Zeit: 14 - 16 Uhr
Die Veranstaltungssprache ist Englisch.
PROGRAMM
Gespräch des Autors mit Jan C. Behrends (ZZF Potsdam) über das politische Leben von Viktor Orbán, der historischen Einordnung der Entwicklungen in Ungarn seit 1989 und den Blick auf die aktuelle politische Lage nach der jüngsten Wahl in Ungarn.
Das Buch "Orbán. Die Biografie. Vom Dorffußballer zum globalen Vorbild der Illiberalen" zeichnet das politische Leben von Viktor Orbán nach und verbindet dessen Aufstieg mit einer fundierten historischen Analyse der politischen, gesellschaftlichen und institutionellen Entwicklungen Ungarns seit 1989. Zugleich entwirft es ein differenziertes Gesamtbild des postkommunistischen Ungarn aus mitteleuropäischer Perspektive und zeigt, wie sich das Land seit Orbáns Machtübernahme 2010 von einer unvollkommenen, aber demokratisch legitimierten Ordnung schrittweise zu einem zunehmend autoritären, illiberalen System entwickelt hat. Im Zentrum steht weniger eine klassische persönliche Biografie als vielmehr die Untersuchung des politischen Systems Orbán, seiner Machtstrukturen und seiner ideologischen Transformation vom liberalen Reformer zum globalen Symbol illiberaler Politik. Auch über aktuelle politische Veränderungen hinaus bleibt das Buch hoch relevant, da es die gewachsenen Machtstrukturen und institutionellen Gefüge erklärt, die weit über einzelne Wahlausgänge hinaus fortbestehen können. Gleichzeitig interpretiert Bottoni Ungarns Entwicklung als europäisches Warnsignal, weil das Orbán-Modell weit über nationale Grenzen hinaus politische Strahlkraft entfaltet und internationale Debatten über Demokratie, Nationalismus und Autoritarismus beeinflusst. Das Buch ist in deutscher Übersetzung im Verlag Alhambra Press 2025 erschienen.
Eine Veranstaltung des Leibniz-Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF)
Über den Autor
Stefano Bottoni ist Tenure-Track-Assistenzprofessor am Fachbereich Geschichte (SAGAS). Zwischen 2009 und 2019 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte des Forschungszentrums für Geisteswissenschaften der Ungarischen Akademie der Wissenschaften sowie Gastwissenschaftler am Imre Kertész Kolleg Jena (März bis November 2015). Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf der politischen und sozialen Geschichte Osteuropas unter den sozialistischen Regimen, mit besonderem Fokus auf Nationalitätenpolitik in Rumänien sowie den politischen Entwicklungen in Ungarn nach 1989. Zudem ist er aktiv am EU-kofinanzierten Bildungsprogramm „History in the Public Sphere“ beteiligt, wo er Mitglied des Ausschusses für Curriculumentwicklung und Qualitätssicherung ist. In den vergangenen 15 Jahren war er an mehreren internationalen Forschungsprojekten beteiligt, darunter „Schleichwege: Inoffizielle Begegnungen und Kontakte sozialistischer Staatsbürger 1956–1989“ (Volkswagen Stiftung, 2008), „Physical Violence in State Socialism“ (Zentrum für Zeithistorische Forschung, 2012–2015) sowie COURAGE, ein EU-gefördertes Horizon-2020-Projekt zur Erforschung kulturellen Dissenses im kommunistischen Osteuropa (2016–2019). Zu seinen Veröffentlichungen zählen unter anderem Long Awaited West. Eastern Europe since 1944 (Bloomington: Indiana University Press, Oktober 2017) sowie Stalin’s Legacy in Romania. The Hungarian Autonomous Region, 1952–1960 (Lanham: Lexington Books, Harvard Cold War Series, 2018).
Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Raum: Open Space
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam
Stephanie Karmann
Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam
karmann [at] zzf-potsdam [dot] de
