Verflochtene Umbrüche. West- und Ostdeutschland im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts

Bildinfo

Art der Veranstaltung
Konferenz
Datum
-
Ort
Potsdam

Die Zeitgeschichtsforschung diskutiert die 1970/80er Jahre derzeit intensiv als Phase grundlegender internationaler Umbrüche. Sie gelten als Krisenzeit „nach dem Boom“, in der der Strukturwandel am Ende des Industriezeitalters mit grundlegenden sozioökonomischen, kulturellen und politischen Veränderungen einherging. Auffälliger Weise konzentriert sich diese Debatte trotz transnationaler Ansätze fast durchweg auf die Bundesrepublik und westliche Nachbarländer. Die seit langem bestehende Forschung zur DDR und Osteuropa wird dagegen kaum eingebunden.

Die Konferenz fragt, inwieweit es seit den 1970er Jahren zu übergreifenden gesellschaftlichen Veränderungen kam, die auch den „eisernen Vorhang“ durchdrangen. In welchem Maße überbrückten etwa die ökonomischen Krisen und der Wandel des Politischen, die Umwelt- und Energieprobleme oder auch die neue Bedeutung von Medien, Konsum, Sport und Mobilität die Mauer? Welche Rückwirkungen hatte dies für den Niedergang der DDR, aber auch für das wiedervereinigte Deutschland?
Die Tagung bettet den Mauerfall vor 25 Jahren somit in langfristige gesellschaftsgeschichtliche Entwicklungen vor und nach 1989 ein. Sie nimmt zudem eine vergleichende Perspektive ein, ohne jedoch Ost und West gleichzusetzen. Dabei diskutiert sie für unterschiedliche Felder die Ursachen, Verlaufsformen und Grenzen dieser Wandlungsprozesse und erörtert mögliche neue Leitbegriffe. Durch den Einbezug der 1990er Jahre diskutiert sie schließlich, in welchem Maße sich das wiedervereinigte Ost- und Westdeutschland aneinander annäherten oder Unterschiede fortbestanden und neu aufkamen.

Konferenzflyer mit Programm (pdf)


Programm

Donnerstag, 20.11.2014

13.30 Uhr
Einführung

14.00 Uhr
Frank Bösch / Jens Gieseke
Getrennt und vereint: Der Wandel des Politischen
Kommentar: Dominik Geppert
Chair: Annelie Ramsbrock

15.00 Uhr Kaffeepause

15.30 Uhr
Ralf Ahrens / André Steiner
Globalisierung, wirtschaftlicher Strukturwandel und politische Intervention
Kommentar: Werner Plumpe
Chair: Rüdiger Graf

16.30 Uhr
Rüdiger Hachtmann
Rationalisierung, Automatisierung, Digitalisierung. Arbeitswelten im Wandel
Kommentar: Kim Priemel
Chair: Rüdiger Graf

17.30 Uhr Kaffeepause

18.00 Uhr
Winfried Süß
Soziale Sicherheit und soziale Ungleichheit in wohlfahrtsstaatlich formierten Gesellschaften
Kommentar: Jürgen Kocka
Chair: Sandrine Kott

20.00 Uhr
Abendessen


Freitag, 21.11.2014

9.00 Uhr
Wilfried Rudloff / Emmanuel Droit
Bildung zwischen Ideologie und Wirtschaft
Kommentar: Ralph Jessen
Chair: Gerd Geißler

10.00 Uhr
Frank Uekötter
Ökologische Verflechtungen
Kommentar: Melanie Arndt
Chair: Thomas Lindenberger

11.00 Uhr Kaffeepause

11.15 Uhr
Maren Möhring
Mobilität und Migration in und zwischen Ost und West
Kommentar: Karen Schönwälder
Chair: Martin Sabrow

12.15 Uhr
Christopher Neumaier / Andreas Ludwig
Wohlfühlen als Projekt: Differenzierung und Individualisierung der Lebenswelt in Ost und West
Kommentar: Dorothee Wierling
Chair: Martin Sabrow

13.00 Mittagspause

14.00 Uhr
Frank Bösch / Christoph Classen
Die geeinte Mediennation? Die deutsch-deutschen Massenmedien
Kommentar: Michael Meyen
Chair: Axel Schildt

15.00 Uhr
Jürgen Danyel / Annette Schuhmann
Wege in die Informationsgesellschaft
Kommentar: Elke Seefried
Chair: Konrad H. Jarausch

16.00 Uhr Kaffeepause

16.15 Uhr
Jutta Braun
Wettkampf zwischen Ost und West. Sport und Gesellschaft
Kommentar: Hans Joachim Teichler
Chair: Thomas Schaarschmidt

17.00 Uhr Schlussdiskussion
Impulsreferate:
Konrad H. Jarausch
Dorothee Wierling

18.00 Konferenzende

 

Zu den Zielen der Konferenz lesen Sie auch den kurzen Hintergrund-Artikel in den Potsdamer Neuesten Nachrichten (PNN) vom 26. November 2014  "Langfristige Entwicklungsgeschichte" sowie ebenfalls vom 26. November 2014 in den PNN ein Interview mit ZZF-Direktor und Zeithistoriker Frank Bösch "Die Probleme haben die Mauer überbrückt" über einen neuen Blick auf den Mauerfall, eine längerfristige gesamtdeutsche Perspektive und die Annäherung an die DDR an den Westen.

Veranstaltungsort

Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Großer Seminarraum
Am Neuen Markt 9 d
14467 Potsdam

Kontakt und Anmeldung

Veranstalter:
Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam

Organisation:
Prof. Dr. Frank Bösch, ZZF Potsdam


Anmeldung zur Tagungsteilnahme bis zum 14. November 2014:
Judith Koettnitz
Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Email: koettnitz [at] zzf-pdm [dot] de