Kommunismus und Geschlecht - Kommunistische Frauen im kurzen 20. Jahrhundert

Beginn des Projektes: June 2020

Forschungsprojekt

Das zunächst auf sechs Monate angelegte Projekt dient zur Erarbeitung eines größeren Forschungsantrages zur Geschlechtergeschichte des deutschen Kommunismus im 20. Jahrhundert.
Der Zeitrahmen der geplanten Untersuchung reicht von der Novemberrevolution bis 1989, diese Spanne von der Dauer eines Menschenlebens soll kollektivbiographisch vermessen werden. Angedacht ist, die Lebenswege eines Sample von um 1900 geborenen Frauen von der Sozialisation im Umfeld der Weimarer KPD über die Zäsuren 1933 und 1945 hinweg zu verfolgen. Dabei geraten Kontinuitäten oder Brüche zur zweiten Frauenbewegung in der Bundesrepublik ebenso in den Blick wie zur Frauenpolitik der DDR und ihren Massenorganisationen, etwa dem Demokratischen Frauenbund Deutschlands (DFD). Als Arbeitshypothese steht für die DDR die Beobachtung einer Verstaatlichung und Formierung der einst rebellisch begonnenen Lebenswege, während in der Bundesrepublik Zerfaserung und Spaltung zu beobachten sind – zwischen dem Übertritt zur Sozialdemokratie, dem Überwintern in illegaler KPD und der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) oder dem Rückzug ins Private verloren sich viele Schicksale. Erst die „Neuen Sozialen Bewegungen“ ermöglichten in den 1970er Jahren das Heraustreten in eine sich verändernde Öffentlichkeit und den (brüchigen) Erfahrungstransfer in die nächste Generation.
Beide Kontinuitätslinien und mögliche deutsch-deutsche Verbindungen sollen im Projekt untersucht werden. Neue Impulse sind zu erwarten nur für das Verständnis von Klasse und Geschlecht in Prozessen politischer Mobilisierung von der Weimarer Republik bis hinein in die Neuen Sozialen Bewegungen, aber auch zur Erstarrung des Politischen in einer Kontinuitätslinie von der Stalinisierung der Weimarer KPD zur DDR-Staatsgründung. Zudem soll die organisations- und politikgeschichtlich dominierte Forschung zur Weimarer KPD um die bisher unterbelichtete Kategorie „Geschlecht“ erweitert werden.

Arbeit in der Krise – Gewerkschaftliche Krisendeutungen und Krisenpolitik in Deutschland und Großbritannien,
laufendes Projekt am Institut für Soziale Bewegungen der Ruhr-Universität Bochum: http://isb.rub.de/forschung/habilitation/hoffrogge.html.de

-- 

Dr. Ralf Hoffrogge

Leibniz Center for Contemporary History Potsdam
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam

Office: Am Neuen Markt 9d, room 1.24
Phone.: 0331/74510-115
Fax: 0331/74510-143

 

E-Mail: hoffrogge [at] zzf-potsdam.de

Forschung

Kommunismus und Geschlecht - Kommunistische Frauen im kurzen 20. Jahrhundert

Beginn des Projektes: June 2020

Forschungsprojekt

Das zunächst auf sechs Monate angelegte Projekt dient zur Erarbeitung eines größeren Forschungsantrages zur Geschlechtergeschichte des deutschen Kommunismus im 20. Jahrhundert.
Der Zeitrahmen der geplanten Untersuchung reicht von der Novemberrevolution bis 1989, diese Spanne von der Dauer eines Menschenlebens soll kollektivbiographisch vermessen werden. Angedacht ist, die Lebenswege eines Sample von um 1900 geborenen Frauen von der Sozialisation im Umfeld der Weimarer KPD über die Zäsuren 1933 und 1945 hinweg zu verfolgen. Dabei geraten Kontinuitäten oder Brüche zur zweiten Frauenbewegung in der Bundesrepublik ebenso in den Blick wie zur Frauenpolitik der DDR und ihren Massenorganisationen, etwa dem Demokratischen Frauenbund Deutschlands (DFD). Als Arbeitshypothese steht für die DDR die Beobachtung einer Verstaatlichung und Formierung der einst rebellisch begonnenen Lebenswege, während in der Bundesrepublik Zerfaserung und Spaltung zu beobachten sind – zwischen dem Übertritt zur Sozialdemokratie, dem Überwintern in illegaler KPD und der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) oder dem Rückzug ins Private verloren sich viele Schicksale. Erst die „Neuen Sozialen Bewegungen“ ermöglichten in den 1970er Jahren das Heraustreten in eine sich verändernde Öffentlichkeit und den (brüchigen) Erfahrungstransfer in die nächste Generation.
Beide Kontinuitätslinien und mögliche deutsch-deutsche Verbindungen sollen im Projekt untersucht werden. Neue Impulse sind zu erwarten nur für das Verständnis von Klasse und Geschlecht in Prozessen politischer Mobilisierung von der Weimarer Republik bis hinein in die Neuen Sozialen Bewegungen, aber auch zur Erstarrung des Politischen in einer Kontinuitätslinie von der Stalinisierung der Weimarer KPD zur DDR-Staatsgründung. Zudem soll die organisations- und politikgeschichtlich dominierte Forschung zur Weimarer KPD um die bisher unterbelichtete Kategorie „Geschlecht“ erweitert werden.

Arbeit in der Krise – Gewerkschaftliche Krisendeutungen und Krisenpolitik in Deutschland und Großbritannien,
laufendes Projekt am Institut für Soziale Bewegungen der Ruhr-Universität Bochum: http://isb.rub.de/forschung/habilitation/hoffrogge.html.de

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Dr. Ralf Hoffrogge

Leibniz Center for Contemporary History Potsdam
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam

Office: Am Neuen Markt 9d, room 1.24
Phone.: 0331/74510-115
Fax: 0331/74510-143

 

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