Abgeschlossenes Dissertationsprojekt
Teilprojekt des Verbundprojekts "Die Erwartung von Grenzen und die Begrenzung der Erwartungen"
Das Projekt untersuchte die Regulierung des privaten Energiekonsums im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts. Im Fokus standen die Steuerungsinstrumente, mithilfe welcher umweltgerechtes Verhalten herbeigeführt werden sollte. Dabei ging das Projekt von einem weiten Regulierungsbegriff aus und nahm neben Regierungsbehörden auch zivilgesellschaftliche Organisationen in den Blick.
Angesichts der Beobachtung, dass sich trotz eines ansteigenden ökologischen Bewusstseins kein entsprechender Verhaltenswandel in der Bevölkerung einstellte, suchten umweltpolitische Akteure seit den 1970er-Jahren nach Steuerungsinstrumenten jenseits von Gesetzen, Verordnungen und Aufklärungsmaßnahmen. Vor allem Ökonomen, aber auch Psychologen und Sozialwissenschaftler boten sich zunehmend als Experten an und verwiesen auf unterschiedliche verhaltenswissenschaftliche Modelle wie die Diskrepanz von Bewusstsein und Verhalten zu erklären und aufzulösen sei. Mit Blick auf das Energieverbrauchsverhalten fragte das Projekt nach den Veränderungen und den jeweiligen Mischungsverhältnissen verschiedener Steuerungsinstrumente. Indem es systematisch zwischen marktbasierten, verhaltenswissenschaftlichen und moralischen Steuerungsansätzen unterschied, ging das Projekt auch der Frage nach einem gewandelten Verständnis von Governance seit den 1970er-Jahren am Beispiel der Umweltpolitik nach.