Kommerzieller Sex in der Bundesrepublik Deutschland

Beginn des Projektes: May 2020

Assoziiertes Dissertationsprojekt

Die historische Untersuchung von kommerziellem Sex bietet eine neue Sicht auf die langen 1960er und 1970er Jahre, die oft mit den lang anhaltenden Prozessen der sexuellen Liberalisierung in Verbindung gebracht werden. Frauen, die Sex verkauften, unterstanden zu dieser Zeit gesundheitliche Überwachung als Personen mit „häufig wechselndem Geschlechtsverkehr“ und waren erweiterten polizeilichen Befugnissen ausgesetzt, vor allem durch der Einführung von Sperrbezirken in Köln und Hamburg.

Lokale Maßnahmen dieser Art waren jedoch oft von Widersprüchlichkeiten geprägt; Bordelle, die unter der Bezeichnung „Dirnenwohnheim“ Bordellverbote umgehen konnten, polizeiliche Regulierung, die keine Reglementierung war. Das Dissertationsprojekt erkundet diese Paradoxe, indem es die Städte Köln, Hamburg und West-Berlin in den langen 1960er und 1970er Jahren vergleichend untersucht. Die leitende Frage dabei ist, wie lokale Maßnahmen und Vorschriften in Verbindung mit oder entgegen dem Bundesrecht das Leben von Frauen, die in dieser Zeit Sex verkauften, bestimmten. Nicht nur Gesetze oder Maßnahmen, sondern auch deren ungleiche und sich ändernde Implementierungen, beeinflusst durch Anwohnerproteste, Lokalpolitik, polizeiliche Streifen oder die Arbeit einzelner Beratungsstellen für Geschlechtskranken, finden Beachtung. Mit Blick auf Gesundheit, Arbeit, Kriminalität und öffentliche Ordnung soll insbesondere die Rolle einzelner Akteure in der Umsetzung von oder Widerstand gegen solche Maßnahmen im Zentrum stehen.

Annalisa Martin

Leibniz Centre for Contemporary History
Am Neuen Markt 1, room 1.01
14467 Potsdam

Email: martin [at] zzf-potsdam.de

Forschung

Kommerzieller Sex in der Bundesrepublik Deutschland

Beginn des Projektes: May 2020

Assoziiertes Dissertationsprojekt

Die historische Untersuchung von kommerziellem Sex bietet eine neue Sicht auf die langen 1960er und 1970er Jahre, die oft mit den lang anhaltenden Prozessen der sexuellen Liberalisierung in Verbindung gebracht werden. Frauen, die Sex verkauften, unterstanden zu dieser Zeit gesundheitliche Überwachung als Personen mit „häufig wechselndem Geschlechtsverkehr“ und waren erweiterten polizeilichen Befugnissen ausgesetzt, vor allem durch der Einführung von Sperrbezirken in Köln und Hamburg.

Lokale Maßnahmen dieser Art waren jedoch oft von Widersprüchlichkeiten geprägt; Bordelle, die unter der Bezeichnung „Dirnenwohnheim“ Bordellverbote umgehen konnten, polizeiliche Regulierung, die keine Reglementierung war. Das Dissertationsprojekt erkundet diese Paradoxe, indem es die Städte Köln, Hamburg und West-Berlin in den langen 1960er und 1970er Jahren vergleichend untersucht. Die leitende Frage dabei ist, wie lokale Maßnahmen und Vorschriften in Verbindung mit oder entgegen dem Bundesrecht das Leben von Frauen, die in dieser Zeit Sex verkauften, bestimmten. Nicht nur Gesetze oder Maßnahmen, sondern auch deren ungleiche und sich ändernde Implementierungen, beeinflusst durch Anwohnerproteste, Lokalpolitik, polizeiliche Streifen oder die Arbeit einzelner Beratungsstellen für Geschlechtskranken, finden Beachtung. Mit Blick auf Gesundheit, Arbeit, Kriminalität und öffentliche Ordnung soll insbesondere die Rolle einzelner Akteure in der Umsetzung von oder Widerstand gegen solche Maßnahmen im Zentrum stehen.

Annalisa Martin

Leibniz Centre for Contemporary History
Am Neuen Markt 1, room 1.01
14467 Potsdam

Email: martin [at] zzf-potsdam.de

Forschung