Zerklüfteter Wohlstand

Armut, Wirtschaftskrise und Sozialstaat in der Bundesrepublik Deutschland und in Großbritannien

Abgeschlossenes Projekt
Mit der Armutspolitik hat das Projekt eine wohlfahrtsstaatliche Grundfunktion in den Blick genommen, die seit der Krise des keynesianischen Vollbeschäftigungs-Sozialstaats in den 1970er Jahren zunehmend an Bedeutung gewann. Diese Herausforderung betraf alle europäischen Sozialstaaten in ähnlicher Weise. Ihre Antworten waren geprägt durch den unterschiedlichen Stellenwert sozialer Ungleichheit in der politischen Kultur, die Armutsresilienz der sozialen Sicherungssysteme und differierende ökonomische Kontexte. Das Forschungsprojekt hat zur Kontrastierung solcher Differenzen den Vergleich zwischen der Bundesrepublik und Großbritannien gewählt und die Armutspolitik anhand dreier Leitachsen untersucht: In sozialgeschichtlicher Perspektive richtete die Studie ihren Blick auf die Entwicklung von Einkommensungleichheit und gruppenspezifisch verschieden ausgeprägten Verarmungsrisiken. Eine diskursgeschichtliche Perspektive stellte unterschiedliche Formen der Wahrnehmung und Definition von Armut in Wissenschaft, Öffentlichkeit und Politik in den Mittelpunkt. Eine politikgeschichtliche Perspektive untersuchte Armutspolitik als Teil wohlfahrtsstaatlicher Krisenbewältigung. Forschungsstrategisch ging es darum, das letzte Drittel des 20. Jahrhunderts als Umbruchphase moderner Industriegesellschaften zu konturieren und sozialgeschichtliche Ansätze mit der Geschichte des modernen Wohlfahrtsstaats zu verknüpfen.

Priv.-Doz. Dr. Winfried Süß

Zentrum für Zeithistorische Forschung
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