Desertionen in der Diktatur
Die Nationale Volksarmee und insbesondere die Grenzsoldaten waren eine wichtige Stütze der SED-Herrschaft. Fahnenflucht wurde deshalb mit politischer Bedeutung aufgeladen und hart bestraft. Wie haben die Justizakteure das Delikt konstruiert? Welche Strafverfolgungspraktiken ergaben sich daraus? Welche Rolle spielten Teilöffentlichkeiten? Konstantin Neumann hat die Fälle von 1111 verurteilten Deserteuren statistisch analysiert. Anhand einer Stichprobe von 97 Personen wertet er Ermittlungs- und Überwachungsakten, staatliche Sachakten, Gesetzeskommentare, Memoiren und weitere Quellen aus und liefert so in einer empirisch gesättigten Fallstudie einen neuen Forschungsbeitrag zur DDR-Justiz.
Die Publikation hat Konstantin Neumann ab 2021 als assozierter Doktorand in Abteilung IV »Regime des Sozialen« am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam erarbeitet.
Das Buch ist am 14. Juli 2026 im Ch. Links Verlag in der ZZF-Reihe »Kommunismus und Gesellschaft« erschienen und kann über die Verlagsseite bestellt werden.
