Presseinformation des ZZF Potsdam vom 24. Februar 2026
Am Dienstag, den 3. März 2026, geht um 19 Uhr ein neues Portal zur Geschichte des Rechtsradikalismus online. Es bietet eine kommentierte Auswahl von bislang schwer zugänglichen Zeugnissen aus der Zeit zwischen 1945 und 2000. Sie verdeutlichen, wie sich die Ideologie, die Organisation und das Auftreten des Rechtsradikalismus entwickelte.
Dazu zählen etwa Dokumente zur Holocaust-Leugnung, Aufrufe zur Gewalt oder zur Gewinnung von Zielgruppen wie Schüler*innen. Die Dokumente sollen künftige Forschungen anregen und in der Lehre und Bildungsarbeit verwendet werden. Über 30 Wissenschaftler*innen haben diese mit begleitenden Artikeln kommentiert, weitere werden folgen. Nach der Freischaltung ist das Portal verfügbar unter: https:/radikale-rechte.de.
Herausgeber des Portals sind Prof. Dr. Frank Bösch, Direktor des Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF), und Prof Dr. Gideon Botsch vom Moses Mendelssohn Zentrum Potsdam (MMZ). Das Portal entstand im Rahmen eines von Bösch und Botsch der VW-Stiftung finanzierten Projektes zur Geschichte des deutschen Rechtsradikalismus seit 1945, das dessen Ideologie und Medien, Organisationen und Netzwerke und dessen Gewalt und Terrorismus systematisch untersucht.
„Die Geschichte der Rechtsradikalismus nach 1945 ist bislang kaum im Unterricht von Schulen und Universitäten verankert. Dies Portal eröffnet einen exemplarischen Zugang“, sagt Frank Bösch.
„Wir wollen dafür werben, sich verstärkt den Originalquellen zuzuwenden, die nicht immer ganz leicht zu finden sind - aber einen hohen Aussagewert haben“, ergänzt Gideon Botsch.
Das Portal wird in einer Videokonferenz am 3.3.26 vorgestellt. Wir laden herzlich zur Teilnahme ein. Die Einwahldaten lauten:
https://uni-potsdam.zoom-x.de/j/66981206985
Meeting-ID: 669 8120 6985, Kenncode: 17236345
Programm
19.00 Uhr Prof. Dr. Frank Bösch (ZZF-Direktor): Die Geschichte des Rechtsradikalismus nach 1945 erforschen
19.10 Uhr Prof. Dr. Gideon Botsch (Leiter der Emil Julius Gumbel Forschungsstelle Antisemitismus und Rechtsextremismus am MMZ): Quellen des Rechtsextremismus
19.25 Uhr Vorstellung exemplarischer Quellen und Artikel:
- Dr. Marie-Müller Zetzsche (MMZ): Maurice Bardèches "Weg nach vorn" (1952)
- Jakob Saß (ZZF): Flugblatt vom neonazistischen Kampfbund deutscher Soldaten (1977)
Für Rückfragen zum Projekt sowie für Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an:
Prof. Dr. Frank Bösch
Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF)
E-Mail: sekretariat [at] zzf-potsdam [dot] de
Weitere Informationen:
https://zzf-potsdam.de/forschung/projekte/direktion-die-radikale-rechte-in-deutschland-1945-2000
https://projekt.radikale-rechte.de/
Über das ZZF Potsdam
Das Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) erforscht die Zeitgeschichte im 20. Jahrhundert und ihre Bezüge zur Gegenwart. Die deutsche und europäische Gesellschaftsgeschichte nach 1945 steht im Mittelpunkt der Forschung, sie wird zugleich auch in ihren internationalen Bezügen untersucht. Neben der Grundlagenforschung sind die Bereitstellung von Forschungsinfrastrukturen und der Wissenstransfer zentrale Aufgabenfelder des ZZF, insbesondere durch digitale Plattformen.
Bildnachweis: Leipzig, Demonstration von "Republikanern", Neonazis, Januar 1990, Foto: Bundesarchiv, Bild 183-1990-0115-032 / Kluge, Wolfgang / CC BY-SA 3.0 DE