Radikale Rechte in der Bundeswehr und NVA (1955/56-1998)

Beginn des Projektes
April 2021
Ende des Projektes
April 2026

Abgeschlossenes Dissertationsprojekt
im Verbundprojekt „Die radikale Rechte in Deutschland, 1945-2000“

Die aktuell debattierten rechtsextremen Vorfälle bei der Bundeswehr um den Fall „Franco A.“, das „Hannibal“-Netzwerk und das KSK sind nicht allein gegenwärtige Konjunkturen radikalnationalistischer Bewegungen. Sie verweisen vielmehr auf jahrzehntelange Aktivitäten der radikalen Rechten. Das Dissertationsprojekt untersuchte daher erstmalig auf Basis von internen Akten zäsurübergreifend und akteursorientiert auch bislang unbekannte Praktiken der radikalen Rechten sowohl in der Bundeswehr als auch vergleichend in der NVA.

Während ostdeutsche Soldaten trotz der massiven Überwachung hundertfach vor allem mit NS-Verherrlichung, Propagandadelikten sowie antisowjetischen, antisemitischen und revanchistischen Äußerungen provozierten und ihre Distanz zum SED-Staat zeigten, gingen die Praktiken rechtsradikaler Akteure in der Bundeswehr weit darüber hinaus: Aktivitäten in rechtsradikalen Parteien wie der NPD, rassistisch motivierte Gewalttaten und rechtsterroristische Handlungen stellten das neue reformerische Leitbild vom mündigen, verfassungstreuen „Staatsbürger in Uniform“ immer wieder auf eine harte Probe.

Im Vordergrund stehen hier vor allem der Mentalitätstransfer der NS-sozialisierten „Erlebnisgeneration“ sowie Wechselwirkungen zwischen den beiden Streitkräften, darunter Propagandakampagnen und mögliche grenzübergreifenden Nachahmungstaten von rechtsradikalen Soldaten in Ost und West. Die Vergleichsstudie betrachtete zudem, wie die Bundesrepublik und die DDR mit diesen verschiedenen Praktiken in ihren Streitkräften umgingen.

Das Dissertationsprojekt wird betreut von: Prof. Dr. Frank Bösch (Erstbetreuer) und Prof. Dr. Fabian Virchow (Zweitbetreuer).

Zur Projektwebsite: https://projekt.radikale-rechte.de

Hinweise zum Projektabschluss
Jakob Saß hat seine Dissertationsschrift »Wehrwillig und verharmlost. Die radikale Rechte und die Bundeswehr im Kalten Krieg« erfolgreich an der Philosophischen Fakultät der Universität Potsdam verteidigt. Er wurde am 22. April 2026 mit der Bestnote »summa cum laude« promoviert. Gutachter waren Prof. Dr. Frank Bösch (ZZF Potsdam/Universität Potsdam) und Prof. Dr. Fabian Virchow (Hochschule Düsseldorf).
Teilprojekt des Verbundprojekts

Jakob Saß

Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam

Email: sass [at] zzf-potsdam.de


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