"Halbierte Globalisierung“? Das Geschäftsgebaren und die Spielräume der DDR-Außenhandelsbetriebe

Beginn des Projektes
Januar 2020
Ende des Projektes
Juni 2026

Abgeschlossenes Dissertationsprojekt

Das Projekt untersuchte, wie einzelne Außenhandelsgeschäfte der DDR zustande kamen und welche Rolle die staatlich monopolisierten Außenhandelsbetriebe bei der Vorbereitung und Abwicklung der Außenhandelstransaktionen einnahmen. Dabei war vor allem von Interesse, ob und welche Handlungsspielräume für einzelne Außenhandelsbetriebe im institutionellen Gefüge der DDR bestanden und wie dieses ausgefüllt wurden. Besondere Aufmerksamkeit galt der Frage, ob und wie dabei eine Anpassung des Geschäftsgebarens an sich zunehmend globalisierende Märkte stattfinden konnte und stattand.

Die Frage nach der Integration der DDR in die globale Weltwirtschaft schien insofern von besonderem Interesse, als dass die Organisation und Abwicklung des Außenhandels der DDR in einem Spannungsfeld zwischen Abhängigkeit vom Handel einerseits und planwirtschaftlichem Autonomiebestreben anderseits zu verstehen ist. In historischen Mikrostudien untersuchte das Projekt das Agieren einzelner Aushandelsbetriebe, das sich eben in jenem Spannungsfeld abspielte. Als Leitfrage dieser historischen Mikrostudien diente dabei, ob und unter welchen Umständen das Verhalten der Außenhandelsbetriebe wesentlich stärker einer bürokratischen Organisation innerhalb eines planwirtschaftlichen Systems entsprach, oder ob und unter welchen Umständen die Außenhandelsbetriebe vielmehr einer marktwirtschaftlichen Logik folgten. Dabei sollte gefragt werden, ob die Ziele der Außenhandelsbetriebe mit den politischen Vorgaben übereinstimmten oder ob unternehmerische Ratio diese bestimmte. Ebenso sollten mögliche Handlungs- und Entscheidungsräume der Außenhandelsbetriebe und wie diese ausgenutzt wurden, betrachtet werden. Auch das Wirken der Außenhandelsbetriebe, also deren kommerzielle Ergebnisse sowie deren Einfluss auf institutionelle Rahmenbedingungen auf nationaler oder internationaler Ebene, sollten bestimmt und bewertet werden. Der Untersuchungszeitraum des Projektes umfasste die 1960er bis zu den späten 1980er Jahren.

Hinweise zum Projektabschluss

Lena Senoner hat am 1. Juni 2026 ihre Dissertationsschrift erfolgreich an der Universität Potsdam mit der Note „magna cum laude“ verteidigt. In der ZZF News können Sie mehr zum Promotionsabschluss von Lena Senoner lesen.

Lena Senoner

Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam

Email: senoner [at] zzf-potsdam.de


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