Beginn: 20 Uhr, Einlass: 19 Uhr
Ob Punks, Skinheads, Heavy-Metal-Fans oder Gothics: Mitglieder der vermeintlich „negativ-dekadenten" Jugend- und Subkulturen in der DDR waren es gewohnt, dass der SED-Staat sie und ihre Ausdrucksformen massiv unterdrückte. Auch die Produktion von eigenen Fanzines war kaum möglich, weshalb Fanzines aus dem Westen den Szenen immer wieder als Sprachrohr dienten. Erst in den letzten Jahren der DDR und in der Nachwendezeit entstanden auch in Ostdeutschland eigene Fanzines und Zeitschriften.
Im Rahmen des Projekts SPUR hat das Archiv der Jugendkulturen in Kooperation mit dem Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) seine Fanzinesammlung systematisch nach solchen Zeugnissen durchforscht und Hunderte Quellen zusammengetragen. Der Pophistoriker Florian Völker (ZZF Potsdam) stellt die daraus entstandene Quellenedition vor und liest ausgewählte Beiträge. Die Texte geben unmittelbare Einblicke in die damaligen Ereignisse – und zeigen, wie die Beteiligten sich selbst, ihre Szenen und ihre Zeit wahrnahmen.
Im Projekt SPUR wurden einzelne Fanzine-Bestände von den 1950er Jahren bis Mitte der 1990er Jahre aus den Bereichen Beat, Rock’n’Roll, Punk, Heavy Metal, Gothic/Dark Wave, (Indie-)Rock, Skinheads, Science-Fiction und Fußball einer systematischen Recherche unterzogen. Die aufgefundenen ‚Spuren‘ wurden in einer Bibliografie zusammengestellt, als PDF/A-Dokumente digitalisiert und an einem digitalen Arbeitsplatz im AdJ für die Forschung zugänglich gemacht. In einem zweiten Schritt wurde aus den gefundenen ›Spuren‹ pop- und subkultureller Szenen aus der DDR eine Quellenedition gemeinsam erarbeitet. Diese wurde seit Sommer 2024 von Florian Völker bearbeitet und ist im Juli 2026 online via »zdbooks« erschienen, der Open Access-Publikationsplattform des ZZF Potsdam. Die Printausgabe kann über das Archiv der Jugendkulturen bezogen werden.
Die Quellenedition im Open Access zum download: https://zdbooks.de/
Dr. Florian Völker ist assoziierter Wissenschaftler am ZZF in der Abteilung Medien- und Informationsgeellschaft. Er promovierte am ZZF zu den Motiven und Strategien der Kälte in der deutschen Popmusik. Anschließend arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am ZZF und leitete ein Projekt zur Erfassung sub- und popkultureller Beiträge aus der DDR in der Fanzine-Sammlung des Archivs der Jugendkulturen Berlin.
Schokoladen
Ackerstrasse 169
10115 Berlin
Anfahrt & Kontakt
Eintritt ist frei, ohne Anmeldung
Kontakt für das ZZF:
Dr. Florian Völker
Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam
E-Mail: voelker [at] zzf-potsdam [dot] de