanschauung und ökonomischer Praxis

Start of the project
May 2026

Forschungsprojekt 

Das Projekt untersucht die Entwicklung anthroposophisch geprägter Unternehmen in Deutschland im 20. Jahrhundert. Im Mittelpunkt stehen Unternehmen wie Weleda, Alnatura, dm-drogerie markt oder Demeter, die aus dem anthroposophischen Milieu hervorgegangen sind oder bis heute eng mit ihm verbunden bleiben. Gefragt wird danach, welche Bedeutung anthroposophische Ideen und Praktiken für die Unternehmensführung, Organisationsstrukturen und wirtschaftliche Entscheidungen besaßen und wie diese Unternehmen ihre weltanschauliche Prägung nach außen kommunizierten. Zugleich untersucht das Projekt die Wechselwirkungen zwischen wirtschaftlichem Erfolg und Anthroposophie. Es untersucht, welchen Beitrag erfolgreiche Unternehmen zur institutionellen Stabilisierung und gesellschaftlichen Verbreitung der Anthroposophie leisteten und inwiefern wirtschaftliche Zwänge und Marktmechanismen die Weltanschauung selbst veränderten. Darüber hinaus soll analysiert werden, welchen Beitrag die Anthroposophie zum wirtschaftlichen Erfolg dieser Unternehmen leistete, etwa indem sie eine spirituelle Motivation für Arbeitsleistung und unternehmerisches Handeln bereitstellte. Der Blick auf anthroposophische Unternehmen eröffnet schließlich die Möglichkeit, grundsätzlicher zu fragen, inwiefern sich das wirtschaftliche Leben im globalisierten Kapitalismus tatsächlich von weltanschaulichen Prägungen gelöst hat.

Lena Senoner

Leibniz Centre for Contemporary History Potsdam ZZF
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam

Email: senoner [at] zzf-potsdam.de


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