Der Staatsmann hat Gesellschaft bekommen. In unserer kommunikativ vernetzten Gegenwart begegnen und beeinflussen sich Diplomatie und Gesellschaft vielfältig: Zum einen wird die Öffentlichkeit zum Ziel von Public Diplomacy. Zum anderen bringt die Diplomatie ihre eigenen Akteur*innen hervor, die sich in aussenpolitische Prozesse einmischen – von Einzelpersonen wie etwa Greta Thunberg, Angelina Jolie oder Dennis Rodman bis zu NGOs wie Amnesty International. Die Publikation widmet sich der Verwobenheit von Diplomatie und Zivilgesellschaft von den 1920er bis in die 1980er Jahre. Wir zeigen auf, welche Ziele und Strategien Privatpersonen, Aktivist*innen, Lobbyist*innen und Prominente verfolgten, um auf internationale Diplomatie Einfluss zu nehmen und inwiefern ihnen das gelang oder nicht. Wandten sie sich gegen die offizielle Diplomatie, gingen sie Allianzen ein oder handelten sie unabhängig? Gelang es ihnen, internationale Agenden zu setzen? Und inwiefern veränderten sie nicht nur bestimmte Themen internationaler Politik, sondern die Kultur der Diplomatie selbst – mit Folgen bis heute? Diesen Fragen widmet sich der Band anhand verschiedener Themen – von der internationalen Frauenrechtsbewegung über Menschenrechtsdiplomatie, Umweltdiplomatie und Wissenschaftsdiplomatie bis hin zu Tierdiplomatie.
Der Band enthält Beiträge von sieben Historiker*innen: Benjamin Auberer, Roman Birke, Timo Holste, Carolin Liebisch-Gümüş, Julian Schellong, Britta-Marie Schenk, Kathleen Siemermann. Sie haben ihre unterschiedlichen Forschungsprojekte aus den Bereichen Neue Diplomatiegeschichte, Internationale Geschichte und Globalgeschichte miteinander vernetzt.
cache 05: Diplomatie in Gesellschaft ist seit März 2026 online im Open Access (DOI: 10.5281/zenodo.17962723, CC BY-NC-ND) und als gedrucktes Buch erhältlich.
Die Herausgeberin Carolin Liebisch-Gümüş ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam und forscht in der Abteilung V: Globalisierungen in einer geteilten Welt.
