Die Menschenrechtskampagne der DDR: Außenpolitik, sozialistische Menschenrechte und juristische Rhetorik auf der globalen Bühne

Beginn des Projektes
Oktober 2026

Dissertationsprojekt

Das Projekt befasst sich mit der Arbeit des ostdeutschen Komitees für Menschenrechte (KMR), dem einzigen staatlich finanzierten Menschenrechtskomitee im Ostblock, das von 1959 bis 1990 bestand. Meine Dissertation analysiert, wie die vom KMR und der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) konzipierten Menschenrechts-Propagandakampagnen international eingesetzt wurden und welchen Einfluss diese Kampagnen auf die Entstehung einer internationalen Menschenrechtsrhetorik hatten. 
Die zentrale These meiner Dissertation lautet, dass die DDR durch die Arbeit des KMR eine gezielte internationale Menschenrechtskampagne betrieb, um ihre Souveränität zu behaupten, sich beim Globalen Süden beliebt zu machen und westliche Staaten und Regierungen auf der internationalen Bühne zu diskreditieren. Um diese These zu untersuchen, konzentriere ich mich insbesondere auf ein Milieu ostdeutscher Menschenrechtsanwälte, von denen viele Mitglieder des KMR und in einigen Fällen ostdeutsche UN-Delegierte wurden. 

Das Projekt hinterfragt die bestehende Forschung, indem es analysiert, wie die SED und ostdeutsche Juristen sozialistische Menschenrechte im Vergleich zum Westen konzipierten, ihre Argumente und Konzepte einsetzten und diese schließlich als Waffe gegen kapitalistische Nationen einsetzten, um Entwicklungsländern und sich selbst zu helfen. Meine Forschung beleuchtet diesen taktischen Einsatz der Menschenrechtsrhetorik durch die KMR und den ostdeutschen Staat anhand der Untersuchung vielfältiger, sich überschneidender historischer Entwicklungen in dieser Zeit, darunter die Entkolonialisierung, das zunehmende globale Engagement der DDR, sowie die zunehmende Debatte und die Veröffentlichung von Menschenrechtsdokumenten durch die UNO in Form von Erklärungen und Übereinkommen. Zwar gibt es eine wachsende Zahl von Veröffentlichungen zu den globalen Verbindungen der DDR, doch die Nutzung des Menschenrechtsdiskurses durch das Regime als außenpolitisches Instrument wird erst seit kurzem eingehend untersucht.

Margaret McCool

Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam

Email: margaret.mccool [at] zzf-potsdam.de


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