Presseschau zur Auseinandersetzung mit den Hohenzollern

19.02.2021

Das Landgericht Berlin hat am Donnerstag, den 18. Februar 2021 eine am 12. November 2019 erlassene einstweilige Verfügung gegen den ZZF-Historiker Winfried Süß bestätigt.

Hier finden Sie eine Auswahl an aktuellen Beiträgen zum Thema:

Kommentare:

Lesen Sie die Pressemitteilung des Landgerichts vom 18.2.2021.


ZZF-Direktor Martin Sabrow kommentierte das Urteil wie folgt (siehe Meldung der TP Presseagentur):

»Das heutige Urteil des Berliner Landgerichts in der Auseinandersetzung über die Entschädigungsforderungen der Hohenzollern macht mich besorgt. Es qualifiziert eine Aussage des ZZF-Historikers Winfried Süß als unzulässige Tatsachenbehauptung, die in meinen Augen eine legitime Meinungsäußerung darstellt. (…) Damit schränkt das Urteil den öffentlichen Diskussionsrahmen in der Auseinandersetzung um das Hohenzollernerbe in untragbarer Weise ein. Ich sehe hier einen eklatanten Eingriff in die Wissenschaftsfreiheit, den die Zeitgeschichte als fachliche Disziplin nicht hinnehmen kann. Wir ziehen mit der Zuversicht in die nächste Instanz, dass diese Entscheidung revidiert wird, um die juristische Auslegung der Äußerungsrechts im Einklang mit dem Selbstverständnis unserer liberalen Diskussionskultur zu halten. (…)«

Stellungnahme des Verbands der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD), 23.2.2021 (hier online)

»Das Berliner Landgericht hat am 18. Februar 2021 dem Potsdamer Historiker Winfried Süß untersagt zu behaupten, Georg Friedrich von Preußen hätte ein Mitspracherecht bei der historischen Darstellung der Familie in öffentlichen Einrichtungen gefordert. Dieses Urteil könnte folgenreich für die Wissenschaftsfreiheit sein, wenn Äußerungen von Historikerinnen und Historikern zum Entschädigungsstreit der Hohenzollern über offensichtliche Sachverhalte nicht mehr öffentlich diskutiert werden können, ohne juristische Schritte nach sich zu ziehen. Der VHD verurteilt mit Nachdruck das juristische Vorgehen gegen Historiker*innen, Journalist*innen und Medien, das eine notwendige Debatte zu ersticken droht.«

Prof. Dr. Eva Schlotheuber
Vorsitzende


Mehr zum Thema:

"Das Vorgehen greift die Freiheit der Wissenschaft an" – lesen Sie den Offenen Brief von ZZF-Direktor Martin Sabrow vom 20. Dezember 2019: http://bit.ly/2ZwXGpi.

Hören Sie auf Deutschlandfunk Nova einen Vortrag von Martin Sabrow über die Familie Hohenzollern nach 1918: http://bit.ly/2H9wyay


Ältere Beiträge zu den Auseinandersetzungen (Auswahl):

News

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Das Landgericht Berlin hat am Donnerstag, den 18. Februar 2021 eine am 12. November 2019 erlassene einstweilige Verfügung gegen den ZZF-Historiker Winfried Süß bestätigt.

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ZZF-Direktor Martin Sabrow kommentierte das Urteil wie folgt (siehe Meldung der TP Presseagentur):

»Das heutige Urteil des Berliner Landgerichts in der Auseinandersetzung über die Entschädigungsforderungen der Hohenzollern macht mich besorgt. Es qualifiziert eine Aussage des ZZF-Historikers Winfried Süß als unzulässige Tatsachenbehauptung, die in meinen Augen eine legitime Meinungsäußerung darstellt. (…) Damit schränkt das Urteil den öffentlichen Diskussionsrahmen in der Auseinandersetzung um das Hohenzollernerbe in untragbarer Weise ein. Ich sehe hier einen eklatanten Eingriff in die Wissenschaftsfreiheit, den die Zeitgeschichte als fachliche Disziplin nicht hinnehmen kann. Wir ziehen mit der Zuversicht in die nächste Instanz, dass diese Entscheidung revidiert wird, um die juristische Auslegung der Äußerungsrechts im Einklang mit dem Selbstverständnis unserer liberalen Diskussionskultur zu halten. (…)«

Stellungnahme des Verbands der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD), 23.2.2021 (hier online)

»Das Berliner Landgericht hat am 18. Februar 2021 dem Potsdamer Historiker Winfried Süß untersagt zu behaupten, Georg Friedrich von Preußen hätte ein Mitspracherecht bei der historischen Darstellung der Familie in öffentlichen Einrichtungen gefordert. Dieses Urteil könnte folgenreich für die Wissenschaftsfreiheit sein, wenn Äußerungen von Historikerinnen und Historikern zum Entschädigungsstreit der Hohenzollern über offensichtliche Sachverhalte nicht mehr öffentlich diskutiert werden können, ohne juristische Schritte nach sich zu ziehen. Der VHD verurteilt mit Nachdruck das juristische Vorgehen gegen Historiker*innen, Journalist*innen und Medien, das eine notwendige Debatte zu ersticken droht.«

Prof. Dr. Eva Schlotheuber
Vorsitzende


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"Das Vorgehen greift die Freiheit der Wissenschaft an" – lesen Sie den Offenen Brief von ZZF-Direktor Martin Sabrow vom 20. Dezember 2019: http://bit.ly/2ZwXGpi.

Hören Sie auf Deutschlandfunk Nova einen Vortrag von Martin Sabrow über die Familie Hohenzollern nach 1918: http://bit.ly/2H9wyay


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