Anything goes – aber wie? 15. Potsdamer Doktorand_innenforum zur Zeitgeschichte

Doktorandenforum
Datum: 26.02.2018 bis 27.02.2018
Ort: Potsdam

Call for Papers

Dem erfolgreichen Abschluss einer Dissertationsschrift gehen meist eine Reihe von Unwägbarkeiten voraus. Um diese zu bewältigen, gibt es eine Vielzahl von Angeboten. Zur Arbeitsorganisation existieren Ratgeberlektüren, für das Überwinden von Schreibblockaden ein breites Seminarangebot. Geht es jedoch um methodische und konzeptionelle Schwierigkeiten, bleibt es oft den Promovierenden überlassen, angemessene Lösungen zu finden. Das Potsdamer Doktorand/innenforum 2018 soll Doktorand/innen der Zeitgeschichte und angrenzender Disziplinen einen Raum bieten, methodische Herausforderungen ihrer Projekte im Austausch mit anderen Promovenden und Expert/innen zu diskutieren.

Bedingt durch diesen Programmzuschnitt sind die Präsentation von Forschungsergebnissen oder gar der Abschluss des Projekts keine Voraussetzungen für die Teilnahme. Vielmehr geht es darum, konzeptionelle und forschungspraktische Problemstellungen laufender zeithistorischer Forschungsvorhaben im Plenum zu skizzieren und durch die Diskussion verschiedener Lösungsansätze, Synergien zu schaffen, die sowohl für die einzelnen Projekte weiterführend sind, aber auch über diese hinausweisen. Daher wird das Doktorand_innenforum aus einer Kombination von Impulsvorträgen von Doktorand_innen, PostDocs und Expert_innen sowie Workshops bestehen, um Raum für Diskussion zu bieten.

Folgende methodische Problemfelder und konzeptionelle Herausforderungen wurden anhand laufender Arbeiten der Doktorand/innenschaft des ZZF Potsdam ausgemacht:

I: Blätterwald – Quellen, Fristen und Gesetze. 
Der Umgang mit archivalischen Schutzfristen und die Anonymisierung von Forschungsdaten sind Alltagsprobleme der zeithistorischen Forschung, bei denen vielerlei Auflagen zu berücksichtigen sind und die nicht nur den Zugang, sondern auch die Interpretation des Inhalts oft stark einschränken. Diese Problemlage spitzt sich zu, wenn diese Quellen mit öffentlich zugänglichen und daher nicht zu anonymisierenden Quellen (etwa Medienberichten) ergänzt und kontrastiert werden müssten. Welche Lösungsstrategien gibt es, um dem Quellenwert möglichst gerecht zu werden, ohne dabei bestehende Datenschutz- und Archivgesetze zu missachten? Wie geht man mit der Anonymisierung von Fallstudien und von Material aus Sekundäranalysen um?

II: Erinnern, Sprechen, Auswerten - mündliche Quellen und schriftliche Darstellung.
Herausforderungen im Umgang mit Zeitzeug/innen sind seit ihrer „Erfindung“, respektive „Entdeckung“ durch die Geschichtswissenschaft ein Dauerbrenner theoretischer Debatten. Welche Konzepte anderer Wissenschaften lassen sich mit der Methodik der Oral History verknüpfen? Wie gewichtet man die Darstellung der mündlichen Zeugnisse im Verhältnis zu schriftlichen Quellen?

III: Interdisziplinarität – jeder hält sie für wichtig, aber wie macht man es richtig?
Die Vorteile des interdisziplinären Arbeitens liegen auf der Hand, etwa durch die Auswertung zeitgenössischer Datenerhebungen. Sowohl die Sozial- als auch die Kulturgeschichte greifen auf Daten und Methoden ihrer Nachbardisziplinen zurück – der Sozialwissenschaften einerseits, der Kulturwissenschaft, Anthropologie sowie Ethnologie andererseits. Doch welche Probleme ergeben sich, wenn man sich im Werkzeugkasten anderer bedient und wie sollten Historiker/innen diesen Ansatz theoretisch reflektieren und einbinden?

IV: Bits and Bytes – digital was eigentlich?
Die Herausforderungen des „digital turn“ sind ein gegenwärtiges Boomthema der historischen Forschung. Immer mehr Quellen sind online zugänglich, aber auch Tools wie der google Ngram-Viewer halten häufiger Einzug in Vorträge von Historiker/innen. Welche Potentiale, aber auch welche neuen Probleme – wie etwa mögliche Wissensasymmetrien gegenüber der Informatik – gehen mit der Nutzung einher?

Wenn Sie Interesse haben, am Potsdamer Doktorand_innenforum 2018 teilzunehmen, möchten wir Sie bitten, uns einen CV, eine kurze Projektskizze (max. 500 Zeichen) zuzusenden. Aus einem Anschreiben sollte hervorgehen, für welche Themenfelder Sie sich interessieren; dabei steht Ihnen frei, ob Sie sich um die Teilnahme an einem bestimmten Workshop bewerben, eine projekteigene Problemstellung präsentieren oder die Veranstaltung mit projektübergreifende Lösungsansätze unterstützen wollen – wir freuen uns auf Ihre Einreichung für unser interaktives und frei gestaltbares Patchworkformat. Dieser Charakter wird auch bei der grundsätzlichen Tagungsgestaltung beibehalten: Sollten Sie weitere Themenfelder oder alternative Schwerpunktsetzungen interessieren oder gar gestalten wollen, dann teilen Sie uns dies mit. Bei entsprechender Nachfrage werden wir weitere Workshopangebote schaffen. Der Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2017. Bewerbungen bitte per Mail an doktorandenforum [at] zzf-potsdam.de

Veranstaltungsort

Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Großer Seminarraum
Am Neuen Markt 9 d,
14467 Potsdam

Kontakt und Anmeldung

Kontakt

Stefan Zeppenfeld
ZZF Potsdam
Am Neuen Markt 1, 14467 Potsdam
doktorandenforum [at] zzf-potsdam.de

Veranstaltungen