Die Ungarische Revolution 1956. Kontext – Wirkung – Mythos

Bildinfo

Art der Veranstaltung
Konferenz
Datum
-
Ort
Berlin

Eine Veranstaltung des Collegium Hungaricum Berlin, der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam in Zusammenarbeit mit Bipolar deutsch-ungarische Kulturprojekte. Bipolar ist ein Initiativprojekt der Kulturstiftung des Bundes.

Die ungarische Revolution von 1956 markiert eine wichtige Zäsur in der ungarischen Ge­schichte und darüber hinaus in der deutsch-deutschen und europäischen Nachkriegsge­schichte. Neben dem 17. Juni 1953, dem „Prager Frühling“ 1968, der Gründung der unabhän­gigen Gewerkschaft Solidarnosc 1980 in Polen und den friedlichen Revolutionen 1989 gehört sie zu den wichtigsten Massenprotesten in den Ländern des Ostblocks. Ähnlich wie 1953 in der DDR und 1968 in der Tschechoslowakei wurde der ungarische Aufstand gewaltsam durch das militärische Eingreifen der Sowjetunion beendet.

Ermutigt durch das vom XX. Parteitag der KPdSU im Februar 1956 ausgehende „Tauwetter“ und die Arbeiterdemonstrationen im polnischen Posen demonstrierten und kämpften seit dem 23. Oktober 1956 hunderttausende Menschen in Budapest und vielen weiteren Orten Ungarns für freie Wahlen, die Freilassung aller politischen Häftlinge, die Abschaffung der Zensur und den Abzug der sowjetischen Besatzungstruppen. Am 1. November stellte sich die Regierung unter Ministerpräsident Imre Nagy auf die Seite der Aufständischen und beschloss den Aus­tritt Ungarns aus dem Warschauer Pakt und die Neutralität des Landes.

In der offiziellen Erinnerungspolitik der Ära Kádár wie auch in den anderen Ländern des Ost­blocks wurden die Ereignisse von 1956 verdrängt, weitestgehend tabuisiert oder als Konterre­volution interpretiert. Gegen diese Deutung richtete sich die inoffizielle Tradierung des Auf­standes innerhalb der ungarischen Emigration und der Opposition im Land. Nach dem Um­bruch von 1989/90 wurden die Ereignisse des Jahres 1956 in Ungarn zum Gegenstand heftiger innenpoliti­scher Kontroversen, die teilweise bis in die Gegenwart andauern.

Die internationale Konferenz „Die ungarische Revolution 1956: Kontext – Wirkung – My­thos“ stellt den Stand der Forschung und insbesondere neuere Forschungsergebnisse zur Wir­kungs- und Rezeptionsgeschichte dieses Schlüsselereignisses der ungarischen Geschichte vor. Die traditionelle politikgeschichtliche Perspektive auf die Ereignisse wird durch neuere so­zial- und kulturgeschichtliche Ansätze erweitert. In einer transnationalen Perspektive werden die Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Krisensituationen im Ostblock in den Blick genommen. Die Tagung nimmt den 50. Jahrestag des Aufstandes zum Anlass, um nach dessen Stellenwert in der europäischen Erinnerungslandschaft zu fragen.

Tagungsprogramm (PDF)

Veranstaltungsort

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Berlin-Gendarmenmarkt

Kontakt und Anmeldung

siehe PDF