Unabhängige Historikerkommission zur Aufarbeitung der Geschichte des Reichsarbeitsministeriums in der NS-Zeit stellt am 27. Juni 2017 Synthese-Band vor

30.05.2017

Die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) 2013 berufene „Unabhängige Historikerkommission zur Aufarbeitung der Geschichte des Reichsarbeitsministeriums in der Zeit des Nationalsozialismus" stellt am 27. Juni 2017 im Rahmen eines Symposiums in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften einen Syntheseband vor. Die Kommission wird die Publikation an Bundesministerin Andrea Nahles übergeben. Der 592 seitige Band mit 56 Abbildungen, fasst die Ergebnisse der sechs Einzelprojekte (vier Dissertationen und zwei Postdoc-Projekte) sowie Forschungen der Kommissionsmitglieder und externer Mitarbeiter zum Reichsarbeitsministerium in komprimierter Form in Einzelbeiträgen zusammen. Der Unabhängigen Historikerkommission gehören neben Prof. Dr. Alexander Nützenadel (HU Berlin), Prof. Dr. Michael Wildt (HU Berlin), Prof. Dr. Elizabeth Harvey (University of Nottingham), Prof. Dr. Sandrine Kott (Université de Genève) und Prof. Dr. Klaus Kiran Patel (Universiteit Maastrich) auch Prof. Dr. Rüdiger Hachtmann vom Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam an.

Das Symposium „Das Reichsarbeitsministerium im Nationalsozialismus. Verwaltung-Politik-Verbrechen“ am 27. Juni ist die Abschlussveranstaltung innerhalb einer Reihe von insgesamt vier Konferenzen. Das Projekt macht deutlich, dass die klassischen Verwaltungsapparate weitaus stärker in das NS-Regime und seine Verbrechen eingebunden waren, als lange Zeit vermutet wurde. Die ministerielle Bürokratie kooperierte eng mit den nationalsozialistischen Partei- und Sonderstäben. Damit werden bisherige Erklärungsmodelle, wie das einer »polykratischen« Herrschaft, infrage gestellt.
Im Zentrum der von der Kommission geleiteten sechs Forschungsarbeiten standen das Personal und die Handlungsfelder des 1919 gegründeten Reichsarbeitsministeriums. Das konkrete Verwaltungshandeln unter den Bedingungen der NS-Diktatur und im Kontext nationalsozialistischer Arbeits- und Sozialpolitik wurde eingehend untersucht. Besondere Aufmerksamkeit fand ferner die Rolle des Ministeriums im Rahmen der Kriegswirtschaft und in den besetzten Gebieten Europas zwischen 1939 und 1945. Erforscht wurden auch die personellen Kontinuitäten zur Zeit vor 1933 und nach 1945.

Alle Einzelprojekte sollen Anfang 2018 abgeschlossen sein und in einer von der Kommission herausgegebenen sechsbändigen Reihe im Wallstein-Verlag publiziert sowie in Vorträgen und weiteren Aufsätzen einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Auf dem Symposium werden die Teilstudien präsentiert.
Für eine Teilnahme ist eine Anmeldung bis zum 9. Juni 2017 unter www.anmeldung.bmas.de mit dem Passwort Symposium-RAM möglich.

 

27. Juni 2017, 9:00 – 16:50 Uhr
Ort: Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

Markgrafenstr. 38, 10117 Berlin

Detaillierte Informationen zu den sechs Mitarbeitern der Forschungsgruppe und Ihren Projekten finden sie auf der Projekt-Website unter dem Link: http://www.historikerkommission-reichsarbeitsministerium.de/Forschungsgruppe/MitarbeiterInnen

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