Perestroika from Below

Beginn des Projektes: Juli 2022

Forschungsprojekt

Die Geschichtsschreibung hat dem sowjetischen Projekt der »Perestroika« eine ganz bestimmte Deutung zugewiesen: Es wird häufig als von oben verordnet und abhängig von der Person Gorbatschows beschrieben, als ein Phänomen, auf das die Menschen reagierten, anstatt es zu erzwingen oder zu gestalten. Das Projekt will die Perestroika stattdessen ›von unten‹ betrachten.

Es untersucht die Gedanken, Gefühle und Handlungsweisen der sowjetischen Bevölkerung während der ›langen‹ Perestroika der 1980er und 90er Jahre. Angesichts der Tatsache, dass Putin die Reformen dieser Zeit systematisch rückgängig macht und selbst die Souveränität anderer Nachfolgestaaten der Sowjetunion ignoriert, ist ein Verständnis der Perestroika und ihrer Bedeutung für die Menschen, die sie unterstützt, gestaltet und mit Leben erfüllt haben, wichtiger denn je.

Das Projekt »Perestroika from Below« widmet sich einem bekannten Moment der sowjetischen Geschichte und zielt darauf ab, ihn auf eine völlig neue Weise zu betrachten. Es konzentriert sich auf die große Zahl von Menschen, die an dem ehrgeizigen Versuch beteiligt waren, das Leben, die Geschichte und die Zukunft der Sowjetunion und ihrer Nachfolgestaaten in den 1980er und 1990er Jahren neu zu definieren. Nicht alle von ihnen waren liberale oder demokratische Kräfte. Das Projekt wird daher auch nationalistische, religiöse und subkulturelle Elemente unter die Lupe nehmen. Sie alle wurden durch den Umstrukturierungsprozess geprägt und haben ihn gleichzeitig selbst mitgestaltet – mal in Übereinstimmung mit, mal gegen die offizielle Politik.

Mit Hilfe von Oral-History-Interviews und anderen Ego-Dokumenten sowie archivierten und veröffentlichten Quellen wird das Projekt den Weg einzelner Individuen rekonstruieren. Es will ihre Motivationen, Gedanken und Handlungen erkunden – weniger im Hinblick auf ihre politische Orientierung, sondern vielmehr, indem es sie als Mitglieder emotionaler und affektiver Gemeinschaften identifiziert. Dabei werden marginalisierte Gruppen ins Zentrum der Analyse gerückt. Zudem will das Projekt die Erfahrungen der sowjetischen Provinzen in den Mittelpunkt stellen, insbesondere die Ereignisse in der außereuropäischen Peripherie.

Das Projekt wird ermöglicht durch einen Advanced Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC) für Juliane Fürst

Dr. Juliane Fürst

Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung
Am Neuen Markt 9d
14467 Potsdam

Büro: Am Neuen Markt 9d, Raum 1.01
Tel.: 0331/74510-117
Fax: 0331/74510-143

E-Mail: fuerst [at] zzf-potsdam.de

 

Forschung

Perestroika from Below

Beginn des Projektes: Juli 2022

Forschungsprojekt

Die Geschichtsschreibung hat dem sowjetischen Projekt der »Perestroika« eine ganz bestimmte Deutung zugewiesen: Es wird häufig als von oben verordnet und abhängig von der Person Gorbatschows beschrieben, als ein Phänomen, auf das die Menschen reagierten, anstatt es zu erzwingen oder zu gestalten. Das Projekt will die Perestroika stattdessen ›von unten‹ betrachten.

Es untersucht die Gedanken, Gefühle und Handlungsweisen der sowjetischen Bevölkerung während der ›langen‹ Perestroika der 1980er und 90er Jahre. Angesichts der Tatsache, dass Putin die Reformen dieser Zeit systematisch rückgängig macht und selbst die Souveränität anderer Nachfolgestaaten der Sowjetunion ignoriert, ist ein Verständnis der Perestroika und ihrer Bedeutung für die Menschen, die sie unterstützt, gestaltet und mit Leben erfüllt haben, wichtiger denn je.

Das Projekt »Perestroika from Below« widmet sich einem bekannten Moment der sowjetischen Geschichte und zielt darauf ab, ihn auf eine völlig neue Weise zu betrachten. Es konzentriert sich auf die große Zahl von Menschen, die an dem ehrgeizigen Versuch beteiligt waren, das Leben, die Geschichte und die Zukunft der Sowjetunion und ihrer Nachfolgestaaten in den 1980er und 1990er Jahren neu zu definieren. Nicht alle von ihnen waren liberale oder demokratische Kräfte. Das Projekt wird daher auch nationalistische, religiöse und subkulturelle Elemente unter die Lupe nehmen. Sie alle wurden durch den Umstrukturierungsprozess geprägt und haben ihn gleichzeitig selbst mitgestaltet – mal in Übereinstimmung mit, mal gegen die offizielle Politik.

Mit Hilfe von Oral-History-Interviews und anderen Ego-Dokumenten sowie archivierten und veröffentlichten Quellen wird das Projekt den Weg einzelner Individuen rekonstruieren. Es will ihre Motivationen, Gedanken und Handlungen erkunden – weniger im Hinblick auf ihre politische Orientierung, sondern vielmehr, indem es sie als Mitglieder emotionaler und affektiver Gemeinschaften identifiziert. Dabei werden marginalisierte Gruppen ins Zentrum der Analyse gerückt. Zudem will das Projekt die Erfahrungen der sowjetischen Provinzen in den Mittelpunkt stellen, insbesondere die Ereignisse in der außereuropäischen Peripherie.

Das Projekt wird ermöglicht durch einen Advanced Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC) für Juliane Fürst

Dr. Juliane Fürst

Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung
Am Neuen Markt 9d
14467 Potsdam

Büro: Am Neuen Markt 9d, Raum 1.01
Tel.: 0331/74510-117
Fax: 0331/74510-143

E-Mail: fuerst [at] zzf-potsdam.de

 

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