Verkörperte Intelligenz. Eine politische Epistemologie der deutschen angewandten Psychologie, 1920 bis 1970

Beginn des Projektes
Juni 2021
Ende des Projektes
Mai 2026

Abgeschlossenes Dissertationsprojekt

Das Projekt zielte darauf ab, eine eine Wissenschafts-, Technik- und Kulturgeschichte der verkörperten Intelligenz zu verfassen. Anhand von drei Fallstudien verfolgte das Projekt die Forschungsfrage, wie psychologische Handlungstestpraktiken zwischen 1920 und den 1960er Jahren in deutschsprachigen Gebieten als Kulturtechnik eingesetzt wurden, um verkörperte Intelligenz zu erfassen. Im Mittelpunkt der Fallstudien steht jeweils ein Objekt, mit dem Tests durchgeführt wurden. Das Ziel dieser Arbeit war zu zeigen, dass mit der Kulturtechnik des Testens nicht nur unter Aushandlung verschiedener Objektivitätsvorstellungen verkörperte Intelligenz als eine ökonomisch wertvolle Ressource konstruiert wurde. Es wurde damit auch das technikanthropologische Problem diskutiert, in welchem Verhältnis der Mensch mit seiner körperlich-kognitiven Leistungsfähigkeit zu seiner technischen Umgebung, kurz gesagt zur ‚Maschine‘ steht. Dabei zeigte die Untersuchung eine Entwicklungslinie auf, bei der verschiedene epistemische Paradigmen deutlich werden, unter denen verkörperte Intelligenz in der Weimarer Republik, dem NS-Regime und der frühen Bundesrepublik beforscht wurde. Damit leistete das Projekt einen Beitrag zu der Frage, wie im 20. Jahrhundert sowohl die sozio-technische Entwicklung der Gesellschaft als auch wissenschaftliche Testpraktiken beispielhaft Vorstellungen über körperlich-kognitive Leistungsfähigkeit prägten.

Hinweise zum Projektabschluss
Agnes Bauer hat ihre Promotion »Verkörperte Intelligenz: Eine politische Epistemologie der deutschen angewandten Psychologie, 1920 bis 1970« am 20. Mai 2026 erfolgreich mit der Note »magna cum laude« an der Universität Potsdam abgeschlossen. Die Dissertation untersucht, wie Psycholog*innen zwischen 1920 und den 1960er Jahren mithilfe von Tests und Apparaten versuchten, verkörperte Intelligenz zu erfassen. Bauer analysiert die Materialität der Testapparate und die konkreten Praktiken des Testens. Sie zeigt, welche Fähigkeiten mit apparativen Testverfahren bestimmt wurden und wie daraus Schlüsse auf die individuelle Leistungsfähigkeit der Getesteten gezogen wurden. Besonders überzeugend gelingt es ihr aufzuzeigen, wie die Materialität der Apparate die wissenschaftliche Konzeption von »Intelligenz« mitprägte.

Agnes Bauer

Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam

Email: agnes.bauer [at] zzf-potsdam.de


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