Jahrestagung der GHS: Der Sozialstaat und die deutsche Einheit. (Ko-)Transformationen, Integrationsprozesse, Ungleichheitsdynamiken

Auf dem Bild sind Demonstrierende zu sehen, sie halten ein Banner mit der Aufschrift "Wo bleiben die neuen Arbeitsplätze".
Open

Bildinfo

Tagungsplakat

Art der Veranstaltung
Jahrestagung
Datum
-
Ort
Erfurt


Jahrestagung der Gesellschaft für Historische Sozialpolitikforschung (GHS)

Organisator*innen: 
Christiane Kuller (Universität Erfurt), Christoph Lorke (LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte Münster), Winfried Süß (Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam)

Die Tagung fokussiert die vielfältigen Transformations- und Integrationsprozesse des deutschen Sozialstaats im Kontext deutschen Einheit. Im Zentrum stehen die tiefgreifenden Umbrüche auf dem Arbeitsmarkt, wo der Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft neue Formen von Arbeitslosigkeit hervorbrachte und die Arbeitsverwaltung vor immense Herausforderungen stellte.
Beleuchtet werden zudem die Prozesse der Vermarktlichung und Privatisierung sozialer Risiken, die in den 1990er Jahren zu grundlegenden Verschiebungen in der Verantwortungsteilung zwischen Staat, Markt und Familie führten – von der Altenpflege über die Bahnprivatisierung bis zur späteren „Agenda 2010“. 
Darüber hinaus werden spezifische sozialpolitische Probleme der Vereinigungsgesellschaft analysiert, darunter Fragen der Rentenüberleitung, der öffentlichen Kommunikation von Rechtsänderungen und neuer Formen staatlicher Vorsorge.  Die Tagung untersucht damit die komplexen Wechselwirkungen zwischen deutscher Einheit, Sozialstaatswandel und den daraus resultierenden Ungleichheitsdynamiken.

Im Anschluss an den Workshop findet die Mitgliedsversammlung der GHS statt.

Programm

Donnerstag, 12. März 2026

13.30-14 Uhr
Ankunft/Kaffee

14-14.30 Uhr
Begrüßung und Einführung
Christiane Kuller (Erfurt) / Christoph Lorke (Münster)

14.30-16.30 Uhr
Arbeitsmarkt
Moderation: Jessica Lindner-Elsner (Eisenach)

  • Wiebke Wiede (Trier): Arbeitslosigkeit und Arbeitsverwaltung in den „neuen“ Bundesländern
  • Christian Rau (Berlin): Von der aktiven zur aktivierenden Arbeitsmarktpolitik? Der „zweite Arbeitsmarkt“ zwischen Transformationspolitik und der „Krise des Sozialstaats“
  • Till Goßmann (Potsdam): Die „Neue Verkäuferin“ in der Marktwirtschaft. Berufliche Umbrüche im ostdeutschen »Konsum« in den 1990er-Jahren

Pause

17-19 Uhr
Vermarktlichung & Privatisierung von Risiken
Moderation: Heike Wieters (Berlin)

  • Nicole Kramer (Köln), Die doppelte Privatisierung. Altenpflege zwischen Markt und Familie in den 1990er Jahren
  • Jessica Hall (Potsdam), Bahn frei für den Markt? Zur Privatisierung von Deutscher Bundesbahn und Deutscher Reichsbahn
  • Nikolas Dörr (Villingen-Schwenningen), Third Way made in Germany: New Labours Einfluss auf die Entstehung der Agenda 2010

Abendessen

Freitag, 13. März 2026

9-11 Uhr
Sozialpolitische Probleme der Einheitsgesellschaft
Moderation: Jenny Pleinen (Bremen)

  • Jonathan Voges (Potsdam), „Für alle Fälle vorbereitet.“ Preparedness und die neue (Sozial-)Staatlichkeit
  • Madleen Podewski (Erfurt), Sozialpolitik in der Ratgebersektion. Wie die Neue Berliner Illustrierte ihre Leser über neue Rechtslagen informierte
  • Ulrike Winkler/Marc von Miquel (Berlin), Die Überleitung der DDR-Renten aus rechtshistorischer Perspektive: Zur "Altersversorgung der Intelligenz" und zu Kontinuitäten des Fremdrentenrechts

Pause

11.30-12.30 Uhr
Kommentar/Abschlussdiskussion
Moderation: Jutta Braun (Potsdam)

Winfried Süß (Potsdam) 

anschl. Mittagessen
 

Veranstaltungsort
Universität Erfurt, Coelicum, Domstraße 10
Kontakt und Anmeldung
Kontakt: philfak.zeitgeschichte@uni-erfurt.de