Wissenschaftsjahr 2019 – Künstliche Intelligenz: Das ZZF auf dem Ausstellungsschiff "MS Wissenschaft"

21.03.2019

"Schach dem König" – Historischer Schachcomputer aus den 1980er-Jahren für das Ausstellungsschiff "MS Wissenschaft"

An die fünf Kilogramm Gewicht und die Maße 38x27x7 cm (Breite, Höhe, Länge) bringt der historische Computer KC85 aus der DDR der 80er Jahre mit. Mit diesem Exponat und dem Projekt "Schach dem König? Künstliche Intelligenz als historischer Alltag" beteiligt sich das ZZF Potsdam an der diesjährigen Ausstellung zum Leitthema „Künstlichen Intelligenz“ der MS Wissenschaft. Das umgebaute Binnenfrachtschiff geht vom 16. Mai (Tourstart: Berlin) bis 3. Oktober in 27 deutschen Städten vor Anker.

Künstliche Intelligenz (KI) – Was ist das eigentlich genau? Wie lernen Menschen und wie lernen Maschinen? Wo bringt KI Vorteile und welche Risiken gibt es? Interaktive Exponate direkt aus der Forschung geben in der Ausstellung Einblicke in die Entwicklung und Anwendung Künstlicher Intelligenzen. Die Ausstellung zeigt beispielsweise, wie Bild- und Spracherkennung funktionieren. In einem Quiz können KI-Profis und KI-Neulinge ihr Wissen rund um die Künstliche Intelligenz testen und erweitern. Und nicht nur gewiefte Schachspieler*innen können sich mit dem Computer aus DDR-Zeiten messen. "Das Exponat ermöglicht einen Einblick in die Geschichte der Künstlichen Intelligenz. Jeder Mensch kennt Schach aus seinem Alltag. Die Gäste erfahren somit spielerisch eine Kernfrage des Leitthemas aus historischer Perspektive. Sie können sich an den historischen Computer setzen und gegen ihn spielen“, erläutert Dr. Stefanie Eisenhuth, Pressesprecherin des ZZF Potsdam.

Das Mitmach-Exponat konzipierte das ZZF im Rahmen seines Forschungsprojekts „Aufbrüche in die Digitale Gesellschaft. Die Computerisierung in der Bundesrepublik und DDR“. Es wurde von der ZZF-Projektgruppe in Zusammenarbeit mit Dr. Stefan Höltgen vom Fachgebiet Medienwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin entwickelt. Martin Schmitt promoviert zur Geschichte der Computersierung. Er erklärt: "An kaum einem Gegenstand entzündeten sich die gesellschaftlichen Kontroversen über KI offensichtlicher als am Schach. Wenn der Computer Schach spielt, kann die Maschine denken. So lautete damals die Gleichung." Dabei reicht die Debatte weit zurück. Schon in den 1950er-Jahren verfassten sowjetische und amerikanische Informatiker wegweisende Arbeiten über die Möglichkeiten der Schachprogrammierung. "Anfangs stieß der Computer aber an seine Grenzen", gibt Martin Schmitt zu. "Der Mensch schlug ihn locker. Erst Ende der 1970er-Jahre wurde er zu einem ernsthaften Gegner."

Die Ausstellung auf der MS Wissenschaft ist zentraler Bestandteil des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und Wissenschaft im Dialog (WiD) ausgerufenen Wissenschaftsjahr 2019 – Künstliche Intelligenz. Sie richtet sich insbesondere an Schulen, Jugendliche und Familien. Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung ist täglich von 10–19 Uhr geöffnet.

Weitere Informationen zum Ausstellungsschiff und zum Tourplan: www.ms-wissenschaft.de

Ergebnisse des ZZF-Forschungsprojekts "Aufbrüche in die Digitale Gesellschaf" sind im Sammelband "Wege in die digitale Gesellschaft. Computernutzung in der Bundesrepublik 1955-1990" (Hg. Frank Bösch) veröffentlicht. Das Buch erschien 2018 in der ZZF-Reihe "Geschichte der Gegenwart".

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