Laurence McFalls/Alberto Herskovits: Als hätte die DDR nie existiert: Private Schmalfilme aus den ostdeutschen Nachkriegsjahrzehnten.

Vortrag
Datum: 06.06.2017
Ort: Potsdam

Zeit: 18 Uhr

Eine kommentierte Präsentation der "Open-Memory-Box" von Prof. Laurence McFalls, PhD (Montréal) und Alberto Herskovits (Berlin)

Moderation: Prof. Dr. Frank Bösch (ZZF Potsdam)

In der DDR entstanden zahllose private Filmaufnahmen. Sie zeigen oft das Familienleben, gesellige Treffen oder besondere Ereignisse und bieten so einen anderen Blick auf den Alltag in der DDR als staatliche Akten oder Zeitzeugen-Erinnerungen. Über 400 Stunden DDR-Schmalfilmmaterial aus privatem Besitz wurden nun, auch von Zeitzeugen kommentiert, für die Internet-Plattform Open-Memory-Box zusammengestellt. Sie soll der Wissenschaft und Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, gefördert von der „Bundesstiftung Aufarbeitung“ und dem kanadischen Social Sciences and Humanities Research Council. 
Die Sammlung eröffnet Blicke auf eine intime Sozialgeschichte der DDR jenseits der vertrauten Kennzeichen der SED-Diktatur, wenngleich diese mitunter am Rande aufblitzen. Viele Aufnahmen wirken dabei zugleich wie Einsichten in das Lebensgefühl im gesamten Deutschland oder in den europäischen Nachkriegsindustriegesellschaften.

Am 6. Juni 2017 wird diese Sammlung am ZZF von dem deutsch-schwedischen Dokumentarfilmemacher Alberto Herskovits und dem kanadischen Professor für Politikwissenschaften Laurence McFalls präsentiert. Sie führen in die vergangene Welt der Aufnahmen ein und zeigen anhand von filmischen Beispielen mögliche Deutungen der DDR-Geschichte.

Laurence McFalls, Professor für Politikwissenschaft an der Universität Montréal und Direktor der International Research Training Group (IRTG) "Diversity", arbeitete u.a. zu politischen und kulturellen Problemen der deutschen Einheit und zur DDR-Alltagsgeschichte. 2016 erhielt er das Bundesverdienstkreuz für sein Engagement um den transatlantischen wissenschaftlichen Austausch.

Alberto Herskovits, geb. 1961 in Buenos Aires/Argentinien, ist deutsch-schwedischer Dokumentarfilmer und Regisseur.

Frank Bösch, geb. 1969 in Lübeck, ist Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung in Potsdam und Professor für deutsche und europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts an der Universität Potsdam.

Einladungsflyer (pdf)

Veranstaltungsort

Zentrum für Zeithistorische Forschung
Großer Seminarraum
Am Neuen Markt 9d
14467 Potsdam

Kontakt und Anmeldung

Die Teilnahme ist kostenlos. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

Kontakt:
Prof. Dr. Frank Bösch: sekretariat [at] zzf-potsdam.de

Veranstaltungen